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Ein Getränkelaster hat am Dienstagmorgen zwischen Steingaden und Wildsteig seine Ladung verloren.
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Ein Getränkelaster hat am Dienstagmorgen zwischen Steingaden und Wildsteig seine Ladung verloren.

Ein Teppich aus Schaum und Scherben

Getränkelaster verliert 250 volle Kisten auf der Straße

Ein feucht- und wenigfröhlicher Einsatz für die Feuerwehr: Die hat am Dienstagmorgen Scherben und Schaum von der Straße gekratzt und Flaschen aus dem Bach gefischt. Ein Getränkelaster hatte auf der Straße zwischen Steingaden und Wildsteig 250 volle Getränkekisten verloren. Na dann: Prost!

Steingaden/Wildsteig - Ein Getränkelaster verliert 250 volle Kisten Kisten Bier, Wasser, Karamalz und Alcopos. Der Lasterfahrer bemerkt das nicht. Er fährt weiter und wirft während seiner gesamten Fahrt immer wieder über die Ladeluke des Anhängers einen ganzen Schwung voller Getränkekisten ab. Das gibt’s nicht? Doch, gibt es. So geschehen am vergangenen Dienstag in den frühen Morgenstunden – angefangen auf der Staatsstraße 2059 zwischen Steingaden und Wildsteig und schließlich bis nach Murnau.

Auf Höhe der Wieskirche ist der 62-Jährige aus Marktoberdorf in den frühen Morgenstunden mit dem Getränkelaster unterwegs. 1244 Kisten hat er geladen, als er am Beginn eines Waldstücks bei Steingaden aufs Bankett kommt. Der Fahrer lenkt sofort gegen, merkt allerdings nicht, dass sein Laster mit dem Anhänger einen Telefonmasten streift. Verhängnisvoll – denn dadurch öffnet sich vermutlich der Verschluss der rechten seitlichen Ladeklappe des Anhängers. In der nächsten Linkskurve dann der Beginn einer scherbenreichen Fahrt: An die 250 volle Getränkekisten kippen aus dem Laster auf die Straße.

Das gibt: Schaum, so weit das Auge reicht. Ein Meer aus Scherben. Und ein paar Flaschen, die neben Kisten im Bach an der Fahrbahn schwimmen. Wasser, Karamalz, Alcopops und das gute Augustiner-Hell: Es ist alles dabei, was das Feuerwehr-Mann-Herz begehrt. Allerdings nicht in der Form, und wenn, dann bitte auch nach Feierabend und nicht um 5.30 Uhr morgens.

Und während für die Feuerwehr Steingaden und später auch Wildsteig ein mehrstündiges „Ramadama“ der besonderen Art beginnt, geht die Fahrt für den Getränkelaster weiter. Bis nach Murnau geht seine Fahrt. Munter werden so noch jede Menge weiterer Getränkekisten auf der Straße verteilt. Erst in Murnau stellt der Lasterfahrer fest, dass etwas nicht stimmt. Bis dorthin hat er immer wieder Getränkekisten über die offene Ladeklappe verloren, „insbesondere in Linkskurven“, weiß ein Sprecher der Schongauer Polizei. Auch die Feuerwehren in Saulgrub, Kohlgrub und Murnau kamen so in den Geschmack eines ungewöhnlichen Einsatzes.

Tatsächlich fischen die insgesamt 30 Männer der Feuerwehren Steingaden und Wildsteig nicht im Trüben, sondern nach vollen Flaschen. Im Bach neben der Straße schwimmen Kisten, Flaschen, aber auch Scherben. Davon gibt’s auch genug auf der Straße. Die schäumt regelrecht. Das Gemisch aus Bierschaum, Karamalz und Wasser ist zusammen mit Glassplittern zu einem schmierigen Teppich geworden. „Als es dann auch noch zu schneien angefangen hat, ist das noch schlimmer geworden“, schildert Steingadens Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Leo Eicher. Eine Wolke eigenartigen Geruchs schwebt über dem Ort des Geschehens. Ein Hauch von Brauhaus könnte man sagen.

Während die Feuerwehr sortiert – die ganzen Flaschen kommen wieder in die Kisten und werden auf den Hänger der Wehr geladen – kommt auch der Peitinger Bauhof zum Einsatz. Die große Kehrmaschine rückt an und beseitigt den Scherben-Schaum.

Endlich kann die Straße nach einer Vollsperrung wieder freigegeben werden. Der Schaden ist beseitigt. Die Getränkekisten mit den unbeschädigten Restbeständen warten im Hof der Feuerwehr Steingaden darauf, wieder vom Laster abgeholt und unbeschadet transportiert zu werden – auch wenn sich die Feuerwehrmänner nach diesem kalt-nassen Einsatz ganz sicher ein Flascherl verdient gehabt hätten.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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