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Zu wenig, zu schwach und nicht für digitale Signale tauglich: die alte Sirene auf dem Feuerwehrhaus in Apfeldorf.

Gemeinderat Apfeldorf

Funkmelder oder Sirenen? Das ist die Frage in Apfeldorf

Apfeldorf - Dass Apfeldorf zwei neue Sirenen braucht, ist bekannt. Aber: Die Umstellung auf digitale Alarmierung wird weitere Kosten verursachen.

Apfeldorf – Der saure Apfel, in den die Apfeldorfer womöglich zu beißen haben: Rund 26.000 Euro für zwei neue Sirenen, die eine auf den Garagen am Neuen Friedhof, die andere am Baugebiet Kapellenfeld. Ob sie kommen, ist aber noch ungewiss.

 Bislang sind die Feuerwehrleuten über einen SMS-Service der Kreisbrandinspektion via Handy benachrichtigt worden Allerdings wird dieser bald eingestellt. So liegt nahe, dass die Beschaffung der neuen Sirenen unumgänglich ist. Aber: 2018 oder 2019 soll die Alarmierung auf Digitaltechnik umgestellt werden. Was Kosten von rund 10 000 Euro bedeutet, da die neuen Sirenen dafür mit einer neuen Platine ausgestattet werden müssen. „Eine Alternative wären die Funkmeldeempfänger am Gürtel“, so Feuerwehrkommandant Dominik Bauer.

Allerdings, so ließ er durchblicken, seien die Funkmelder in der Praxis unbeliebt und wenig praktikabel. Die Apfeldorfer Feuerwehr besitzt bislang drei solcher Geräte. Bei der Umstellung müssen jedoch komplett neue Melder her, Stückpreis 200 bis 400 Euro. Bei 20 bis 30 Stück sind rund 6000 Euro.

Zu wenig, zu schwach und nicht für digitale Signale tauglich: die Sirene auf der Mehrzweckhalle Apfeldorf.

Die zwei neuen Sirenen – 16 Meter hoch, 1200 Watt stark – könnten das gesamte Dorf mit Apfeldorfhausen gut beschallen und besitzen einen Akku, der zwei Tage stromnetzunabhängigen Alarm erlaubt. Hier wandte Peter Strommer ein, ob denn Sirenen tatsächlich zeitgemäß seien: Die Leute könnten per Funkmeldeempfänger den Alarm empfangen, woimmer sie sich aufhalten. ,

Hubert Paul gab zu: „Ich war zuerst auch gegen die Sirenen. Das ist doch schon viel Geld.“ Aber er habe seine Meinung geändert: Die, die vor Ort tatsächlich ausrücken könnten, werden in Apfeldorf mit Sirenen erreicht. Und die Belastung der Einsatzkräfte durch Funkmelder sei ihm bewusst geworden, da diese „die Dinger rund um die Uhr, auch privat, dabei haben müssen“.

Robert Zwick warf ein, dass es sich beim Hochwasser im Sommer gezeigt habe, dass auch die Bevölkerung durch die Sirenen wachgerüttelt und zum Helfen animiert wurde. Gemeinderat Strommer mahnte, die Kosten der Umrüstung zu bedenken: „Nicht, dass wir dann 2018 wieder darüber diskutieren müssen. Für mich sind Sirenen technisch nicht auf der Überholspur.“

Zur Güte schlug Robert Frühholz vor, dass man vielleicht die Angebote der Sirenen noch einmal konkretisieren lassen könne. Sprich: Die Abgabe eines Festpreises zu erbeten, bei der die digitale Umrüstung der Sirenen eingeschlossen ist. Darauf konnten sich die Apfeldorfer Gemeinderäte einstimmig verständigen. Das Thema wird sie also sicher noch einmal beschäftigen.

Klaus Mergel

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