Fred Bertelmann spielte früher in einer Band in Schongau.

Fred Bertelmann spielte früher in Schongau

Schongau - Der als „lachender Vagabund“ berühmte Schauspieler und Schlagersänger Fred Bertelmann, der jetzt im Alter von 88 Jahren verstorben ist, lebte in der Nachkriegszeit eine ganze Weile mit seiner ersten Ehefrau Ludowicka auch in Schongau.

„Das waren Super-Musiker, die beste Band in der Region“, erinnert sich Edwin Fischer (85). Der ehemalige Bergwirt auf dem Hohen Peißenberg ist der Neffe von Georg Fischer. Und der spielte mit Bertelmann, dem nicht viel weniger berühmten Musikdirektor Joseph Kraus - ist vergangene Woche verstorben - sowie vier weiteren Berufsmusikern in der Band „Die Goldene 7.“

Jazz und Swing war deren Steckenpferd mit Bertelmann als Trompeter und Kraus am Klavier. Diese fetzige Tanz- und Unterhaltungsmusik spielten sie für die amerikanischen Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Gasthof Glocke in Schongaus Altstadt (mittlerweile Restaurant Olympia) besetzt hatten.

„Ich weiß noch von Erzählungen meiner Mutter, dass die Amerikaner im heutigen Biergarten hinter der Stadtmauer ein Tanzpodium aufgestellt haben“, betont Ludwig Geiler, der später den Gasthof seiner Eltern übernommen hatte. Von Fotos oder tieferen Erinnerungen, speziell an Bertelmann und die Band Goldene 7, weiß er nichts.

Auch Fischer findet keine Schwarz-Weiß-Bilder von Bertelmann, Kraus und Co. Dafür kann er sich an einen mitentscheidenden Karriereanstoß für Bertelmann erinnern: „Mein Onkel Georg sagte damals zu Bertelmann, er solle seine Zeit nicht mit dem Trompete-Spielen vergeuden, sondern seine tolle Stimme nutzen und Karriere machen.“

Diesen Worten ließ Bertelmann Taten folgen. Denn seine internationalen Erfolge sprechen für sich. Umso trauriger ist, dass mit ihm und Musikdirektor Joseph Kraus aus Hohenpeißenberg gleich zwei Größen der musikalischen Unterhaltungsbranche innerhalb weniger Tage Abschied genommen haben.

js

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