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Machte den Zuhörern warm ums Herz: Die Musikkapelle Schwabbruck.

Frühlingskonzert Musikkapelle Schwabbruck

Wohlige Gänsehaut und stolze Geehrte

Schwabbruck - Pünktlich zum Frühlingskonzert der Musikkapelle Schwabbruck kam der Schnee. Während draußen dicke Flocken fielen, versuchte der erste Vorstand Hubert Waibel es drinnen mit Zuversicht: „Man hat zwar heute nicht das Gefühl von Frühling. Aber er wird bestimmt wieder kommen“, sagte der 44-Jährige schmunzelnd.

Rund 150 Gäste waren am Sonntag ins Gasthaus Zum Schäferwirt in Schwabbruck gekommen, um das Konzert der 36 Mann starken Kapelle zu erleben.

Nach der Eröffnung mit dem Marsch „Musikantengold“ von Alois Aust folgte bereits ein Höhepunkt des Abends: „Shirim“ (hebräisch für „Lieder“) des belgischen Komponisten Piet Swerts. Das Stück enthält Motive aus bekannten jüdischen Volksliedern, verarbeitet zu einer äußerst anspruchsvollen Rhapsodie für Blasorchester. „Ganze vier Monate lang hat unser Dirigent dieses Werk mit uns einstudiert“, sagte Klarinettistin Franziska Zwick, die den Abend gemeinsam mit Waibel moderierte. Heraus kam ein ergreifend gespieltes Stück, das bei so manchen Zuhören wohlige Gänsehaut verursacht haben dürfte – besonders während des weltberühmten Themas des Liedes „Donna Donna“.

Gemeinsam mit den Solisten Erwin Kopp (Klarinette), Julia Walter (Piccolo-Flöte) und Annika Breitschädel (Saxofon) meisterten die Musiker die rhythmisch kniffligen Tonfolgen, verströmten melancholische Melodien und ausufernde Freude. Anschließend spielten Karin Simmelbauer auf dem Flügelhorn und Moritz Waldhör auf dem Bariton die „2er-Polka“ von Peter Schad und ließen sich vom Blasorchester begleiten. Nach der Polka „Frisch drauf los“ von Bernd Butscher und dem hervorragend gespielten Stück „Walzerträume“ von Peter Schad gab auch die Schönach-Jugendkapelle drei Werke zum Besten: Die „Garten-Polka“ von Antonin Borovicka, „Dos Muchachos“ von Dick Ravenal und „Hey Jude“ von den Beatles.

In der Jugendkapelle spielen junge Musiker aus den vier Gemeinden Schwabbruck, Schwabsoien, Sachsenried und Altenstadt.

Die Geehrten: (v.l.) Hubert Rössle, Franz Beer, Nina Sporer, Dirigent Holger Zwick, Peter Fischer, Theresa Waldhör, Erwin Kopp, Bernhard Walter, David Waibel, Vorstand Hubert Waibel und der Bezirksvorsitzende vom Allgäu-Schwäbischen Musikbund, Gottfried Groß.

Drei der Schwabbrucker Nachwuchsbläser haben ihr Bronzenes Leistungsabzeichen abgelegt – eine Musikprüfung bestehend aus einem Theorie- sowie einem Praxis-Teil. Dafür wurden sie von Gottfried Groß, Bezirksvorsitzender beim Allgäu-Schwäbischen Musikbund, mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet: Die Klarinettisten David Waibel und Nina Sporer hätten dabei einen guten Erfolg erzielt, Therese Waldhör an der Trompete habe sogar mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen.

Darüber hinaus erhielten der Hornist Peter Fischer, Klarinettist Erwin Kopp und der zweite Dirigent Bernhard Walter (Tenorhorn) eine Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft sowie Hubert Waibel für seinen zehnjährigen Einsatz als erster Vorstand. Zwei weitere Musiker, Franz Beer und Hubert Rössle, wurden nach mehr als 30 sowie 40 Jahren Mitgliedschaft aus der Musikkapelle verabschiedet.

Als krönenden Abschluss des Abends gab’s ein Spider-Murphy-Gang-Medley und zwei üppige Pop-Balladen: „Music“ von John Miles und „The Power Of Love“ von Jennifer Rush (Solo: Miriam Garmeier). Das Publikum applaudierte lang und kräftig und bekam mit dem Fools Garden-Hit „Lemon Tree“, dem „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ und Anton Gällis Fernweh-Polka noch drei Zugaben. Spätestens jetzt waren die Frühlingsgefühle im Saal zurückgekehrt. Draußen allerdings folgte dann die Ernüchterung im Schnee.

Julia Sextl

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