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Ungewohnter Anblick: Die Hallen des ehemaligen Sanitätsdepots an der Bahnhofstraße sind verschwunden. Noch heuer sollen die Bauarbeiten für das neue Wohnviertel auf dem 1,3 Hektar großen Grundstück beginnen.

Bahnhofstraße in Peiting

Das alte Bundeswehr-Depot ist Geschichte

Jahrzehntelang gehörten die Gebäude des ehemaligen Bundeswehr-Depots zum Ortsbild im Bereich des Peitinger Ostbahnhofs. Doch das ist jetzt vorbei: Abrissbagger haben in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet und die alten Bauten abgetragen. Es sind die Vorarbeiten für das größte Wohnbauvorhaben in der jüngeren Geschichte der Marktgemeinde.

Peiting – Mit lautem Getöse zerkleinert der große Meißelbagger die Schutttrümmer, die sich vor der Baumaschine zu einem kleinen Hügel auftürmen. Es sind die letzten Überbleibsel eines jahrzehntelangen Kapitels in der Peitinger Geschichte,welches in diesen Tagen zu Ende geht. Auf dem 1,3 Hektar großen Areal gegenüber des Bahnhofs Peiting-Ost steht kein Stein mehr auf dem anderen, nur die Spuren im Erdreich lassen erahnen, dass hier bis vor kurzem noch die Hallen des ehemaligen Bundeswehr-Depots in die Höhe ragten.

Mitte der 1960er Jahre hatte die Bundeswehr das Gelände in Beschlag genommen. Zuvor war das Areal jahrelang brach gelegen, nachdem 1947 das dort beheimatete Sägewerk Lederer abgebrannt war. „Wir waren froh, dass die Bundeswehr kam, denn sie bot damals dringend benötigte Arbeitsplätze“, kann sich Altbürgermeister Klement Sesar noch gut an diese Zeit erinnern. 

1997 gab der Bund den Standort auf, vermietete den Komplex an den Markt Peiting, welcher die Hallen als Lager nutzte und an Existenzgründer verpachtete. 2004 erwarb die Gemeinde schließlich – mit Blick auf eine künftige Ortsentwicklung – das komplette Gelände. Doch erst im vergangenen Jahr kam die Konversion des „Filetstücks“ (Sesar) entscheidend voran.

Letzte Arbeiten: Die Reste des Abbruchmaterials werden zerkleinert und für den Abtransport vorbereitet.

Die derzeit erfolgende Räumung des Geländes ist die Vorarbeit für das größte Wohnbauvorhaben der jüngeren Geschichte in der Marktgemeinde. Bis 2019 soll hier ein neues Viertel mit acht Reihenhäusern, 70 Wohnungen und sechs Stadthäusern entstehen. Umgesetzt wird das wegweisende Projekt vom Schongauer Bauunternehmen Haseitl, welches sich mit der Gemeinde auf den Kauf des Grundstücks geeinigt hat (wir berichteten).

Vereinbart haben beide Parteien, dass die Abrissarbeiten Sache der Kommune sind. Damit beauftragt wurde das Starnberger Unternehmen Sauer Bau und Projektentwicklung GmbH. Im Juni rückten die Profis mit ihren schweren Maschinen an, um den alten Hallen den Garaus zu machen. Die leisteten nicht viel Widerstand. Bereits Anfang August fielen die letzten Wände. „Das hat alles reibungslos funktioniert“, lobt Christian Hack vom Marktbauamt.

Besonders erfreulich aus Sicht der Gemeinde: Böse Überraschungen wie beim derzeit laufenden Ausbau der Bahnhofstraße, wo deutlich mehr belastetes Material im Untergrund aufgetaucht war als prognostiziert, sind ausgeblieben. „Die Ergebnisse der Beprobung, die wir letztes Jahr durchgeführt haben, haben sich bestätigt“, so Hack. Heißt: Mehrkosten sind nicht zu erwarten. „Wir liegen im Rahmen der Kostenschätzung von 470.000 Euro für Abriss und Entsorgung.“

Bis Ende September werden auch die letzten verbliebenen Schutthaufen vom ehemaligen Bundeswehrgelände verschwunden sein. Dann kehrt erst einmal Ruhe ein auf der Großbaustelle.

Noch steht das originalgetreue Modell des neuen Wohnquartiers im Konferenzraum der Firma Haseitl. Bald soll es öffentlich in Peiting ausgestellt werden.

Geht es nach Peter Schrehardt, soll die Pause allerdings nicht von allzu langer Dauer sein. „Wir wollen noch heuer mit dem Bauen anfangen“, betont der Haseitl-Geschäftsführer. Die Eingabeplanung sei bereits so gut wie fertig. Auch ein originalgetreues Modell der geplanten Bebauung haben die Architekten schon erstellt. Es soll demnächst in Peiting öffentlich ausgestellt werden, damit sich die Bürger selbst ein Bild von dem neuen Quartier machen können.

Was jedoch noch fehlt, ist ein gültiger Bebauungsplan. Diesen hat die Gemeinde Ende Mai auf den Weg gebracht. „Das Verfahren läuft. Wir streben an, dass wir im Herbst einen Satzungsbeschluss fassen können“, teilt Kämmerer Christian Hollrieder auf Anfrage mit. Damit die nächsten Bagger rollen können.

Christoph Peters

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