Gemeinde Rottenbuch gegen Windkraft auf eigener Flur

Rottenbuch - Paukenschlag im Rottenbucher Gemeinderat: Die Kommune will keine Windkraftanlagen auf ihrer Flur und tritt nicht der Interessengemeinschaft Bergerwiesen und Köpfingwiesen (IGBK) bei. Dies ist eine Niederlage für Bürgermeister Andreas Keller, dessen Antrag keine Mehrheit fand. Der Rathauschef hatte die IGBK unterstützt und für eine Konzentration von Windkraft-Flächen geworben.

Das Thema wird seit Monaten kontrovers im Rat diskutiert. Dem grundsätzlichen Ja zu alternativen Energien standen massive Sorgen um das Landschaftsbild entgegen. In seinen Stellungnahmen zum Regionalplan und zum Teilflächennutzungsplan „Windkraft“ der Peitinger Nachbarn hatte sich das Gremium zuletzt im Dezember kritisch zu den großen Rotoren geäußert - ohne allerdings kategorisch „Nein“ zu sagen.

Jetzt wollte der Bürgermeister „eine klare Linie“ von seinen Räten. Die bekam er. Allerdings anders als erhofft. Keller warb für das Konstrukt der Interessengemeinschaft, die rund 80 Mitglieder aus den betroffenen Kommunen Peiting, Rottenbuch und Steingaden zählt. Ziel: Die Interessen der Grundstückbesitzer bündeln und vertreten. Dafür soll eine Gesellschaft gegründet werden, die die Windkraft-Flächen überplant und das nötige Geld für die Anlagen beschafft (wir berichteten).

Keller unterstützt dieses Vorhaben: Weil so Grundbesitzer von Stromkonzernen nicht gegeneinander ausgespielt werden können, wie er betonte. „Wir könnten im kleinen Rahmen den Konzernen ein Schnippchen schlagen.“ Gerade Bürgeranlagen haben es dem Rathauschef angetan - da bleibe das Projekt in der Region. „Verhindern können wir die Windkraft nicht“, mahnte er. Windkraft, wie sie Peiting und Steingaden möchte, „ist nicht von Rottenbuch abhängig“, hat Keller erkannt. „Wir können es nicht verhindern.“

Doch die Begeisterung hielt sich bei den Räten in Grenzen. Reinhard Schuster verweigerte der IGBK die Unterstützung und lehnte Windkraft rundweg ab. Er sei gegen „die Riesenteile“, monierte er. „Es ist auch nicht sicher, ob sich das rentiert.“

Vitus Gansler bezeichnete die Pläne als „unausgegoren“. Er sehe Windkraft „ein bisserl kritisch“ und deshalb „keine Notwendigkeit, mitzumachen“. Ins gleiche Horn stieß Alfred Speer: Der Strombedarf im Klosterdorf sei theoretisch durch Photovoltaik gedeckt. Der Wind-Strom würde für die Ballungszentren verwendet, fürchtet Speer. „Wir müssen unsere Natur für die Städte hergeben.“

Doch es gab auch Befürworter. Martin Gindhart wollte die Interessengemeinschaft unterstützen: „Sie arbeiten gegen die großen Konzerne.“ Und Klaus Strauß fand es gut, dass die Einheimischen dann die neue Energie und deren Erträge selber in der Hand behalten.

Es wurde eine knappe Entscheidung. Fünf Räte plus Bürgermeister Keller votierten dafür, dass Windkraft künftig auf Rottenbucher Flur möglich ist. Sieben waren jedoch dagegen. Mit dem gleichen Ergebnis wurde der Beitritt zur IGBK vom Tisch gefegt.

Im Rathaus war der Bürgermeister am nächsten Tag enttäuscht. Dies räumte Andreas Keller auf Anfrage ein: „Ich hätte es für eine gute Lösung empfunden, wenn wir dafür gewesen wären.“

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