So schaut es bald am Marienplatz aus: Hellbeige die Fußgängerzone, etwas dunkler der verkehrsberuhigte Bereich, der noch befahren werden darf.

Probebetrieb startet

Fußgängerzone: Ab Montag fährt sich’s anders

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Schongau - Durchfahrt verboten! Ab Montagmorgen startet die Schongauer Fußgängerzone in den Probebetrieb. Angeber-Runden um den Marienbrunnen sind dann Geschichte. Auch, wenn die Deutsche Nationalmannschaft ein EM-Spiel gewonnen hat?

Wenn die Deutsche Fußballnationalmannschaft am Sonntagabend erstmals bei der EM in Frankreich antritt, haben die hiesigen Fans letztmals die Chance, den von allen Seiten erwarteten Sieg mittels Autokorso auf Schongaus Marienplatz zu feiern. Ab Montagmorgen schon gilt dort das strenge Gebot der Fußgängerzone. „Wir starten in den Probebetrieb“, sagt Schongaus Tiefbau-Chef Martin Blockhaus. Für alle Auto-, Motorrad- und Rollerfahrer heißt es dann: Durchfahrt Verboten!

Jeder muss sich an Beschilderung halten

„Eine neue Beschilderung weist eindeutig darauf hin“, sagt Blockhaus. Dass der ein oder andere Pkw-Fahrer aus Gewohnheit trotzdem durchfährt, ist nicht auszuschließen. Erwischen lassen sollte man sich dabei aber nicht. Auch nicht am Dienstagabend, nach dem hoffentlich zweiten EM-Sieg für Jogis Elf gegen die Polen? „Es hat sich jeder an die Straßenverkehrsordnung zu halten, wir werden wegen der EM auch keine Ausnahme machen“, sagt Blockhaus, der sich allerdings auch die realistische Frage stellt: Lässt sich eine feierwütige Fan-Masse tatsächlich vom neuen Schilderwald aufhalten? „Wir werden uns jedenfalls nicht hinstellen und kontrollieren, das ist Sache der Polizei.“

Geht es nach Udo Mewes, Verkehrsbeauftrager der Polizei Schongau, gibt es diesbezüglich gar keine zwei Meinungen. „An die Beschilderung hat sich ganz klar jeder zu halten.“ Auch nach erfolgreichen EM-Spielen der Nationalelf. Wenn nicht, droht eine ordentliche Strafe. Laut Bußgelkatalog 70 Euro plus einen Punkt in Flensburg – nicht unerheblich.

Fakt ist jedenfalls, dass es bei der Beschilderung allein bleiben wird. „Es wird keine Poller oder Absperrpfosten geben“, sagt Blockhaus. Auch verschiebbare Blumentöpfe kommen als Hindernis nicht in Frage. „Die Straße muss für Rettungskräfte, Lieferverkehr und Müllabfuhr frei zugänglich bleiben.“ Außerdem gebe es immer wieder mal Ausnahmegenehmigungen, ob Hochzeit oder Festzug, die es erlauben, mit Fahrzeug die eigentlich autofreie Zone doch zu passieren. Grundsätzlich aber sind die Poser-Runden um den Marienbrunnen ab Montagmorgen definitiv Geschichte.

Wobei: Einen Hauch von Marienplatz dürfen die Verkehrsteinehmer auch in Zukunft mitnehmen. Der Kopfsteinpflaster-Bereich vor dem Hotel Alte Post ist nach wie vor für Auto und Motorrad frei zugänglich – von der Münz- und Weinstraße kommend in die Löwenstraße.

Die offizielle Eröffnung

der neuen Fußgängerzone findet am kommenden Samstag, 18. Juni, mit großem Festprogramm statt.

Der Marienplatz kann nur noch aus Münz- und Weinstraße direkt angefahren werden. Aus dem verkehrsberuhigten nördlichen Bereich des Marienplatzes erfolgt die Abfahrt über die Kanzlei- und Löwenstraße. Aus der Kanzleistraße wird dann in die Karmeliterstraße nach Norden abgeleitet, aus der Löwenstraße in die Christophstraße Richtung Süden. Sowohl Karmeliter- als auch Christophstraße sind hier Einbahnstraßen.

Die Stadt Schongau bittet um ein ordnungsgemäßes Parken ausschließlich auf den dafür ausgewiesenen Flächen, um Schäden und Behinderungen zu vermeiden. Vor dem Hotel Alte Post bleiben in der Mitte des Marienplatzes – zunächst ohne weitere Änderung der Parkregeln – sechs Parkplätze bestehen. Im verkehrsberuhigten Bereich östlich des Ballenhauses gibt es außer einem Behindertenparkplatz keine weiteren Stellflächen für Kraftfahrzeuge.

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