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Flüchtlinge arbeiten im Ort mit

Bernbeuren/Lechbruck/Prem/Steingaden - Neun Bürger aus Nigeria leben derzeit auf dem Auerberg im ehemaligen Kreisjugendheim.

Die Unterbringung der Asylbewerber habe die Gemeinde völlig unvorbereitet getroffen, die Ankündigung aus dem Landratsamt sei sehr kurzfristig gewesen, berichtete Bürgermeister Martin Hinterbrandner im Sozialausschuss. „Zwischenzeitlich läuft es ganz gut, aber es klappt noch nicht alles.“ Auch wenn er grundsätzlich das ehemalige Kreisjugendheim auf dem Auerberg für eine zumutbare Unterkunft halte, habe dieses schon ihre eigenen Spielregeln. Immerhin habe man seitens der Behörde einiges gelockert, so dass die Flüchtlinge beispielsweise nicht mehr bis nach Weilheim fahren müssten, um sich den Versorgungsbetrag abzuholen. Ab jetzt könnten sie dies auch in der Gemeinde erledigen, was eine lange, umständliche und vor allem teure Busfahrt erspart.

„Kleinigkeiten haben sich verbessert“, so Hinterbrandner. So gibt es etwa zwischenzeitlich neue Betten und neue Schränke, allerdings immer noch kein Telefon oder Internet. Und nach wie vor sind die Asylbewerber auf dem Auerberg vor allem weit ab vom Schuss. Aber immerhin gibt es nun zwei Mal wöchentlich einen Bus ins benachbarte Lechbruck, um sich dort mit dem Nötigsten zu versorgen. Mit Ausnahmegenehmigung für die Flüchtlinge, da diese normalerweise ihren Bezirk nicht verlassen dürfen.

Hinterbrandner berichtete im Sozialausschuss auch von den ersten Schritten der Neuankömmlinge im Dorf. Das Landratsamt habe die Genehmigung für sogenannte Ein-Euro-Jobs recht zügig erteilt. Die Nigerianer können so Seite an Seite mit den Bauhofmitarbeitern oder Vereinsmitgliedern einfache Tätigkeiten verrichten. So hätten sie unter anderem voller Eifer dabei geholfen, den Spielplatz wieder herzurichten. Auch beim Mähen am Kindergarten oder bei der Blumenpflege hätten sie mit Hand angelegt. Und beim Kreativmarkt, der nun ansteht, sollen die jungen Männer ebenfalls mit eingebunden werden.

„Sie arbeiten nicht täglich, aber es geht ganz gut“, so Hinterbrandner. Und dies auch, was die Verständigung betreffe: „Sie sprechen radebrechend Englisch, aber unsere Bauhofmitarbeiter auch“, berichtete der Rathauschef schmunzelnd.

Hinterbrandner sieht es als „glücklichen Umstand“, dass die Flüchtlinge nun mitten im Dorf dabei sind: „Das baut Distanzen und Vorbehalte ab.“ In der Sitzung betonte er jedoch, dass niemand arbeiten müsse: „Ich finde, es muss freiwillig sein, insbesondere, wenn man sich den geradezu fürstlichen Lohn ansieht.“ Dies wurde auch im Gremium so gesehen, und auf einen Fernsehbeitrag verwiesen, in dem von „Ausbeute der Asylanten“ die Rede gewesen sei.

Die Hilfe für die Neuankömmlinge am Auerberg wird derzeit in Bernbeuren nur auf privater Basis organisiert, da sich der Asylbewerber Unterstützerkreis im November offiziell aufgelöst hatte. Dies unter anderem deshalb, weil die Defizite, die der Auerberg als Unterkunft aufweist, nicht behoben werden konnten. Bisher waren in den Jahren 2013 und 2014 zwei Gruppen Syrer im Kreisjugendheim einquartiert.

Elke Robert

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