Bald vor Schongauer Publikum: Posaunist und Dirgent Ernst Hutter und seine Original Egerländer Musikanten. foto: fkn

Freundschaftsspiel der Egerländer in Schongau

Schongau - Die Böhmische Blasmusik ist populär. Das ist ihr Verdienst. Zumindest zum großen Teil. Das erfolgreichste Blasorchester aller Zeiten kommt jetzt ins Schongauer Land. Beim Bezirksmusikfest in Schongau geben sich Ernst Hutter und die Original Egerländer Musikanten die Ehre.

Sternmarsch, Musikerwettstreit und Festumzug. Am kommenden Wochenende wird Schongau erklingen. Neben ausgezeichneten Laien-Musikern, werden echte Vollprofis die Bühne des Bezirksmusikfestes in Schongau betreten: Ernst Hutter und die Original Egerländer Musikanten spielen am Donnerstag, 27. Juni, ab 20 Uhr im Eisstadion.

„Die Schongauer Gegend ist mir geläufig. Ich weiß, dass es hier großartige Laien-Blaskapellen gibt“, sagt Ernst Hutter, Dirigent der Original Egerländer Musikanten. Das aus dem Mund eines ganz Großen der Blasmusikszene. Das geht doch runter wie Öl. Im Schongauer Land ist die Amateur-Blasmusik traditionell tief verwurzelt, weiß Hutter. Musikschule und Blaskapellen bildeten die Basis für erfolgreiche Blasmusik.

„Das wird ein Freundschaftsspiel“, sagt Hutter über den Auftritt in Schongau. Nicht weil er das Gastspiel nicht ernst nimmt. „Weil uns die Amateur-Szene am Herzen liegt.“ Die Laien-Blaskapellen seien ein wichtiger Partner für Profimusiker. Freunde eben. Deshalb sagen die Egerländer bei Auftritten auf Bezirksmusikfesten gerne zu. Erstens, weil man den Kontakt zu den Kapellen pflegen könne. Zweitens, weil man viel näher am Publikum sei als in einer Konzerthalle.

„Das Schongauer Publikum weiß, wer wir sind. Und was es erwarten kann“, sagt Hutter. In diesem Jahr steht das Programm der Original Egerländer Musikanten unter dem Motto „Liebe zur Musik“. Samt passenden Bildern auf einer Großleinwand und beschwingter Moderation durch Edi Graf werden die 21 Musiker und zwei Sänger aus ihrem Repertoire „die ganz großen Hits der Egerländer“ spielen. „Wir werden unter anderem ‘Egerland - Heimatland‘, ‘Böhmischer Wind‘ und ‘Eva-Marie‘ spielen.“

Für die Schongauer Stadtkapelle gab es keine Alternative. Sie wollte unter allen Umständen Ernst Hutter und die Original Egerländer Musikanten für ihr Bezirksmusikfest buchen. Erste Wahl also. „Schließlich ist es das beste Blasorchester überhaupt“, sagt Vorsitzender Michael Horn. „Für uns ist es das Non-Plus-Ultra, dass die Egerländer zugesagt haben.“

Denn jeder kennt sie. Hinter den Egerländer Musikanten steht eine lange Tradition. Musikerlegende Ernst Mosch hat die Gruppe 1955 gegründet. Nach seinem Tod 1999 wagte sich Tenorhornist Ernst Hutter aus der hintersten Reihe des Orchesters nach vorn und führte die Blosn nach bestem Wissen weiter. „Den Plan, den wir hatten, haben wir erfolgreich umgesetzt“, sagt er. „Wir haben die Tradition bewahrt.“

Trotzdem ist der Auftritt seiner Musikanten heute anders. „Wir haben uns verjüngt.“ Außerdem ist Hutter ein musizierender Dirigent. Posaune, Tenorhorn und Marchingbone sind seine Instrumente, die er passagenweise während des Dirigierens bedient. Außerdem sei man mittlerweile wesentlich dynamischer. Auch die Bühnenshow mit Licht, Sound und Bild sei aufwendiger. Trotz Tradition sei man mit der Zeit gegangen. „Wir sind jetzt ein modern aufgestelltes Blasorchester.“

Sorgenfalten bereitet ihm nur die Spielstätte in Schongau: Das Eisstadion. Mit Hallen dieser Art habe Hutter schon schlechte Erfahrungen gemacht. „Die Akustik ist manchmal sehr knallig.“

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