Gaplast-Neubau in Peiting offiziell eingeweiht

Peiting - Mit einem großen Fest ist jetzt der Neubau des Gaplast-Firmensitzes in Schongau eingeweiht worden.

„Peiting freut sich“, sagte gestern Peitings Bürgermeister Michael Asam bei der offiziellen Einweihung des neuen Gaplast-Firmensitzes. Für rund zehn Millionen Euro ist in Rekordbauzeit von elf Monaten ein moderner Fertigungs- und Bürokomplex entstanden, in dem Aufenthaltsqualität groß geschrieben wird.

Die Freude war allen Beteiligten anzusehen: Den Gaplast-Mitarbeitern um den Firmeninhaber Roland Kneer und seiner Familie, den Geschäftspartnern, Lieferanten, alten Weggefährten sowie den Mitgliedern des Peitinger Gemeinderates. Insgesamt rund 250 Personen waren in das Festzelt vor dem neuen repräsentativen Gebäude an der August-Moralt-Straße gekommen, um die Verlagerung des Firmensitzes von Altenau nach Peiting zu feiern.

Wie Kneer erläuterte, habe es bereits im Jahr 2005 erste Gespräche zwischen ihm und Bürgermeister Michael Asam gegeben, in denen über den Gaplast-Umzug sowie die weiteren Firmen-Zukunftspläne für die nächste Generation gesprochen wurde. „In der Folge war es für beide Partner spannend, ob wir kommen oder nicht“, erinnerte Kneer an das lange Warten. „Aber jetzt sind wird da, und darüber freuen wir uns.“

Der Firmenchef bedankte sich bei allen Beteiligten, dass es es letztendlich zur Realisierung der Umzugspläne gekommen ist. „Wenn nicht bei allen jede Menge ,good will’ vorhanden gewesen wäre, wären wir heute nicht hier.“

Lobende Worte fand Kneer für den federführenden Architekten Ivo Kux: „Nach einem zweieinhalbtägigen Workshop hat er uns in nur fünf Wochen einen Plan vorgelegt, dessen Realisierung wir heute ohne Änderungen feiern können. Und das in einem Kostenrahmen, der nicht vergleichbar ist mit der Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen.“

Peitings Bürgermeister Michael Asam erinnerte daran, dass man Gaplast zunächst ein anderes Grundstück als das im Süden der Gemeinde angeboten habe. „Aber das hatte nur 19 000 Quadratmeter, aber da das Unternehmen in naher Zukunft ja erweitern wolle, war dies zu klein. Heute hat die Firma hier schon 17 000 Quadratmeter verbaut - und hat eine Option auf weitere 13 000 Quadratmeter“, so Asam.

Wie Kneer betonte auch der Rathauschef Werte wie Zuverlässigkeit und Vertrauen, die in der Partnerschaft zwischen Kneer und der Gemeinde eine Rolle gespielt haben. „Herr Kneer ist ein Unternehmer und Mensch, der Werte noch schätzt, wo der Handschlag noch zählt. Und diese Werte haben wir uns in der Zusammenarbeit gegenseitig zum Ausdruck gebracht.“ Und deswegen habe Asam in dem langen Warten auf den Gaplast-Umzug - allen Unkenrufen zum Trotz - Kneer vertraut, „und das hat sich ausgezahlt, wie wir heute sehen“.

Die Erklärung, warum Peiting so lange auf die Altenauer Firma warten musste, erklärte Kneer ganz einfach: In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten wäre es für ihn nicht zu verantworten gewesen, eine solche Investition und Aktion zu wagen, wenn auf der anderen Seite die Arbeitsplätze von Mitarbeitern gefährdet wären. So habe das Unternehmen die Wirtschaftskrise überwunden, keinen Mitarbeiter entlassen und keinen Tag Kurzarbeit fahren müssen - und erst dann den Umzug in Angriff genommen.

Landrat Friedrich Zeller dankte Kneer und der Firma Gaplast für die „sehr gute Standortentscheidung“, die für den Landkreis von großem Wert sei. „Wir sind ein Industriestandort und wollen diesen auch noch ausbauen“, und dazu passe die Firma mit ihren High-Tech-Produkten sowie der „super-modernen Architektur“ bestens.

Nach den Worten des „geistigen Vaters des Gebäudes“, nämlich des Architekten Ivo Kux, habe sich Firmenchef Kneer mit seiner Gebäude-Vision als „hochgradig innovativ“ erwiesen. „Sie haben gesagt, was Sie wollen, und ich habe Sie verstanden.“ Kux bezeichnete den Gebäudekomplex als „Maschinenhintergrund für die Spritzgussproduktion“, bei dem aber auch auf ausreichend Platz und Aufenthaltsqualität für die arbeitenden Menschen geachtet wurde.

„Da klar war, dass wir für die Zukunft bauen, stand Energieeffizienz ganz oben auf unserer Liste“, so der Architekt weiter. So wurde mit der Baufirma Peneder durch die Messung von Energieflüssen ein ausgeklügeltes Heiz- und Lüftungssystem entwickelt. Dieses ermöglicht, die Heizkosten um 80 und die Kühlkosten um 60 Prozent zu reduzieren. „Durch Tageslichtnutzung und außenhelligkeits-geregelter Beleuchtung werden in der Produktion zudem 40 Prozent Beleuchtungsenergie gespart“, so Kux.

Heute Tag der offenen Tür: Von 10 bis 16 Uhr können am heutigen Samstag, 30. Juini, das Gaplast-Gebäude und die Fertigungsstraßen besichtig werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Leser sorgt sich um Kühe - Dürfen sie auch im Winter auf die Weide?
Ist es Tierquälerei, wenn Kühe den Winter auf der Weide verbringen? Leser haben sich über diese Haltung beschwert, doch die Amtstierärztin warnt vor einem pauschalen …
Leser sorgt sich um Kühe - Dürfen sie auch im Winter auf die Weide?
Berg-Unglück in Tirol: Frau (29) verliert Partner - für ihn teilt sie bewegendes Video
Für Maria Z. ist nichts mehr, wie es war, seit ihr Partner Christian (25) bei einem Bergunglück in Tirol starb. Für ihn machte sie ein emotionales Video.
Berg-Unglück in Tirol: Frau (29) verliert Partner - für ihn teilt sie bewegendes Video
Eine junge Kapelle kommt in die Jahre
Es sei eine junge Truppe, so Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann, mit Blick auf die Musikkapelle Sachsenried. Demgegenüber steht aber das Jubiläum, das der …
Eine junge Kapelle kommt in die Jahre
ÖDP will in Peiting bei den Kommunalwahlen antreten - es gibt noch eine Hürde
Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ist im Landkreis auf dem Vormarsch. Der neu gegründete ÖDP-Ortsverein in Peiting ist der dritte im Landkreis. Jetzt heißt es, …
ÖDP will in Peiting bei den Kommunalwahlen antreten - es gibt noch eine Hürde

Kommentare