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Beliebt und trotz Erhöhung immer noch günstig: Der Kindergarten "Sonnenblick" in Hohenfurch.

Einstimmiger Beschluss

Mit einjähriger Verspätung: Hohenfurch erhöht Kindergartengebühr

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Hohenfurch - Die Hohenfurcher haben versäumt, die geplante Kindergartengebühr im Jahr 2015 zu erhöhen. Damit so ein Fehler kein zweites Mal passiert, haben die Gemeinderäte schon jetzt die Elternbeiträge für den 1. September 2016 festgelegt.

„In der Verwaltung sitzen auch nur Menschen, Fehler passieren“, sagt Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, als er in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Kindergartengebühr anspricht. Eigentlich hatte die Gemeinde geplant, die Beiträge für das aktuelle Jahr um fünf Euro zu erhöhen. Aber: Der zuständige Mitarbeiter hatte vergessen, die Erhöhung rechtzeitig bis 1. September 2015 einzureichen. „Die Eltern wird’s freuen“, sagt Vogelsgesang. Während des Kindergarten-Jahrs darf der Beitrag nämlich nicht erhöht werden.

Für die Gemeinde bedeutet das einen Verlust von insgesamt 4200 Euro. Eine Summe, die aufgrund von etwas mehr Fördergeld vom Staat zu verkraften ist. Ein zweites Mal darf so ein Versäumnis allerdings nicht passieren. Deshalb haben die Gemeinderäte bereits am Dienstagabend die Beitragserhöhung für den 1. September 2016 diskutiert, sich letztlich ohne Gegenstimme auf die von Vogelsgesang vorgeschlagenen Summen (siehe Kasten) geeinigt.

Trotz Erhöhung: "Das ist immer noch ein sehr günstiger Kindergarten"

Gemeinderätin Rita Weckbecker (SPD), witzigerweise beruflich für die Kindergärten der Stadt Schongau zuständig, sagt zu den neuen Preisen: „Das ist trotz der Erhöhung immer noch ein sehr günstiger Kindergarten, mit dem die Eltern sehr gut bedient sind.“ Schongau sei schon günstiger als beispielsweise Peiting und Penzberg, aber wesentlich teurer als Hohenfurch. Beispiel Schongau: 243 Euro monatlich kostet dort ein Krippenkind für die maximale Betreuungszeit von sieben bis acht Stunden am Tag. In Hohenfurch sind es derzeit 186 Euro.

Trotzdem viel zu viel Geld? „Für alle, die meinen, das ist doch nur ein bisschen auf Kinder aufpassen“, erklärt Vogelsgesang nochmals in aller Deutlichkeit, wie viel Arbeit, allein der Vorschriften halber, bewerkstelligt und bezahlt werden muss: Mindestpersonal, Fachkräfteschlüssel und Mindestbelegung der Räume (mit Fachkräften). Bei Krippenkindern müssen beispielsweise immer zwei Betreuer im gleichen Raum sein. Fällt eine Kindergärtnerin krankheitsbedingt über längere Zeit aus, droht der Staat sofort mit Kürzung der Fördergelder. Die für 2016/2017 um fünf Euro und pro Stunde um zehn Prozent erhöhten Beträge sind in Vogelsgesangs Augen also mehr als gerechtfertigt.

Derzeit besuchen 54 Jungs und Mädels den Hohenfurcher Kindergarten, darunter 13 Krippenkinder. „Im Laufe des Jahres kommen zwei weitere dazu, dann sind wir komplett voll“, sagt Vogelsgesang. Betreut werden die Zwei- bis Fünfjährigen von sieben Kindergärtnerinnen, die ihren Job richtig gut machen. „Vor der Eröffnung des Kindergartens waren einige Eltern noch skeptisch, haben ihre Kinder nur für drei Tage angemeldet, mittlerweile aber auf fünf verlängert“, sagt Vogelsgesang, der vom guten Ruf der Einrichtung begeistert ist.

Josef Schmidbauer (SPD): "Kindergarten ist ein kleines Schlösschen"

Gemeinderat Josef Schmidbauer (SPD) setzt sogar noch einen drauf: „Als meine zwei Töchter noch in den Kindergarten gegangen sind, war das ein kleines Häuschen. Heute ist es ein Schlösschen, in dem jede Menge geboten wird.“ So viel, dass auch die Eltern der Nachbargemeinden ihre Kleinsten nach Hohenfurch schicken.

Vier Kinder aus Schwabniederhofen (gehört zu Altenstadt) werden derzeit im „Sonnenblick“ betreut. Das Problem: Da Hohenfurch zur Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt gehört, bekommen die Hohenfurcher für diese Nachbarkinder keine Ausgleichszahlung. Gegenbeispiel: Geht ein Hohenfurcher Kind in einen Peitinger Kindergarten, ist Hohenfurch zur Ausgleichszahlung an die Marktgemeinde verpflichtet.

Innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft gilt das also nicht – noch nicht? „Wir versuchen das zu ändern“, sagt Vogelsgesang, obwohl die Regelung einer Ausgleichszahlung zumindest in den kommenden Jahren ohnehin überflüssig sein könnte. Derzeit leben in der Schönachgemeinde 57 Vier- bis Einjährige. Sollten die alle in den Kindergarten „Sonnenblick“ gehen, wäre für Nachwuchs aus den Nachbargemeinden gar kein Platz.

Die Beitragserhöung in Zahlen:

416 000 Euro Ausgaben, 216 000 Euro Einnahmen – die Hohenfurcher Gemeinde kalkuliert für den Kindergarten mit einem Defizit von rund 200 000 Euro. „Etwas weniger als 2015“, sagt Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, der mit den Gemeinderäten die monatliche Gebühr für das kommende Kindergartenjahr (ab 1. September 2016) einstimmig erhöhte:

Regelkinder, die von Montag bis Freitag vier Stunden am Tag betreut werden, kosten den Eltern künftig 75 Euro (bislang 70 Euro) – für fünf Stunden 82,50 Euro, für sechs Stunden 90 Euro, für sieben Stunden 97,50 Euro und für acht Stunden 105 Euro.

Krippenkinder, die wesentlich intensiver betreut werden müssen, kosten grundsätzlich doppelt so viel wie Regelkinder.

Krippenkinder, die von Montag bis Freitag fünf Stunden am Tag betreut werden, kosten künftig 165 Euro – für sechs Stunden 180 Euro, für sieben Stunden 195 Euro und für acht Stunden 210 Euro.

Regelkinder, die nur drei Tage die Woche betreut werden, kosten für fünf Stunden am Tag 99 Euro, für sechs Stunden 108 Euro, für sieben Stunden 117 Euro und für acht Stunden 126 Euro.

Regelkinder, die zwei Tage die Woche betreut werden, kosten für fünf Stunden 66 Euro, für sechs Stunden 72 Euro, für sieben Stunden 78 Euro und für acht Stunden 84 Euro.

js

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