Fussweg an der B17 in Hohenfurch

Noch Bedenkzeit für Gemeinderäte

Hohenfurch - Die Planungen für einen Fußweg entlang der B17, der eine optimale Verbindung zu den Sportanlagen gewährleisten soll, geht in Hohenfurch in die nächste Runde. Vor den Gemeinderäten stellte Ingenieur Bertram Mooser jetzt eine dritte Variante vor.

Ein höhengleich an der B17 verlaufender Weg, der sich kurz vor dem Sportgelände absenkt, war als erste Variante vorgestellt worden, der relativ früh unmittelbar von der Bundesstraße weg verlaufende Weg als Variante II(wir berichteten). Nun stellte der Kaufbeurer Ingenieur die dritte Variante vor. Auch sie beginnt an der Kreuzung Hauptplatz/B17. Die ersten zirka 25 Meter soll der Weg eine Breite von 1,75 Metern aufweisen, danach ist dann auf einem weiteren Stück von 70 bis 80 Metern eine Verbreiterung auf 2,5 bis 2,9 Meter geplant, bevor er sich auf den restlichen 20 Metern nochmal auf 1,75 Meter verengt. Die Bordsteinhöhe soll zwölf Zentimeter (Normalmaß laut Bauordnung) betragen, Mooser will aber noch prüfen, ob auch etwas mehr genehmigungsfähig ist. Die Kosten hierfür betragen 139 000 Euro, was einen Eigenanteil für Hohenfurch bei 50-prozentiger Bezuschussung von 70 000 Euro gleichkäme.

Förderzusage bis Frühjahr 2017

Bürgermeister Guntram Vogelsgesang meinte zur Förderung, dass ein entsprechender Antrag bis spätestens 1. September 2016 eingereicht sein müsse. Mit einer Förderzusage sei dann bis Frühjahr 2017 zu rechnen. Die Polizei begrüßt laut Rathauschef die dritte Planung, weil sie sicherer sei als der Ist-Zustand. Zudem solle man den Weg so breit wie möglich anlegen. Auch stützen Polizei und Verkehrsbehörde die These Moosers, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung erzielt werde, weil die Autofahrer die Fahrbahn infolge des Wegs enger wahrnehmen würden und deshalb ihr Tempo drosseln würden. Vogelsgesang: „Damit haben wir dann auch eine psychologische Wirkung und einen Sogeffekt.“

Radler müssen langsam fahren

Vogelsgesang empfahl auch, auf dem Weg ein Schild „Radfahrer frei“ zu installieren, wobei sichergestellt werde, dass Radfahrer sehr langsam fahren müssten und im Fall eines Unfalls primär gefordert seien. Außerdem könnte auf einem Teilstück ein Geländer angebracht werden, das für zusätzliche Sicherung sorgen soll. Letzteres würde nochmal etwa 35 000 Euro kosten. Ob die allerdings auch förderfähig sind, muss Ingenieur Mooser erst noch im Detail prüfen.

Josef Epple (Freie Wähler) gefällt diese Variante. Und er sprach sich auch für das Geländer aus, meinte zudem, „dass wir das auch in Eigenregie erstellen können, falls keine Zuschusszusage erfolgt“. Manfred Gornik meinte, „dass der Plan zwar besser ausschaut als die ersten, doch ist der Weg nicht überall gleich breit“. Dies könne auch für Verunsicherung sorgen. Zudem sprach er sich als Vorsichtsmaßnahme für einen höheren Bordstein aus. Darauf Epple: „Den letzten Unfall auf der B17 hatten wir 1996. Deshalb solle man die Kirche im Dorf lassen.

Breite voll ausnutzen - auch für Rollifahrer

Viel abgewinnen kann Sieglinde Schuster der Variante III, „die ich ganz gut finde“. Sie riet, jetzt die Chance zu ergreifen und zu bauen. Auch Rita Weckbecker glaubt, „dass die Lkw jetzt vorsichtiger fahren werden angesichts des Bordsteins“. Sie empfahl, das zur Verfügung stehende Areal in der Breite voll auszunutzen, „damit auch Rollifahrer durchkommen“.

Markus Rieger sprach sich für ein Geländer aus, „weil wir ja keine Leitplanke installieren dürfen“. Unterdessen hat Martin Knopp nach wie vor große Bedenken. „Das ist nach wie vor keine hundertprozentige Lösung und sicherheitstechnisch fragwürdig“, winkte er ab. Und auch Martin Baab meinte, „dass einen Ingenieur eine solche Lösung nicht glücklich machen kann, weil es nach wie vor ein Restrisiko gibt und das Geländer nur auf einem Teilstück realisierbar ist“. An Bertram Mooser gerichtet, sagte er: „Sie könnten sicher einen besseren Weg machen, wenn wir die dazu erforderlichen Gründstücke bekommen könnten“. Die allerdings stehen nicht zur Debatte, der Besitzer will nicht verkaufen.

In der Januar-Sitzung soll abgestimmt werden

Probleme mit der Variante III hat auch Peter Schratt. Er plädiert dafür, die Kinder am Ort anzuhalten, die Unterführung zu nutzen und ergänzte noch, „dass wir auf der gegenüberliegenden Seite bereits einen ausgebauten Weg haben“.

Gemeindechef Guntram Vogelsgesang ließ aber trotz langer Debatte noch nicht abstimmen. Zuvor sollen alle Fraktionen nochmal die Möglichkeit haben, sich beraten zu können, bevor in der Januar-Sitzung abgestimmt werden soll.

Stephan Penning

Rubriklistenbild: © dpa

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