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Auf gutes Gelingen: Der scheidende Kommandeur Mark Emmerich (l.) mit seinem Nachfolger Roland Pietzsch, in der Mitte Oberst Jörg Busch.

Franz-Josef-Strauß-Kaserne

„Höhepunkt meines beruflichen Lebens“

Altenstadt - Der erste Kommandeur des Altenstadter FA/UA-Bataillons 3 ist Geschichte: Oberstleutnant Mark Emmerich hat seinen Posten an Oberstleutnant Roland Pietzsch übergeben. Für Emmerich war die Aufgabe „der Höhepunkt meines beruflichen Lebens“.

Die Organisation stimmt bei der Bundeswehr immer perfekt: Zwei Soldaten richten die beiden schmückenden Gewehr-Pyramiden rechts und links vom Rednerpult her, das schattenspendende Zelt für die Ehrengäste, darunter der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Kühn und Landrätin Andrea Jochner-Weiß, ist vorbereitet, das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen steht parat. Doch Kommandeur Mark Emmerich (45) schaut nachdenklich drein. „Es ist wirklich mein letzter Tag. Abends fahre ich aus dem Tor heraus und komme nie wieder zurück“, sagt er, ein bisschen Wehmut klingt mit. Auch der Appell ist wahrlich nicht sein erster, aber ein besonderer: „Denn oft stehe ich nicht mehr da vorne im Mittelpunkt.“

Oberst Jörg Busch übergibt die Truppenfahne des FA/UA-Bataillons 3 an den neuen Kommandeur Roland Pietzsch (r.).

Kein Wunder, dass er die Zeit in Altenstadt bei seiner Abschiedsrede gleich zwei Mal als „Höhepunkt seines beruflichen Lebens“ bezeichnete. Im Juni 2012 habe er erfahren, dass er in Altenstadt Bataillonskommandant werden soll, und weil anfangs noch alles unklar war, „habe ich hier mehr gelernt als in meiner gesamten übrigen Dienstzeit“. Zum Beispiel, dass man ein Computerkabel nicht einfach in die Steckdose stecken kann, wie er unter dem Schmunzeln der Gäste sagte – darunter auch seiner Frau, „die mir in 500 Kilometer Entfernung den Rücken freigehalten hat“.

Emmerichs Dank galt auch seinen Mitarbeitern, der örtlichen Politik und der Luftlandeschule sowie den Soldaten seines Feldwebelanwärter-/Unteroffiziersanwärter-Bataillons 3. Er sei stolz, was er zusammen mit Ihnen erreicht habe, und forderte die Soldaten auf: „Halten Sie durch, auch wenn Sie mal keinen Bock haben. Und bleiben Sie so, wie Sie sind.“

Oberst Jörg Busch, Ausbildungsleiter der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik, ging anschließend auf die 500-jährige Historie des Feldwebels und seiner Wichtigkeit ein, die immer mehr gewachsen sei. „Diese Ausbildung ist die prägende Zeit für alle Unteroffiziere, und das haben Sie geschaffen, Herr Emmerich“, lobte er den scheidenden Kommandeur. „Es galt viel zu regeln, Sie haben Großes geleistet“, sagte der Oberst und überreichte Emmerich das Ausbildungszeichen Pioniere.

Danach war das Kapitel Altenstadt für ihn beendet. „Hiermit entbinde ich Sie vom Kommando“, sagte Oberst Busch, als er von Emmerich die Truppenfahne überreicht bekommen hatte, und übergab das Kommando offiziell an Roland Pietzsch. Der ließ Emmerich noch mit einem „dreifachen Flakfeuer“ hochleben, danach rauschte Emmerich – als Abschiedsüberraschung – als Passagier im Kettenfahrzeug Wiesel davon.

Oberstleutnant Pietzsch (43) ist gelernter Vermessungsfachmann, kam als Wehrpflichtiger in die Topographietruppe und stieg dann kontinuierlich nach oben. Auslandseinsätze hat er 2006 im Kosovo und 2014 im Südsudan absolviert, zuletzt war er im Stab der Panzerbrigade 12 in Amberg. Nicht nur vom Dienstposten, sondern auch vom Arbeitsweg hat er sich „erfreulich verbessert“, wie er sagte: Denn er wohnt in Olching (Kreis Fürstenfeldbruck), und nach fünf Jahren Pendeln in die Oberpfalz ist der Dienstweg jetzt erheblich kürzer. Die kommenden Aufgaben hat ihm Emmerich noch serviert: Die noch in Füssen stationierte zweite Kompanie des Bataillons wird nächstes Jahr in Altenstadt integriert, außerdem muss die EU-Arbeitszeitrichtlinie umgesetzt werden. „Routine sehe ich noch nicht“, hatte Emmerich gesagt. Die wird es bei der stets im Wandel befindlichen Bundeswehr wohl auch nie geben.

Boris Forstner

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