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Blau umrandet ist das Gebiet, wo im Fuchstal Windräder möglich sind. (Teilflächennutzungsplan Windkraft). Die vier kleinen schwarzen Kreuze stehen für die vier 2016 errichteten Anlagen. Der Standort für die drei neuen Windräder ist mit roten Punkten dargestellt. Das südlichste davon befindet sich genau westlich von Dienhausen - in einer Entfernung von gut zwei Kilometern.

Gemeinderat Fuchstal

Klare Mehrheit für drei weitere Windräder

Nach einer langen Diskussion zum Für und Wider sprach sich eine klare Mehrheit der Fuchstaler Gemeinderäte dafür aus, östlich der schon bestehenden vier großen Windräder im Staatsforst drei weitere Anlagen im Gemeindewald zu errichten. Dafür wurde mit dem Antrag auf immissionsschutzrechtliche Prüfung gleichsam der Bauantrag gestellt.

Fuchstal – Zugleich wurden in der Sitzung mehrere Planungsleistungen an das Ingenieurbüro Sing (Landsberg) vergeben. Die Kosten: knapp 150 000 Euro.

Die Abstimmung im Fuchstaler Gemeinderat, die zudem mit einer Deckelung auf maximal sieben Windkraftanlagen in der Gemeinde Fuchstal verbunden ist, ging mit 13:2 Stimmen aus, und zwar sowohl beim Bauantrag als auch bei der Vergabe des Planungsauftrages. Dagegen waren Heinz Nehrenheim aus Seestall und Christoph Kneißl aus Leeder. Zwei Gemeinderäte waren verhindert. Stephan Völk konnte erst später zur Sitzung kommen. Dr. Walter Reitler aus Seestall, schon bei den vier Windkraftanlagen im Staatsfrost ein erklärter Gegner, fehlte entschuldigt.

Bürgermeister Erwin Karg brachte anfangs eine Reihe von Argumenten zugunsten weiterer drei Windräder. Zwar sei der Windertrag wohl um drei Prozent geringer als bei den vier Anlagen im Staatsforst, die gut einen Kilometer entfernt auf der westlichen Anhöhe des Aschthales im Staatsforst seit Sommer 2016 in Betrieb sind. Auch sei die Einspeisevergütung mit zirka sieben Cent geringer als bei den Windrädern im Kingholz, wo 8,6 Cent je Kilowattstunde vergütet werden. Doch würden die künftigen Windräder im Vergleich zu den bestehenden noch einmal optimiert, ergänzte Karg. Und aufgrund der geringen Nachfrage seien die Investitionskosten für eine Anlage weitaus geringer.

Im Kingholz kostete ein Windrad über fünf Millionen Euro; nunmehr sei eines für gut vier Millionen Euro zu bekommen, verglich der Rathauschef im Gespräch mit der Redaktion und riet zu einem „antizyklischen“ Verhalten.

Weitere Argumente, die Karg anführte: Jeder könne sich nun selbst im Kingholz ein Bild davon machen, dass wegen Windkraftanlagen nicht der Wald „platt gemacht“ werde, wie Gegner früher kritisiert hätten. Auch die Behauptung, die Anlagen würden Lärm verursachen (Stichwort Infraschall), könne widerlegt werden.

Zum Vogelschutz sagte der Rathauschef, bei den Windrädern im Kingholz seien bisher vier tote Fledermäuse gefunden worden. Allerdings bräuchte man für die geplanten drei Anlagen ein neues artenschutzrechtliches Gutachten. Die drei Anlagen würden auch das Grundwasser nicht beeinträchtigen, fuhr Karg fort. Die Fundamente seien vier Meter tief und hätten einen Durchmesser von 25 Metern. Das Grundwasser fließe dort 26 Meter unter der Oberfläche. Außerdem sei der Gemeindewald kein Wasserschutzgebiet.

Karg, der in der Sitzung emotional wirkte und in der Diskussion sehr forsch wurde, schloss mit dem Satz: Die Gemeinde Fuchstal, die an den vier Windrädern mit 49 Prozent der Hauptgesellschafter ist, „könnte nochmals einen kleinen Beitrag für das Klima leisten.“ Er erinnerte auch daran, dass im Jahr 2022 das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet werde.

Gemeinderat Heinz Nehrenheim begründete seine Ablehnung damit, dass er sich nicht Wortbruch vorhalten lassen wolle. Beim Bürgerentscheid im Mai 2014 – damals hatten sich 53 Prozent der Fuchstaler für die vier Windkraftanlagen im Kingholz ausgesprochen – sei von „vier Windkraftanlagen“ und nicht von mehr die Rede gewesen. Außerdem sei eine Reihe an Fragen zu klären: Was mit der neu erzeugten Strommenge geschehe, was die Bürger „von den Dingern“ hätten oder ob die Gemeinde die 150 000 Euro für Planungsleistungen nicht besser woanders investiere. Außerdem könne bei so einem Vorgehen in Etappen der Eindruck aufkommen, dass die Gemeinde später nochmals weitere Windräder plane.

„Sieben Windräder und nicht mehr“

Dazu sagte Gemeinderat Johannes Wolffhardt, man solle einen grundsätzlichen Beschluss fassen: „Sieben Windräder und nicht mehr“. Was später in der Abstimmung auch so geschah. Im Übrigen sei die Vergabe der Planungsleistungen an das Ingenieurbüro Sing voll gerechtfertigt. Die Prognosen und Berechnungen hätten sich – was früher sehr in Zweifel gezogen worden sei – doch „als solide“ herausgestellt. Josef Weber, Waldreferent im Gemeinderat, sagte dazu, mit sieben Anlagen sei „der Deckel zu“. Mehr sei nicht drin. Mit den drei Anlagen und der verbreiterten Zuwegung werde der Gemeindewald „nicht ramponiert“.

Für den Antrag auf drei weitere Windräder stimmte auch zweiter Bürgermeister Martin Brennauer, der in Schäfmoos eine Landwirtschaft betreibt. Dieser Weiler ist 1700 Meter vom nördlichsten der drei Windräder entfernt. Zu den zwei privat betriebenen Windrädern bei Menhofen, die niedriger sind, beträgt die Entfernung sogar weniger als einen Kilometer. Die Ortschaft Dienhausen (Gemeinde Denklingen) ist noch 2,1 Kilometer vom südlichsten der drei Windräder entfernt.

Wie steht Denklingen dazu? Bürgermeister Andreas Braunegger äußert sich auf Nachfrage am Freitag zurückhaltend. Zum jetzigen Zeitpunkt könne die Gemeinde Denklingen die Auswirkungen auf ihre Bevölkerung nicht beurteilen. „Dazu fehlen uns die notwendigen Kenntnisse der tatsächlichen Sachlage.“ Die Gemeinde habe bis zur Anhörung im immissionsschutzrechtlichen Verfahren Zeit, die Fakten zu ermitteln und eine Stellungnahme abzugeben. Mit dieser Anhörung müssten alle maßgeblichen Unterlagen „vorgelegt werden“.

Von Johannes Jais

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