Aus dem Gemeinderat Denklingen

Strittiges Bauvorhaben in Dienhausen

Dienhausen - Ein Wohnhaus mitten in die Prärie? Denklingens Bürgermeister bezeichnet ein Bauvorhaben in Dienhausen als „einen Grenzfall“. Denn eigentlich dient die Fläche ausschließlich landwirtschaftlichen Zwecken.

Allemal grenzwertig ist das Vorhaben, am Neuwäldleweg in Dienhausen auf einer knapp 100 Meter langen, bisher freien Fläche ein Wohnhaus zu bauen. Denn eigentlich liegt das Areal im Außenbereich, wo der Flächennutzungsplan nur Flächen für die Landwirtschaft vorsieht. Dem gegenüber steht das Argument, dass durch die Lage und die Erschließung eine Zuordnung zum Innenbereich des Dorfes nicht abwegig sei. Der Gemeinderat von Denklingen hat nach intensiver kontroverser Diskussion dem Bauantrag mehrheitlich zugestimmt. Dass es sich um „einen Grenzfall“ handle, räumte Bürgermeister Michael Kießling zu Beginn der Aussprache unumwunden ein.

Gemeinderat Stephan Egner, der anfangs eine Absetzung des Themas von der Tagesordnung verlangte, aber mit diesem Vorstoß keine Unterstützung bei den Kollegen fand, erinnerte an drei Bauanträge der letzten Zeit, die ähnlich gelagert gewesen seien, aber abgelehnt worden seien.

Der geschäftsleitende Beamte im Denklinger Rathaus, Johann Hartmann, sagte dazu freilich: Was zuletzt nicht genehmigt worden sei, wäre „eklatanter“ gewesen. Die Bauanfragen seien nicht vergleichbar. Doch Hartmann fügte noch den Satz hinzu: „Wenn wir der ganz reinen Lehre folgen, dann kann man’s ablehnen.“ Allerdings sei er schon der Ansicht, dass diese Baulücke noch geschlossen werden könne. Mehr als drei Wohnhäuser seien dort ohnehin nicht möglich.

Zweiter Bürgermeister Norbert Walter warb für eine Zustimmung. Die Räte hätten bei anderen Anfragen Bauwilliger – z.B. auch zur Höhe eines Kniestocks – keine überzogene Strenge walten lassen. Gemeinderat Stephan Müller, selbst in Dienhausen wohnhaft, sah „überhaupt kein Problem“ darin, den Antrag durchzuwinken. Stephan Egner hakte nochmals nach, brachte den Vorschlag einer Änderung des Flächennutzungsplanes samt Aufstellung eines Bebauungsplanes ins Gespräch. Damit sei man „auf der sauberen Seite“.

Geschäftsstellenleiter Hartmann hielt dem entgegen, dass so ein Verfahren ein Jahr in Anspruch nehme. Gravierender seien für die Gemeinde freilich die Kosten, die eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes mit sich brächten. Zu bedenken ist, dass auf der anderen Straßenseite des Neuwäldeweges (er zweigt in Dienhausen von der Hauptstraße Richtung Westen ab und führt zu Fliesen Unsin) schon Bebauung vorhanden ist. Darauf hat auch Gemeinderätin Anita Gropp in der Diskussion aufmerksam gemacht. Letztlich wurde das Vorhaben mit deutlicher Mehrheit genehmigt. Es gab drei Gegenstimmen.

jj

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