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Eine Anzeige wegen Körperverletzung kommt in jedem Fall vor Gericht.

Aus dem Amtsgericht Weilheim

Geldauflage für Steinewerfer

Schongau - Die Idee einiger Jugendlicher, sich aus Spaß mit Kieselsteinen zu bewerfen, erwies sich als fatal. Eine junger Mann musste sich deshalb nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten.

Die Gaudi begann im September dieses Jahres am Skaterplatz in Schongau. Eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen warf gezielt mit Kieselsteinen um sich. Mit ein Grund war, den Mädchen zu imponieren. Einem zufällig vorbeikommenden Schüler aus Peiting passte das Gehabe gar nicht. Er wollte mit einem Freund zum Fußballplatz und fand das „Spiel“ der anderen Jugendlichen nicht sehr lustig. „Ich habe sie aufgefordert, mit dem Werfen aufzuhören“, sagte der 15-Jährige vor Gericht. Der 18-jährige angeklagte Schongauer machte aber genau das Gegenteil. Gezielt warf er eine Handvoll Kieselsteine aus kurzer Entfernung in das Gesicht des Schülers. Die Folge: ein abgebrochener Schneidezahn.

Der 18-Jährige zeigte sich noch am Ort des Geschehens reumütig. Er entschuldigte sich sofort und gab seinen Namen und die Handynummer an. Er zahlte dann später die Zahnarztkosten und ein Schmerzensgeld in Höhe von 300 Euro. Die Eltern des geschädigten Schülers wollten daraufhin die Anklage zurückziehen. Jugendrichter Michael Eberle erklärte, warum dies nicht möglich sei: „Bei einer Körperverletzung liegt ein sogenanntes öffentliches Interesse vor“, sagte er. Daher verfolge die Staatsanwaltschaft diese Delikte in jedem Fall.

Der Staatsanwalt bewertete die Tat aber nicht als vorsätzlich. Es sei eher eine spontane und unbedachte Handlung gewesen, so die Auffassung des Staatsanwalts vor dem Weilheimer Amtsgericht. Er plädierte daher auf fahrlässige Körperverletzung.

So sah das auch der Richter. „Sie haben sicherlich daraus gelernt“, belehrte er den jungen Mann. Er verhängte für den 18-Jährigen eine Geldauflage in Höhe von 200 Euro zugunsten des gemeinnützigen Vereins „Tropfen“, zahlbar in zwei Monatsraten.

Regina Wahl-Geiger

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