Am Prälatenweg in Bernbeuren sind die enormen Wasserverluste aufgetreten. Der Schaden ist jetzt behoben. Foto: zil

Fünf Millionen Liter Wasser in Bernbeuren verschwunden

Bernbeuren - Extrem hohe Wasserverluste haben der Gemeinde Bernbeuren in den vergangenen Wochen zu schaffen gemacht. Rund 250 Kubikmeter des kostbaren Guts gingen täglich verloren. Erst durch eine Spezialfirma konnte jetzt das Leck in der Leitung gefunden und abgedichtet werden.

„Wir wissen immer noch nicht, wohin das ganze Wasser geflossen ist“, wundert sich Nikolaus Kimmerle. Seit 29 Jahren ist er Wasserwart in Bernbeuren. Undichte Leitungen hat es in dieser Zeit immer wieder mal gegegeben, aber so gigantische Wasserverluste wie jetzt seien nicht normal. 250 Kubikmeter Wasser - das entspricht der Menge, um ein zehn auf zehn Meter großes und 2,5 Meter tiefes Schwimmbecken zu füllen. sind in Bernbeuren täglich verschwunden.

Das Kuriose: „Es ist nirgends ein Tropfen rausgekommen“, berichtet Wasserwart Kimmerle. Deshalb sei es so schwer gewesen, das Leck zu orten. Zuerst hat es die Gemeinde selber versucht, aber da war nichts zu machen. Schließlich hat Bürgermeister Heimo Schmid die Reißleine gezogen und in einer dringenden Anordnung eine Spezialfirma aus Altusried mit der Lecksuche beauftragt. Und die ist nach zwei Tagen fündig geworden - aufgrund von Geräuschen, die auf einem Grundstück am Prälatenweg geortet wurden.

„Dort ist anscheinend bei einem Kupplungsstück zu einer Hausanschlussleitung das Leck aufgetreten“, teilte Nikolaus Kimmerle auf Anfrage mit. Noch am vergangenen Mittwoch ist auf dem Grundstück die Wasserleitung freigelegt und der Schaden behoben worden. Der Wasserwart hofft jetzt, dass sich die Wasserverluste künftig auf einen erträglichen Bereich (10 bis 20 Kubikmeter pro Tag) reduzieren. Die Kosten für die Lecksuche haben knapp 3000 Euro betragen.

Apropos Wasser: Dieses Thema kam auch bei der jüngsten Gemeinderatsitzung zur Sprache. Um bei den Wasser- und Abwassergebühren realistisch kalkulieren zu können, braucht die Gemeinde Bernbeuren eine Bewertung des Anlagevermögens, also des Leitungs- und Kanalnetzes. „Uns fehlt da der technische Sachverstand“, gab Kämmerer Florian Budschied zu verstehen. Und zur Erläuterung fügte er hinzu: die Wassergebühr könne nur dann richtig kalkuliert werden, wenn man weiß, was die Leitung wert ist. Von diesem Betrag würden dann die Zuschüsse abgezogen - und die Gebühr könne somit festgelegt werden.

Laut Budschied muss dieser Anlagevermögensnachweis seit 2002 geführt werden. Diesbezüglich ist man in Bernbeuren noch im Rückstand. „Alles, was mehr als 500 Euro wert ist, muss im Anlagevermögen nachgewiesen werden“, stellte der Kämmerer klar. Da komme man nicht drumrum. „Man kann versuchen, es auszusitzen, aber das wird nicht gelingen“, gab Budschied den Gemeinderäten zu verstehen. Ihnen blieb somit nichts anderes übrig, als eine Firma aus Halblech zu beauftragen, die Kanalschächte zu befahren und zu bewerten, ebenso die Wasserleitungen. Dafür fallen Kosten von rund 8800 Euro an. Noch einmal Budschied: „Wir brauchen diese Daten, um rechtssicher kalkulieren zu können.“

Die Gemeinderäte stimmten der Maßnahme zwar einstimmig zu, aber nachvollziehbar war es für einige Räte nicht.

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