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„Junge Leute nicht vom Hof vertreiben“

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Am südöstlichen Dorfrand von Denklingen ist die Hofstelle gelegen, auf der gebaut werden soll. Foto: jj

Wenn es nach der aktuellen Entscheidung im Denklinger Gemeinderat geht, dürfen auf der Hofstelle von Klaus Karg im Südosten Denklingens zusätzlich zum Betrieb und zum Austragshaus der Eltern zwei Häuser gebaut werden. Nun ist das Landratsamt am Zug, das Bauvorhaben im Außenbereich zu überprüfen – und eventuell auch abzulehnen.

DenklingenDie beiden neuen Häuser sollen von den erwachsenen Kindern genutzt werden. Mit dieser Entscheidung war eine Mehrheit (7 zu 4 Stimmen) in der jüngsten Sitzung gegen den Vorschlag der Verwaltung. Diese hatte empfohlen, die Bauvoranfrage abzulehnen. Wie er den Beschluss aufnehme, wollten die Schongauer Nachrichten im Nachhinein von Bürgermeister Michael Kießling wissen, der im Sinne der Gleichbehandlung dieses Vorhaben an der Birkenstraße ablehnt, weil es im Außenbereich liegt. „Das ist Demokratie“, kommentierte Michael Kießling auf Anfrage der Redaktion.

Der Rathauschef verwies auch auf die Immissionen der Landwirtschaft sowie des geplanten Bürger- und Vereinezentrums mit den Sportanlagen. Nach dem Beschluss im Gemeinderat ist nun das Landratsamt Landsberg mit diesem Thema befasst. Es kann die Mehrheitsentscheidung bestätigen oder das Projekt ablehnen.

Aus Sicht der Bauverwaltung in Denklingen ist das Vorhaben nicht privilegiert, wie es z.B. bei einem Stallbau mit eventuell dazugehörigem Wohnhaus des Betriebsleiters zutrifft. Der Flächennutzungsplan sieht dort landwirtschaftliche Flächen vor. Die beiden Häuser, für die eine Bauvoranfrage gestellt wurde, sollen südlich des landwirtschaftlichen Anwesens der Familie Karg an der Birkenstraße und südlich des Austragshauses errichtet werden.

Auf dem Betrieb wird Jungvieh gehalten. Das Austragshaus der Eltern steht auf der Ostseite; es wurde früher als privilegiertes Vorhaben auch außerhalb der Baulinie genehmigt, weil es zum Hof dazugehört.

Gemeinderat Anton Stahl vertrat die Meinung, man solle nicht junge Leute, die dort aufgewachsen sind, von der Hoffläche vertreiben. Regina Wölfl erklärte, wegen der Lärmquelle Landwirtschaft hätte sie keine Bedenken. Sie fragte nach, ob es denn ein baurechtliches „Instrument“ gebe für das geplante Vorhaben. Stichwörter dafür sind eine Einbeziehungssatzung oder eine Ortsabrundung. Geschäftsleitender Beamter Johann Hartmann verwies auf die Möglichkeiten in der Bauleitplanung. Aber das sei ein „steiniger Weg“.

Gemeinderat Martin Ahmon formulierte die Alternative so: Einerseits gehe es „um eine klare Linie“. Andererseits sei es „jammerschade“, wenn junge Erwachsene vom Hof wegziehen und woanders bauen.

Johannes Jais

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