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Wo Gras drüber wächst: Die (noch) grüne Wiese des Grundstücks Burghart 9. Eine Entscheidung zu dem Bauvorhaben steht an.

Denklingen

Gemeinde erwägt Klage gegen Landratsamt

Denklingen - Was den Bauantrag zur Errichtung einer Anlage mit sechs Wohnungen am Hanggrundstück (Burghart 9) im Norden der Ortschaft betrifft, beharrt die Gemeinde Denklingen nach wie vor auf ihrem Standpunkt und lehnt ihn mit allem Nachdruck ab.

Das Maß der Nutzung und die Bauweise würden sich unzumutbar auf die Umgebung auswirken, heißt es in der erneuten Stellungnahme gegenüber dem Landratsamt. Die Behörde in Landsberg vertritt jedoch die Auffassung, dass dieses Vorhaben der Firma KWS Komfortwohnbau Schongau planungsrechtlich zulässig sei.

In einem aktuellen Beschluss, den die Räte auf der letzten Sitzung einstimmig gefasst haben, kündigt die Gemeinde Denklingen eine Klage vor dem Verwaltungsgericht an, falls das Landratsamt demnächst das fehlende gemeindliche Einvernehmen ersetzt. Eine Entscheidung der Behörde steht noch aus. Damit ist, wie Pressesprecher Wolfgang Müller erklärt, im August zu rechnen. Zuvor würden die Einwände der Gemeinde nochmals geprüft, ehe das Bauamt eine abschließende Beurteilung vornimmt.

„Ohne Klage ergibt es wenig Sinn“, gab Bürgermeister Michael Kießling bei der erneuten Beratung des Bauvorhabens im Gemeinderat zu bedenken. Ansonsten seien die Ankündigungen nur „heiße Luft“, fügte er hinzu. Die Räte schlossen sich seiner Auffassung an und stimmten alle einem solchen Vorgehen zu.

Die Klage vor dem Verwaltungsgericht ist mit Kosten verbunden. Diese liegen in so einem Fall zwischen 800 und 2000 Euro. Meist seien Gemeinden jedoch durch eine Rechtsschutzversicherung abgesichert, weiß Wolfgang Müller vom Landratsamt aus manch vergleichbarem Fall.

Das Bauamt der Behörde weist darauf hin, dass gegenüber der zuvor behandelten Eingabeplanung für das Hanggrundstück Burghart 9 der Kniestock des Gebäudes um 25 Zentimeter reduziert wurde und das Gebäude außerdem 35 Zentimeter tiefer eingestellt werden soll. Dies führe dazu, dass das Vorhaben in der optischen Wahrnehmbarkeit noch einmal deutlich reduziert werde.

Aus Sicht des Landratsamtes sind im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte dafür zu erkennen, dass die Genehmigung zu einer „städtebaulichen Fehlentwicklung“ führen würde. Eine gewisse Nachverdichtung sei in vielen Fällen sogar erwünscht, weil damit dem weiteren Landverbrauch im Außenbereich entgegengewirkt werden könne. Und weiter heißt es: Nachdem es sich am Burghart 9 um das einzige unbebaute Grundstück in diesem Quartier handle, könne das Vorhaben keine weitergehende Vorbildwirkung entfalten.

Ganz anders die Auffassung der Gemeinde. Das Vorhaben verletzte das bauplanungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme. Es wirke wegen seines hohen Nutzungsmaßes „rücksichtslos“, vor allem gegenüber zwei angrenzenden Nachbargrundstücken. Die Problematik könne auch nicht dadurch gelöst werden, indem das natürliche Gelände des Hanggrundstücks modelliert werde, um den Baukörper stärker in den Hang zu drücken.

Die Wohnanlage, die zirka 20 Meter in der Nord-Süd-Achse misst, erscheine im Vergleich zu den Häusern in der Umgebung „weiterhin als massiv bzw. erdrückend“.

Das sind also die konträren Standpunkte. Nun kann man nur noch mit Spannung abwarten, wie das Landratsamt nach einer erneuten Würdigung der gemeindlichen Argumente demnächst entscheiden wird.

jj

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