So einen Eisstock könnten die Interessenten zum Beispiel am Samstag anfertigen.

Vom Flugzeug bis zum Hundeklo

Peiting - Seit 40 Jahren gehört er schon zur Hoerbiger-Familie in Peiting: Der jetzige Ausbildungsleiter Fritz Haslacher (56) aus Hohenfurch.

Am Samstag, 30. Juni, feiert das Ausbildungszentrum in Peiting zehnjähriges Jubiläum. Ein perfekter Anlass, um Jugendlichen die Maschinen zu zeigen und sie über die verschiedenen Lehren zu informieren - Hat sich seit ihrem Berufseinstieg viel verändert?

Nun ja, ich habe schließlich selbst 1970 eine Lehre bei Hoerbiger zum Werkzeugmacher absolviert. Darum kann ich schon sagen: Es hat sich verdammt viel verändert. Zu meiner Zeit war das alles noch Handarbeit. Jetzt gibt es ganz viel Technologie. So wie wir früher gearbeitet haben, das wäre heutzutage nicht mehr möglich, weil alles schneller gehen muss.

- Also war es damals weniger stressig?

Nein, so kann man das nicht sagen. Die Stresssituation war nur anders.

- Und wie schaut‘s mit der Ausbildung aus?

1989, als ich die Ausbildungsleitung übernommen habe, gab es in der Schongauer Firma nur eine Lehrecke. Da konnten wir maximal 10 Azubis beschäftigen. Heuer bilden wir rund 40 aus.

- Wie kamen Sie denn zu ihrem Posten?

Ich hatte mehrere Möglichkeiten, beispielsweise auch, die Fräserei zu übernehmen. Aber mich hat es eher zur Ausbildung gezogen. Denn: Wenn es Neuerungen gab, dann wurden die immer zuerst dort umgesetzt. Außerdem erfüllt es mich, den jungen Menschen etwas beizubringen.

- Können Sie den Werdegang beschreiben?

Es gibt insgesamt vier Meister, die sich um die Jugendlichen kümmern. Im ersten Lehrjahr sind die Azubis komplett bei uns. Zuerst lernen sie an den manuellen Maschinen fräsen oder drehen. Im zweiten Lehrjahr geht‘s in die Unternehmensbereiche, um die Praxis im Betrieb kennenzulernen. Und im dritten kommen sie wieder zurück, um sich zu spezialisieren und sich auf die Prüfung vorzubereiten. Immer 35 Lehrlinge von insgesamt 100 aus vier Lehrgängen sind gemeinsam bei uns beschäftigt. Anders als im Betrieb, wo häufig das Alltagsgeschäft das Lernen stört, haben unsere Azubis im Ausbildungszentrum Zeit und Ruhe, um sich zu 100 Prozent auf die Ausbildungsinhalte zu konzentrieren. Aber auch angehende Studenten sind mit dabei, die ihren Bachelor machen wollen. Sie müssen als Voraussetzung einen technischen Beruf vorweisen.

- Und was genau lernen sie im Zentrum?

An manuellen und später an computergesteuerten Maschinen zu arbeiten. Wenn man selbst Hand anlegt, kann man halt immer noch was ändern. Bei den computergesteuerten Geräten ist das nicht so einfach. Da können bis zu zwölf Arbeitsschritte einprogrammiert werden. Wenn da was schief läuft, hat der Arbeiter ein Problem.

-Was für Teile fertigen die Azubis an und was passiert damit?

Beispielsweise Teile für Flugzeuge oder auch mal Hundeklos. Also eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wir versuchen, so wenig wie möglich für die Tonne zu produzieren, was hergestellt wird, wird für die Firma Hoerbiger oder externe Betriebe produziert. Das motiviert die Lehrlinge natürlich zusätzlich.

- Wie ist es mit dem Interesse an der Metallbranche?

Das ist ein schwieriges Thema. Im Jahr 2002 hatten wir rund 350 Bewerbungen auf dem Tisch liegen. Mittlerweile ist die Zahl auf rund die Hälfte gesunken. Die Metallbranche ist einfach nicht mehr so attraktiv. Dennoch kann ich nur sagen, junge Menschen, die sich hier ausbilden lassen, haben gute Chancen in einem Betrieb in der Gegend unterzukommen.

Fragen: Sabine Krolitzki

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