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Stehen nicht nur hinter, sondern auf dem Foto sogar auf der Fuchstalbahn: (v.l.) Tyll-Patrick Albrecht, Erwin Karg, Klaus Breil, Dietmar Winkler und Hans-Günter Schenke. foto: bo

Fuchstalbahn: Für neues Gutachten aufs Tempo drücken

Schongau - Nach der Zusage der Landkreise und des Verkehrsministeriums, für die Fuchstalbahn Schongau-Landsberg ein neues Gutachten zu erstellen, drängt die Zeit. Doch noch ist vieles unklar.

Es gibt schon kuriose Zufälle: Am Mittwoch lud Tyll-Patrick Albrecht, Chef der Initiative Fuchstalbahn, zu einem Informationsgespräch Behördenvertreter und den FDP-Bundestagsabgeordneten Klaus Breil ein - und diskutierte munter unter anderem über die unsicheren Bahnübergänge. Prompt wurden die Befürchtungen gestern bestätigt durch den Unfall, der zum Glück glimpflich ausging. „Man muss bei den Übergängen etwas tun, egal ob auf der Strecke wieder Personenverkehr stattfindet oder nicht“, forderte Albrecht. Obwohl derzeit nur vier bis sechs Güterzügen, die täglich zwischen Schongau und Landsberg fahren, passieren immer wieder schwere Unfälle. „Und die Firma UPM, die ich kürzlich besucht habe, hat klar gesagt, dass die Bahn für sie wichtig ist und sie noch mehr Verkehr auf die Schiene setzen will“, sagte Breil. Die Gefahr könnte also auch ohne Personenverkehr zunehmen.

„Man wird natürlich nicht alle Feldweg-Übergänge schließen können“, ist Albrecht realistisch. Wobei beim Ausbau der B 17 zwölf dieser kleinen Übergänge verschwunden sind, „so schnell konnte man gar nicht schauen“. Es sei schon die Frage, warum das beim Zug immer ein Problem sei.

Großes Problem bei den Bahnübergängen sind die hohen Kosten von bis zu 500 000 Euro. Denn die jeweilige Gemeinde muss sich zu einem Drittel daran beteiligen. Und nicht jede sorgt vor wie die Fuchstaler: „Wir stehen bereit, unseren Anteil zu tragen“, so Bürgermeister Erwin Karg. Er ist von einem besonders problematischen Übergang betroffen, der derzeit sogar per Hand von einem Bahn-Mitarbeiter für jeden einzelnen Zug mit einer rot-weißen Absperrband gesichert wird.

Der Bahnübergang an der Katharinenstraße in Landsberg ist kein Sicherheitsproblem, aber der springende Punkt für viele Landsberger Widerstände gegen einen Personenverkehr. Es gebe ein Verkehrschaos, wenn die Schranke auf dieser zentralen Straße dauernd geschlossen ist, so die Befürchtung der Politiker. Unsinn, sagte dazu Albrecht, und Dietmar Winkler, Verkehrsexperte am Landratsamt Landsberg, pflichtete ihm bei: Da sei man beim alten Gutachten aus 2002 noch von einer Stadtbahn im 15-Minuten-Takt ausgegangen, die längst beerdigt wurde. „Die Schranke würde mit einer nahen Ampel gekoppelt, das wäre kein Problem“, so Winkler. Und Albrecht ergänzte, dass moderne Schranken nur noch 30 Sekunden geschlossen seien. „Wer da als Politiker Riesen-Staus befürchtet, hat keine Ahnung“, sagte Albrecht.

Doch all das ist letztlich Kaffeesatzleserei. Bisher gibt es nur die Absichtserklärung der beiden Landräte Walter Eichner und Friedrich Zeller, je 10 000 Euro für eine Aktualisierung des alten Fuchstalbahn-Gutachtens zur Verfügung zu stellen, auch die Fuchstalbahn selbst will sich beteiligen. In Landsberg tagt kommende Woche die Nahverkehrskommission des Landkreises, die Themen zur Fuchstalbahn werden öffentlich behandelt, so Winkler. Im Landkreis Weilheim-Schongau soll der Beschluss auch möglichst schnell gefasst werden, bekräftigte der Schongauer Dienststellenleiter Hans-Günter Schenke. Einen Termin, wann es auf der Tagesordnung ist, gebe es aber noch nicht. „Notfalls stelle ich den Antrag“, sagte Breil, der auch Kreisrat ist.

Denn der Zeitfaktor spielt keine unerhebliche Rolle. Nach Albrechts Beobachtung wurde aus jedem Regierungsbezirk eine Strecke für eine mögliche Reaktivierung ausgewählt. Doch im Gegensatz zur Fuchstalbahn gibt es überall aktuelle Gutachten. Und auch die politische Situation ist unklar (siehe Kasten). Im Gegensatz zu anderen Reaktivierungs-Projekten ist der Fuchstalbahn deshalb auch noch kein Probebetrieb versprochen worden.

Wobei sich alle Fachleute fragen, wie so ein zweijähriger Versuchsballon aussehen kann. Um beispielsweise Fahrgäste anzulocken und die Strecke attraktiv zu machen, müsste vorher in Signaltechnik und Bahnübergänge investiert werden. Wer soll das bezahlen? Um solche Fragen zu klären, will Albrecht die Probebetrieb-Kandidaten im November zu einer Konferenz nach Schongau einladen.

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