Funk-Problem beim Wasser in Schwabsoien und Sachsenried

Schwabsoien - Das Trinkwasser in Sachsenried kommt aus Schwabsoien, Nachschub wird per Funk geregelt. Aber mit der Wasserversorgung gibt es Probleme, weil eine Funkverbindung nicht funktioniert.

Ihr Trinkwasser bekommen die Sachsenrieder aus dem örtlichen Hochbehälter. Dieser funkt in regelmäßigem Abstand zum Brunnen in Schwabsoien den Wasserstand, damit rechtzeitig nachgepumpt werden kann. Genauso funktioniert der Kontakt zur Kläranlage.

So weit, so gut. Dumm nur, wenn die Funkverbindung nicht funktioniert. Denn das ist seit einiger Zeit immer wieder der Fall, wie Rathauschef Konrad Sepp jetzt im Gemeinderat erklärte. „Die Antenne vom Hochbehälter und die vom Brunnen finden nicht zueinander. Es gibt kein Datenaustausch.“ Diese Funk-Übertragung sei auch für den gemeindlichen Wasserwart wichtig, der sich am Computer in die Datenverbindung einklinken, Daten ablesen und gegebenenfalls nachsteuern kann. Nun müsse der Wasserwart fast täglich den Wasserstand im Hochbehälter kontrollieren.

Auch der beauftragte Ingenieur Edgar Mahler hatte für die Gemeinderäte keine Erklärung für die Funkprobleme parat: Spekulativ sei, ob die Sendeleistung nicht ausreiche oder ein in Sachsenried stehendes Haus den direkten Funkkontakt behindere. Dagegen spreche allerdings, dass auch die Verbindung zur Kläranlage immer wieder gestört sei.

Nach Aussage des Ingenieurs wäre eine Erhöhung der Sendeleistung eine Möglichkeit, aber die müsse man sich bei der Aufsichtsbehörde genehmigen lassen. Außerdem: „Ich habe es mal kurz ausprobiert, aber es hat nichts gebracht.“ Auch eine Überprüfung der Gerätschaften hatte keinen Erfolg, und eine Beeinflussung von außen könne auch ausgeschlossen werden.

Eine Möglichkeit, die missliche Situation zu beheben, wäre laut Mahler „über ein Relais zu funken: Dazu müssen wir eine Relaisstation aufbauen auf einem möglichst hohen Gebäude, von dem aus das Relais den Hochbehälter sehen kann und dementsprechend die Antennen drehen.“ Laut Bürgermeister kämen dafür die Schule oder das Gemeindehaus in Schwabsoien in Frage, noch besser wäre der Kirchturm. Ein Vorteil dieser Lösung, so Sepp: „Wir hätten dann keine laufenden und keine Folgekosten mehr.“

Für den Fall, dass eine Reparatur der Funkverbindung nicht funktionieren würde, hat sich der Bauausschuss bereits um Alternativen umgeschaut. Eine wäre eine reine Wasserstands-Meldung über eine SMS-Kurzmitteilung aufs Handy. „Dabei verlieren wir aber alle anderen für den Wasserwart wichtigen Daten“, warnte Sepp.

Eine andere Möglichkeit wäre der Datenaustausch zwischen Hochbehälter, Brunnen und Kläranlage auf GPRS-Basis. Diese würde, so Sepp, Folgekosten für neue Geräte und extra Verbindungstarife in Höhe von rund 60 Euro pro Monat mit sich bringen. Bei einer ähnlichen Variante eines anderen Anbieters müsste die Gemeinde einen neuen Computer anschaffen.

Bevor man aber Neuanschaffungen beschließen wollte, stimmte der Gemeinderat dafür, mit Ersatzantennen alle Sende- und Empfängeranlagen an allen drei Gebäuden zu überprüfen, die Funkstrecke neu auszuleuchten und parallel einen Standort für die Relaisstation zu suchen.

Und das Ergebnis: Ingenieur Mahler hat nach Sepps Worten keinen Standort für ein Relais gefunden. „Er sagt, die Funkanlage sei nicht mehr zeitgemäß und könne so nicht mehr betrieben werden.“ Sepp hat sich aber schon um eine Alternative gekümmert.

Manfred Schmid brachte die Diskussion aber in eine andere Richtung: Beruflich auch in Funktechnik bewandert, hat er sich die gesamte Anlage auch einmal angeschaut und sie ausprobiert. Sein Fazit: „Die Geräte können zum Teil miteinander.“ Er hat sich zudem mit einer Fachfirma in Verbindung gesetzt. Und die hält das Schwabsoier Funk-Problem für untypisch. Aber: „Unser System ist auf eine Distanz von maximal 50 Kilometern ausgelegt, und wir sprechen hier von einer Entfernung von 2,6 bzw. 2,8 Kilometern.“

Bevor man mehrere tausend Euro ausgebe, solle man lieber eine Spezial- oder die Herstellerfirma beauftragen, die gesamte Anlage nochmals zu überprüfen, schlug Manfred Schmid daher vor. Diesem Vorschlag schloss sich der Schwabsoier Gemeinderat dann einstimmig an.

jos

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