+
Eine mutige Fackel-Pyramide zeigten die Mitglieder der Fakir und Feuershow-Gruppe im vergangenen Jahr in Peiting.

Zirkus-Aufführung in Huglfing

„Fli Fly“-Zukunft ungewiss

Peiting/Huglfing - Im Kinderzirkus „Fli Fly“ schnupperten sie das erste Mal Manegenluft, testeten eine Woche ihre Talente aus und brillierten dann in einer schillernden Gala. Aus Platzgründen fiel die Aktion heuer in Peiting aus – vielleicht nicht das letzte Mal.

Dem ein oder anderen dürfte es schon aufgefallen sein: Für gewöhnlich befindet sich um diese Zeit ein Artikel über einen erstaunlich kreativen Talentschuppen und dessen anschließende Gala im Blatt. Dass der sich aber diese Sommerferien unsichtbar macht, ist ganz einfach zu erklären: Der Kinderzirkus „Fli Fly“ fand dieses Jahr gar nicht statt. Grund dafür war ein Zeit- und Platzproblem.

Dass aus ABC-Schützen abenteuerlustige Artisten werden, dafür sorgen im Zirkus „Fli Fly“ seit jeher ehrenamtliche Betreuer. Sie verwandeln Kinder binnen einer Woche in Meister der Jonglage, Akrobatik oder Clownerie. Kopf dieses großen Betreuerteams sind Sonja Merkle, Balu Knedlik und Basti Gattinger.

„Nein, dieses Jahr waren wir nicht in Peiting, sondern in Huglfing“, antwortet Merkle auf Nachfrage. Grund dafür sei folgender gewesen: „Der Hausmeister hat mich schon ein halbes Jahr vorher informiert, dass heuer die Peitinger Halle besetzt ist in der zweiten Ferienwoche.“ In diesem Zeitraum fand das Spektakel bisher immer statt.

„Die Sanitäranlagen werden auf Vordermann gebracht“, erklärt Christian Hack von der Gemeinde Peiting. Also kein Platz für Auditorium und Akteure. „Und ein anderer Zeitpunkt war nicht drin, weil die meisten Betreuer nur in dieser Woche Zeit hatten“, fügt Merkle an.

Dass man sich aber vielleicht an diesen Verzicht gewöhnen müsse, lässt sie im Nachsatz anklingen. „Wir haben vom Leitungsteam beschlossen, nach diesem Jahr aufzuhören“, erklärt sie. Das habe private Gründe. Trotzdem ist sie vom pädagogischen Wert des Zirkus überzeugt – vor die Hunde gehen soll das 1989 gegründete Großevent für Kinder also nicht. Gründervater war damals der ehemalige Kreisjugendpfleger Ralf Schneider. Ein brillanter Einfall: Seit Gründung zieht der Zirkus so viele Kinder an, wie einst nur der Rattenfänger vom Hameln.

Deshalb ist Andreas Ginger, Geschäftsführer des KJR Weilheim-Schongau, optimistisch. „Der Zirkus ist seit vielen Jahren eine Institution“, sagt er. „Wenn man mal gesehen hat, mit welcher Freude die kleinen Artisten da dabei sind, kann man das nicht fallen lassen.“

Obwohl er den Verlust der bisherigen Betreuer also sehr bedauere, macht er sich nicht allzu große Sorgen. „Der Großteil der Betreuer bestand immer aus ehemaligen Mitgliedern“, erklärt er. Und bisher habe es noch immer jemanden gegeben, der dann schlussendlich sagt: „Freilich, mir machen weiter.“

ew

Auch interessant

Kommentare