+
Können die Schongauer bald ihren Lech mit dem Floß befahren?

Tourismuschef kämpft für Floßfahrten auf dem Lech

Geht Schongau unter die Flößerstädte?

Schongau - Wenn alles so eintrifft, wie sich der Schongauer Tourismus-Chef Hans Hartung das vorstellt, dann könnten heuer im August die ersten Floßfahrten auf dem Lechsee stattfinden. Sicherlich eine Attraktion – doch noch muss abgewartet werden, ob auch der Zuschuss fließt

Eine unendliche Geschichte? Nein, die soll es nicht werden. Seit 13 Monaten kämpft Hans Hartung schon darum, dass der traditionsreiche Floßbetrieb auf dem Lechsee aufgenommen werden darf. Am 4. Februar 2015 hatte er einen entsprechenden Antrag beim Landratsamt Weilheim-Schongau eingereicht.

„Bei mit daheim liegt ein dicker Aktenordner“, verrät Hartung. Auch mit dem Umweltministerium in München ist ein reger Schriftverkehr geführt worden. „Weil es sich in diesem Bereich des Lechs um ein besonderes Schutzgebiet handelt“, sagen die Umweltschützer. Angeblich halten sich dort zwölf Uhu-Pärchen auf. „Ich bin zweimal pro Woche beim Joggen, auch in der Dämmerung, aber einen Uhu habe ich bisher noch nie gesehen“, erzählt Hartung.

Wie dem auch sei, noch ruht das Projekt. Alles wartet auf die Sitzung des Lenkungsausschusses der Arbeitsgemeinschaft Auerbergland-Pfaffenwinkel am 26. April. Dort wird über die Zuschüsse aus dem LeaSder-Programm verhandelt. „Vorher kann es nicht losgehen“, weiß Hartung. Doch die Pläne hat er bereits im Kopf. 18,5 Meter soll das neue Floß lang sein und sieben Meter breit. „Das sind die gängigen Maße“, schildert er. So ähnlich wie in Lechbruck soll es aussehen. Dort hat sich Hartung bereits informiert. Die Floßfahrten finden dort großen Anklang, deshalb ist er zuversichtlich, dass es in Schongau ebenso funktioniert.

Sobald der Lenkungsausschuss Ende April grünes Licht gibt, könnten die Arbeiten zum Bau des Floßes beginnen. Die nötigen Hölzer kann Stadtförster Klaus Thien liefern, dies hat er bereits bei der Bürgerversammlung vor einem Jahr angedeutet. Und beim Zusammenbauen des Floßes will Hartung den Maschinenring einbinden. Damit alles Hand und Fuß hat. Auch der TÜV muss noch seinen Segen geben.

Weil es sich beim Lechsee um einen sensiblen Landschaftsbereich (Stichwort Uhu) handelt, dürfen die Floßfahrten in Schongau nur in den Monaten August und September stattfinden – dann aber möglichst täglich, sofern es das Wetter zulässt.

Eineinhalb bis zwei Stunden soll so eine Floßfahrt dauern. Vorgesehen ist eine Strecke von zweieinhalb Kilometern – flussaufwärts bis in Richtung Litzauer Schleife. Um auf dem Wasser voranzukommen, ist ein Außenbordmotor notwendig. Bei Kilometer 132,2 soll Schluss sein, dann geht’s wieder zurück zur Anlegestelle am Lido – mit Hilfe der natürlichen Strömung.

Was zu beachten ist: Zum gegenüberliegenden Uferbereich muss ein Abstand von mindestens 50 Metern eingehalten werden. So fordern es die Umweltschützer.

Welche Kosten entstehen durch das Floßprojekt? Hartung hat schon mal eine grobe Kalkulation angestellt. Er geht von 12 000 Euro aus, wobei man mit einem Zuschuss von 50 Prozent (also mit 6000 Euro) rechnet.

Das Floß soll mit maximal 40 Personen besetzt sein. Und wer darf dann als Kapitän das Steuerruder in die Hand nehmen? „Ich habe einen Sportseefischerschein“, verrät Hans Hartung vorweg. Allerdings werden dann noch weitere Leute benötigt, die das Floß ebenfalls sicher über den Lechsee steuern können

Michael Gretschmann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Leonhardiritt in Wildsteig: Ross und Reiter im Regen
„Nach der vielen Arbeit Schwere, an Leonhardi die Rösser ehre“, heißt es in einer Bauernregel. Auf Hochglanz gestriegelt und fein herausgeputzt standen 103 Rösser am …
Leonhardiritt in Wildsteig: Ross und Reiter im Regen
„Eine der schönsten Produktionen“
Eine positive Bilanz zog Regisseur Karl Müller-Hindelang beim Abschlusstreffen der Mitwirkenden des Freilichttheaters „Die Anstifter“ im Pfarrheim in Steingaden, zu dem …
„Eine der schönsten Produktionen“
Die Tradition mit den Krautköpfen
Sauerkraut aus der Supermarkt-Dose? Nicht in Schwabbruck. Es ist gute, alte Tradition in der Schönachgemeinde, am Kirchweihsamstag die Krautköpfe selbst zu hobeln. Die …
Die Tradition mit den Krautköpfen
Investitionsstau bei Schongauer Straßen „keine Strategie“
Bei Gegnern der Straßenausbau-Beitragssatzung (Strabs) in Schongau ist oft zu hören, dass die Stadt an den Straßen seit Ewigkeiten nichts gemacht hat. Es steht der …
Investitionsstau bei Schongauer Straßen „keine Strategie“

Kommentare