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Verpackter Hundedreck, abgelegt auf einer Sitzbank an einem Spielplatz in Schongau.

Das Geschäft mit den Vierbeinern

Pro Jahr 150 000 Tüten für Hundekot

Schongau - Sie sind keine Zierde für die Landschaft, die schwarzen Plastikbeutel, gefüllt mit Hundekot, die am Wegrand liegen, und über die sich jeder umweltbewusste Mensch immer wieder ärgert. Allein in Schongau werden pro Jahr 150 000 Plastiktüten für Hundekot ausgegeben. Zuviele davon werden aber draußen einfach weggeworfen.

Schongau – „80 Prozent der Hundehalter sind vernünftig, 20 Prozent sehen nicht ein, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner wegräumen sollen“, so schätzt der Schongauer Stadtgärtner Rudolf Friedl das Verhalten der Hundebesitzer in Schongau ein. Auf das ganze Stadtgebiet verteilt sind insgesamt 25 Behälter für Hundekot aufgestellt. Schwerpunkte sind der Hohe und Faule Graben sowie der Stadtgraben. „Die Hundeklos werden einmal pro Woche geleert“, klärt der Stadtgärtner auf.

Seit rund 30 Jahren ist Rudolf Friedl jetzt im Amt, deshalb kann er Vergleiche ziehen und die Situation gut einschätzen. „Früher hat es wesentlich weniger Hunde gegeben“, sagt er. Heutzutage würden sich vor allem junge Familien einen Hund zulegen, und die steigende Zahl an Vierbeinern schaffe erfahrungsgemäß auch mehr Probleme.

Dass der Hundekot manchmal nicht ordnungsgemäß beseitigt, sondern einfach in der Landschaft entsorgt wird, bekommen die städtischen Mitarbeiter vor allem dann zu spüren, wenn sie im Sommer mit der Motorsense die Grünflächen und Hänge mähen müssen. Da kommt es immer wieder vor, dass der Hundekot regelrecht aufspritzt. „Das ist sehr unangenehm für unsere Mitarbeiter“, berichtet der Stadtgärtner. Wenn schon kein Hundeklo in der Nähe sei, dann sollten die Hundebesitzer die abgefüllten Tüten zumindest in einen Abfalleimer werfen und nicht einfach am Wegrand entsorgen. „Glauben die Leute vielleicht, dass wir die Tüten überall einsammeln?“, ärgert sich Rudolf Friedl – und das zu Recht.

Stadtgärtner Friedl: „Glauben die Leute vielleicht, dass wir die Tüten überall einsammeln?“

Warum manche Leute den Hundekot zwar ordnungsgemäß in die Tüte verfrachten, diese dann aber einfach wegwerfen, dass kann sich kein vernünftiger Mensch erklären.

„Von unseren Mitgliedern macht das garantiert niemand“, ist sich Rupert Ries, Ehrenvorsitzender beim traditionsreichen Schäferhundeverein Schongau, sicher. Ein solches Verhalten würde der Verein nicht dulden.

Und von Ries kommt auch ein Tipp, den sich alle Hundehalter zu Herzen nehmen sollten: „Vor dem Gassigehen sollte man einen Hund nicht füttern“, sagt der Ehrenvorsitzende. Wer das nicht einsehe, brauche sich nicht zu wundern, wenn ein Hund nach dem Fressen sein Geschäft verrichte. Das sei ganz normal und absehbar.

Hans Hartung: „Man sieht die Dinger überall liegen und hängen“

„Man sieht die Dinger überall liegen und hängen“, ärgert sich manchmal auch Hans Hartung, der Vorsitzende des Tourismusvereins Schongau.

Georg Huber, der im Karwendelring in Schongau wohnt, kann ebenfalls ein Lied davon singen. „Verpackter Hundedreck, abgelegt auf einer Sitzbank vor einem Kinderspielgerät. Wer macht denn so etwas?“, fragt er sich und fügt hinzu: „Gehen die eigene Bequemlichkeit und der Waldi so sehr vor dem Allgemeinwohl?“ Und Huber betont noch: „Nicht der Hund ist das Problem, sondern das Herrchen bzw. Frauchen.“ Da wird ihm niemand widersprechen.

Michael Gretschmann

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