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Auf dem Marktplatz in Steingaden trafen sich alle Teilnehmer, um dann in die verschiedenen Auftritts-Lokalitäten zu ziehen.

Unterhaltsame Freinacht in Steingaden

Einfalls-Ausfall wird zum Glücksfall

Steingaden - 17 Gruppen sind jetzt in Steingaden durch die laue Walpurgisnacht gezogen auf der Suche nach Publikum, das sie unterhalten können.

17 Gruppen sind jetzt in Steingaden durch die laue Walpurgisnacht gezogen auf der Suche nach Publikum, das sie unterhalten können. Fündig wurden Theaterer, Musiker und sogar der King in den Gaststätten und Wirtschaften Steingadens.

Am frühen Abend trafen sich die teilnehmenden Gruppen auf dem Steingadener Marktplatz, um sich dann zu trennen und die jeweiligen Lokalitäten aufzusuchen. Zur Auswahl für ihren Auftritt standen den 17 Gruppen, von der Volksmusik über Rock’n’Roll bis zu schmissiger Blechmusik und den verschiedensten Theatergruppen, zehn Lokalitäten, in Urspring und im Kernbereich Steingadens.

Zu Grabe trugen die jungen Steingadener Theaterer den Einzelhandel am örtlichen Marktplatz.

Wie macht man aus einem Ausfall einen Glücksfall? Mit viel Humor und Augenzwinkern. Wie das geht, zeigten Steingadens Pfarrer Petrus Adrian Lerchenmüller, Sylvia Hindelang und Karl Müller-Hindelang. Das Trio war als Gruppe bei der Freinacht dabei. Doch gleich einer Trauerrede verkündete Pater Petrus-Adrian, kurz PPA, dass man aufgrund eines Einfalls-Ausfalles nicht mitmachen könne. „Es ist uns nichts Gescheites eingefallen“, ergänzte Hindelang. Man müsse sich das mal vorstellen, so PPA weiter, man nehme sich zu dritt vor, dass einem zu dritt etwas einfalle, und dann falle dieser Einfall aus. „Ein Inspirations-Boykott sozusagen!“.

Dabei gäbe es so viele Themen, aber über Politisches wolle man nicht reden, so PPA zu KMH. „Da mach’ ma lieber nix“, war die Konsequenz, nicht dass es wie beim Böhmermann-Streit zum Unfall komme „infolge eines Streitfalls beim Einfalls-Ausfall und der Tonfall als Störfall empfunden und überfallartig einen Wut- oder sogar einen Durchfall hervorgerufen hat, was zum internationalen Ernstfall wurde“.

So politisierte das Trio und konjugierte die Fälle durch, die sich aus dem Ausfall ergaben. Um dem Publikum doch recht wortkarg aber eloquent nahe zu bringen, „dass wir dieses Jahr nix machen“.

Unterwegs im Steingadener Nachtleben war auch der King. Nicht der Kini, der bayerische, sondern der King of Rock’n’Roll – Elvis himself mit Unterstützung. Stefan Fichtl, Moderator und Starkbierredner, gab den wohl legendärsten Sänger mithin und intonierte seine beliebtesten Stücke. Nichts war es da mit „Return to Sender“, wie der Mann mit der goldenen Sonnebrille und der schwarzen Haartolle sang, und auch nicht der Versuch, sich mit „Muss i denn zum Städtele hinaus“ davonzustehlen. Der King fand sein Publikum, frenetisch begrüßt wie verabschiedet, egal wo er hinkam.

Der King: Stefan Fichtl begeisterte die Zuhörer als stil- und textsicherer Elvis Presley.

Ohnehin fanden alle Gruppen ihr Publikum, egal ob nun die Wildsteiger Stubenmusik, die Lechbrucker BressBäänd, die Steingadener Theaterjugend oder alle anderen teilnehmenden Gruppen.

Apropos Theaterjugend: Die betrauerte in ihrem Einakter den aussterbenden Einzelhandel an Steingadens Marktplatz – Bestattungsinstitut inklusive. „Die Zeit steht still, der Strom ist aus, die Batterie des Lebens wechselt keiner aus, wir stehen hier mit trock‘ner LIPP, für Uhren und Schmuck warst du der Tipp“, zitierte der Trauerredner mit feierlich-ernster Stimme.

Ein mehr als zufriedenes Publikum hatten die Mitwirkenden angesichts des abwechslungsreichen Programms. Gesammelt wurde übrigens auch für den guten Zweck, rund 3800 Euro gehen an den Steingadener Professor Peter Stingl für sein Projekt der Organisation „Kinderrechte Afrika“ in Togo.

Oliver Sommer

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