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Mit Farbe und Pinsel drückt sich Peter Formanek in seinen Bildern aus.

Vom Holzbildhauer zum Kunstmaler

Peter Formanek: Der Herr der Farben und Fantasien

Herzogsägmühle - Tiergestalten wie aus der Welt des genialen Hieronymos Bosch, feengleiche Wesen, ein immer wiederkehrendes Fisch-Motiv in einer Kugel:  Peter Formanek schöpft aus einer schier unermesslichen Traumwelt. Seine Kunst nennt der 54-Jährige Fantasy-Malerei.

Der 54-jährige Peter Formanek, der in kein Klischee passt, hat eine Heimat in Herzogsägmühle gefunden. In Traunstein geboren, dort und in Passau aufgewachsen, erlernte Formanek das Kunsthandwerk der Holzbildhauerei in Bodenmais im Bayerischen Wald. „Ich wurde von einem Altnazi als Lehrmeister beherrscht; aber: vielleicht hat er mir ja das Arbeiten beigebracht“, berichtet der rundliche kleine Mann mit dem dunkelgrauen Haarschopf und dem gleichfarbigen Rauschebart. Sein persönliches Umfeld mag es dem Sohn eines Försters nicht immer leicht gemacht haben, und fügt an: „Zum Glück habe ich Freunde gefunden, die nicht Rauschgift konsumiert haben.“ Damit deutet er an, dass sein Leben durchaus zeitweise auch eine Gratwanderung werden sollte und schließlich einen Tiefpunkt erreichte, aus dem ihm der Umzug in das Diakoniedorf herausgeholfen hat.

Auch Feen und Zauberwesen malt der Künstler.

Irgendwann war ihm die Holzbildhauerei zu begrenzt erschienen, er hatte seine Begabung für das Malen schon als Kind entdeckt und fand darin schließlich seine Erfüllung. Peter Formanek hat keine Kunstschule besucht und berichtet: „Spitzweg war Autodidakt, ich bin das auch. Und ich bin glücklich, meine gesamten Fantasien leben zu können mit meiner Malerei.“

Seine fantastischen Eruptionen haben ihre Interessenten und Liebhaber; ohne über seinen Marktwert zu sprechen, berichtet er davon, dass er Reisen unternehme, wenn er wieder einmal ein Bild verkauft habe. So nimmt es sich denn nicht weiter erstaunlich aus, dass er den Louvre in Paris, das Guggenheim-Museum in New York von innen kennt und beim Gespräch einen aus Sri Lanka mitgebrachten, bodenlangen Überwurf trägt. Seine großformatigen Gemälde waren bisher unter anderem in Traunstein, „Städten drum herum“ und sogar in München in einer Galerie am Lehel zu sehen.

Gegenwärtig arbeitet er überwiegend an der Restaurierung eigener Werke. Irgendwann kann er sich auch wieder den Gedanken an eine eigene Ausstellung und dessen Umsetzung in die Tat vorstellen.

Peter Formanek, der seine Fantasy-Malerei als „Ausdruck meiner Innerlichkeit“ beschreibt, verfügt über vielseitige Begabung. Im Theaterchen O in Traunstein hat er als Schauspieler – dabei auch in Hauptrollen – wiederholt auf der Bühne gestanden. Bei dem Theater handelt es sich nach Schilderungen Formaneks um anspruchsvolles Laienspiel, das unter anderem auch deshalb viel Freude bereitet hat, weil man im Ensemble offenbar keinen Neid kannte. Er erzählt, dass ihm besonders der gelegentlich etwas skurrile englische Humor zusagt. Selbst hat er auch schon geschrieben, den Versuch ernsthaft unternommen, schriftstellerisch tätig zu sein. Inspiration ist ihm von Jugend an der Idealismus des bekannten deutschen Reiseschriftstellers Karl May gewesen. In Österreich ist Peter Formanek als Kursleiter in Holzbildhauerei tätig gewesen.

Nach wechselhaften, schwierigen Jahren findet Peter Formanek jetzt in Herzogsägmühle zu sich selbst und zur notwendigen Ruhe für sein künstlerisches Wirken zurück. Dessen Möglichkeiten erscheinen dem aufmerksamen Betrachter seiner Gemälde noch längst nicht erschöpft. Im Übrigen ist er der lebendige Beweis dafür, das das Diakoniedorf immer wieder zum dauernden oder zeitweisen Lebensmittelpunkt kreativ begabter, nicht alltäglicher Charaktere mit spannenden Biographien wird.

Rüdiger Matt

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