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Die Wildsteiger Gemeindehalle wird erweitert.

Gemeinderat Wildsteig

Hallen-Anbau endlich auf Weg gebracht

Wildsteig - Endlich ist es soweit: Der Bauantrag für den neuen Heimat- und Kulturraum an der Wildsteiger Gemeindehalle ist abgesegnet. Gebaut werden soll 2016. Vorteil: Das Vorhaben kommt viel billiger als die alte Planung.

Das Projekt drohte zu einer langwierigen Geschichte in Wildsteig zu werden: Eigentlich wollte die Kommune einen schönen, großen Anbau an ihre Gemeindehalle setzen. Mit Veranstaltungssaal, Räumen für die Vereine und vielleicht sogar einer größeren Küche. Doch das ehrgeizige Vorhaben verzögerte sich erst aus planerischen Gründen, dann drohten die Kosten von anfänglich geschätzten 350 000 Euro in Richtung einer stolzen Million Euro zu explodieren.

Langjähriges Geduldsspiel hat nun endgültig ein Ende

Nach zwei Jahren Geduldsspiel zogen Bürgermeister Josef Taffertshofer und die Gemeinderäte heuer im Februar die Reißleine: Der zweistöckige Anbau wurde vom Tisch gefegt. Stattdessen sollte eine kleinere Variante her. Nach fast einem Jahr ist es jetzt soweit: Der nötige Bauantrag der Gemeinde samt der Planung von Josef Schilcher wurde vom Gemeinderat abgesegnet. Einstimmig, und ohne große Diskussion.

Laut Kostenschätzung wäre Anbau ein Schnäppchen

Kostenschätzung: 300 000 Euro. Das wäre ein Schnäppchen im Vergleich zur ursprünglichen Planung. Der Bürgermeister ist dementsprechend zufrieden: „Der Probenraum tut uns gut“, sagt er mit Blick unter anderem auf Trachtler, Theaterer und Sänger. Baubeginn soll möglichst im Frühjahr 2016 sein, im nächsten Jahr könnte das Gebäude schon stehen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Die Wildsteiger erledigen mit dem Bauantrag gleich zwei Anbauten in einem Aufwasch. Zum einen gibt es auf der nördlichen Hallenseite ein extra Gebäude mit einer etwa 35 Quadratmeter großen Küche. Die war immer wieder gefordert worden, weil die jetzige Einrichtung im unteren Foyer des Treppenhauses nicht mehr den Bedürfnissen entspricht. Offen bleibt jedoch vorerst die Ausgestaltung, man will auf die Wünsche des Pächters Rücksicht nehmen. „Die Einrichtung ist ein separates Thema“, trat Rat Richard Schuster denn auch bewusst auf die Bremse.

Zum zweiten entsteht vor allem der Heimat- und Kulturraum: Knapp elf Meter breit und bis zu neun Meter lang, angebaut an die südöstliche Ecke der Halle. Der Standort wurde bewusst gewählt, um die Hallenoptik nicht zu stören. Außerdem entsteht so zur Gemeindeverwaltung hin „eine Art Innenhof, den man nutzen kann“, wie Rathauschef Taffertshofer stets geworben hatte.

Rollstuhlfahrer müssen den Haupteingang nutzen

Rund 100 Quadratmeter Platz bietet der eingeschossige Anbau. Allerdings vorerst ohne Speicher, erstmal soll der Brandschutz geklärt werden. Das sollte reichen, waren sich alle Räte sicher – auch von den anwesenden Trachtlern gab es keinen Widerspruch. Zur Gemeindehalle gibt es praktischerweise einen zweistufigen Zugang, der nur ein Problem bereitet: Rollstuhlfahrer müssen weiter den Haupteingang in die Halle nutzen. Wichtig war, dass sich der Anbau ins Bild fügt. Planer Schilcher ist überzeugt: „Es soll so ausschauen, als ob man es schon immer dahin gebaut hätte.

Andreas Baar

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