Flößermuseum ist wichtiges Kulturgut für Lechbruck

Lechbruck - Es ist eines der ältesten Gebäude in Lechbruck und beherbergt heute die Geschichte des Flößerdorfes. Vor zehn Jahren wurde aus dem Dodl-Haus das Flößermuseum, jetzt wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert.

„Was willst’ denn mit der alten Hütte? Die fällt doch schon fast ein.“ Damit beginnt die Geschichte eines Hauses, das selber schon Teil der Geschichte Lechbrucks ist. Er erinnere sich an so manche Begebenheit rund um das Krummschneider-Dodl-Haus, so Altbürgermeister Dietmar Hollmann. Er war seinerzeit eine der treibenden Kräfte, das Haus für die Nachwelt zu erhalten.

Als Bürgermeister sei er immer wieder vom Denkmalschutz darauf aufmerksam gemacht worden, wie wichtig das Gebäude in der Ortsmitte Lechbrucks für die Region sei. Man sehe diese Bohlenständerbauweise, in der das Haus errichtet wurde, nichtoft im Allgäu, schob Hollmann als Erklärung nach.

Just Anfang der 1990er Jahre wurde bekannt, dass die Schneiderei Dodl, die im hinteren Teil des Hauses untergebracht war, verkauft werden sollte. Da habe er dem Erben mitgeteilt, dass die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht nutzen wolle. Auch das Vordergebäude, damals im Besitz des Vizebürgermeisters Hermann Biberacher, kann Hollmann erwerben. „Das Gebäude hat eine Geschichte, die es wert war, das Projekt anzugehen“, meinte Hollmann im Rückblick.

Noch bevor die Restauratoren ans Werk gehen, ist klar, dass das große Gebäude in der Ortsmitte nicht Platz machen dürfe für einen Bauplatz, wie ältere Lechbrucker meinen. Aber im Gemeinderat habe man nicht mit seiner Hartnäckigkeit gerechnet, fügt Hollmann schmunzelnd an, der das Projekt Flößerhaus mit Vehemenz verfolgt. So findet man u.a. einen Balken, an dem sich die Flößermeister Lechbrucks verewigt haben. Und die Spuren im Haus erbringen eine Jahreszahl: 1645. Damit ist das Haus das älteste Gebäude Lechbrucks.

„So sind wir damals ins Thema eingestiegen“, wobei Hollmann anfügt, dass der Erhalt des Gebäudes noch nicht ganz im Dorfgedanken vorhanden ist. Und man sucht einen Weg, den Erhalt zu stemmen und das Haus in den Vordergrund zu holen - der Förderverein wird gegründet, das war 1995.

Begeistert im Ort sind vor allem die „alten“ Handwerker, namentlich der Zimmerermeister Quirin Wörle, auch Arnold Höpfl und Georg Keller, der den Vorsitz des Fördervereins übernimmt. Sie hätten sich hervorragend und vor allem sehr feinfühlig eingebracht, lobt Hollmann.

1997 beginnen die Sanierungsarbeiten, obgleich man von staatlicher Seite nicht sicher ist, ob sich die Restaurierung überhaupt lohnt. Nur der Hartnäckigkeit des Flößervereins ist es zu verdanken, dass die Arbeiten fortschreiten können. Mehr als 6000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit sind in die Sanierung des Dodl-Hauses geflossen. Dabei sei ein Kulturgut entstanden, so Hollmann, dass „ganz wichtig ist für unsere Gemeinde“.

Dabei betont er, dass man nicht einfach nur ein Heimathaus habe bauen wollen. Sondern der mehr als 1000-jährigen Geschichte des Flößerdorfers ein Denkmal setzen wollte. Und es sei gelungen, das Museum in den Jahreskreis der Aktivitäten Lechbrucks einzubinden. Stube, Küche, Tenne seien nicht nur Museumsraum, sondern auch Veranstaltungsraum und Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.

„Es war richtig“, so Hollmann, „das Haus für die Gemeinde als Kulturgut zu installieren.“ So gut, dass die Gemeinde zur Eröffnung des Hauses 2005 von staatlicher Seite beglückwünscht wird und sogar die bayerische Denkmalschutzmedaille erhält. Neben der Geschichte der Flößerei beherbergt das Haus auch die Geschichte der Steinbrüche Lechbrucks.

Mittlerweile ist das Flößermuseum zu einer wahren Fundgrube geworden. Mit den Jahren steigen auch die Besucherzahlen, ebenso die Zahl der Führungen. Allein 2014 kamen 3000 Besucher, oft kommen die Gäste mehrfach und empfehlen es auch weiter, wie Ingrid Kahlert vom Museumsverein weiß.

Neben den Erinnerungen Hollmanns zum Museum gab es diverse Vorträge. So referierte Prof. Karl Filser von der Uni Augsburg über die „Lechflößerei“. Peter Nasemann berichtete über „Der Lech - Wandel einer Flusslandschaft“, Annemarie Fichte erzählte „Lech’gschichten“, Anekdoten über Flößer hatte Prems Bürgermeister Herbert Sieber mitgebracht, und der Autor Hans Schütz las aus seinen Büchern.

os

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