Das Altenstadter Heizkraftwerk: Nach der ersten Auslegung der geänderten Bebauungs- und Flächennutzungspläne ist die Gemeinde einer Erweiterung des Areals einen wichtigen Schritt weitergekommen. Foto: wk

Weg frei für mehr Energie am Altenstadter Heizkraftwerk

Altenstadt - Altenstadts Gemeinderat will mit der Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans für das Altenstadter Heizkraftwerk die Voraussetzungen für eine weitere Nutzung schaffen.

In den Stellungnahmen zum Bebauungsplan (29 Seiten) und Flächennutzungsplan (13 Seiten) ist exakt festgelegt, was auf dem Areal künftig zulässig ist und was nicht. Danach dürfen auf dem als Industriegebiet ausgewiesenen Gelände Gewerbebetriebe, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe angesiedelt werden, die keine unzumutbaren Geruchsbelästigungen verursachen und der Energiegewinnung dienen. Nicht zulässig sind Tankstellen und Anlagen für kirchliche, soziale, sportliche und gesundheitliche Zwecke.

Insgesamt sind am Bebauungsplan 31 und am Flächennutzungsplan 35 Behörden bzw. Träger öffentlicher Belange beteiligt worden. Sie haben entweder zugestimmt, Bedenken geäußert oder Änderungen verlangt. So kann die Stadt Schongau eine endgültige Aussage zum Bebauungsplan erst treffen, wenn die schallschutztechnische Untersuchung vorliegt und feststeht, ob und welche Beeinträchtigungen für ein künftiges Gewerbegebiet auf der Gemarkung Schongau eintreten. Die Stadt möchte zudem im Bebauungsplan aufgenommen haben, dass Anlagen und Nutzungen, die Bioabfälle und Abfälle der Lebensmittelindustrie verarbeiten, ausgeschlossen werden, um eine weitere Beeinträchtigung des Schutzgutes Luft zu verhindern - da bereits Vorbelastungen durch die Biogasanlage Emter und des Biomasseheizkraftwerks vorhanden seien.

Ähnliche Bedenken hat auch die Gemeinde Burggen in ihrer Stellungnahme geäußert. Nämlich keine Beeinträchtigungen durch Geruchsimmissionen und Lärm für das Gemeindegebiet durch die angesiedelten Betriebe. Die Kommune verweist auf die bereits angesiedelten Betriebe, Futtertrocknung, Biogasanlage Emter, auf die Mülldeponie Erbenschwang und wie Schongau auch auf das Biomasseheizkraftwerk. Zudem müsse der gesamte Lastverkehr für die Gewerbebetriebe über die WM 3 und über die B 472 zum geplanten Gewerbegebiet laufen, weil die Engwieserstraße (WM6) ohnedies auf sechs Tonnen beschränkt sei.

Zu den weiteren Stellungnehmern gehört beispielsweise das Sachgebiet Fachlicher Naturschutz am Landratsamt Weilheim-Schongau bezüglich der Mahd der Ausgleichsflächen. Das Planungsbüro OPLA hat festgelegt, dass diese Fläche als extensive Wiesenfläche hergestellt wird und dazu in den ersten fünf Jahren drei bis fünf Mal jährlich zu mähen ist.

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim verlangt, dass sämtliche Neubauten an die zentrale Wasserversorgung anzuschließen sind und dass ausreichende Betriebsdrücke und die Bereitstellung von Löschwasser im Brandfall über die öffentliche Anlage zu gewährleisten sind. Schließlich gibt der Bayerische Bauernverband zu bedenken, dass es sich bei der vorgesehenen Ausgleichsfläche auf der Gemarkung Schwabniederhofen um eine ebene und somit um eine der besten landwirtschaftlichen Flächen der Region handele. Es sollten daher eher nicht so bedeutende Flächen herangezogen werden. Das Planungsbüro weist darauf hin, dass diese Ausgleichsfläche unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten geeignet sei und eine extensive landwirtschaftliche Nutzung (Wiese, Obst) weiterhin möglich sei.

Stellungsnahmen der Bürger zu den ausgehängten Plänen sind übrigens nicht eingegangen. „Deswegen gehen wir davon aus, dass sie damit ihr Einverständnis signalisieren“, erklärte Bürgermeister Albert Hadersbeck. Geschlossen hat der Gemeinderat den Entwürfen der die beiden Pläne zugestimmt und erneut eine öffentliche Auslegung sowie der erneuten Beteiligung der Behörden zugestimmt.

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