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In die Jahre gekommen ist das schon nostalgische Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Tannenberg mit SOG-Kennzeichen. Um das deutlich zu demonstrieren, hat sich die Vierergruppe neben dem Kommandanten Markus Welz in die dazu passende, aber nicht mehr zeitgemäße Ausrüstung „gezwängt“. Von links sind dies neben Markus Welz: Christoph Plischke (stellv. Kommandant), Stephan Bair, Oswald Bair und Dietmar Hertl.  Foto: herold
In die Jahre gekommen ist das schon nostalgische Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Tannenberg mit SOG-Kennzeichen. Um das deutlich zu demonstrieren, hat sich die Vierergruppe neben dem Kommandanten Markus Welz in die dazu passende, aber nicht mehr zeitgemäße Ausrüstung „gezwängt“. Von links sind dies neben Markus Welz: Christoph Plischke (stellv. Kommandant), Stephan Bair, Oswald Bair und Dietmar Hertl. Foto: herold

Tannenberg - „Das schockiert uns jetzt, ich wusste nicht, dass es so schlimm ist.“ Diese Worte von Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer lassen dem Burggener Gemeinderat wenig Spielraum. Bis zur nächsten Sitzung muss sich das Gremium entscheiden, welches Fahrzeug das TSF Baujahr 1969 der Tannenberger Wehr ersetzen soll.

Sechs Plätze waren am Tisch im Saal des Gemeindehauses frei gemacht worden: Fernsemmer wurde begleitet von Klaus Peter, Kreisschirrmeister für die Fahrzeugbeschaffung. Neben Bürgermeister Joseph Schuster nahmen außerdem Markus Welz und Christoph Plischke (Feuerwehrkommandant und Stellvertreter Tannenberg) sowie Hermann Lang und Matthias Faller (Kommandant und Stellvertreter Burggen) Platz. Bereits 2010 hatte Welz den Antrag auf Ersatzbeschaffung für das Tragkraftspritzenfahrzeug - ein Ford Transit - gestellt, nun wünscht man sich, möglichst rasch bestellen zu können.

Auseinander gehen allerdings die Vorstellungen über das Fahrzeug. Während damals noch ein kleineres Fahrzeug für rund 70 000 Euro im Raum stand, hätten sich die Bestimmungen geändert. Auch Tannenberg braucht nun ein wasserführendes Fahrzeug. Ein 6,5-Tonner ist zum derzeitigen Zeitpunkt mit aktueller Beladung gerade noch ausreichend, um aber auch für die Zukunft gut gerüstet zu sein, schlagen Kreisbrandinspektor und Kreisschirrmeister den 7,5-Tonner vor. Kosten für das kleinere TSFW rund 130 000 Euro (minus 30 000 Euro Zuschuss), das größere kostet 155 000 Euro (abzüglich ebenfalls 30 000 Euro Zuschuss).

„Der Wunsch der Gemeinde war, dass sich die beiden Wehren ergänzen, eng und gut zusammenarbeiten“, erläuterte Schuster. Dies geschehe bereits bei den Atemschutzträgern, erläuterte Welz. Unter der Federführung von Lang - Burggen hat eine Atemschutzgruppe - werde diese mit Tannenbergern verstärkt. „Das ist fast einzigartig im ganzen Gäu“, betonte Welz, die Kreisbrandinspektion kann dies befürworten, weil Burggen und Tannenberg als eine Branschutzeinheit angesehen wird. Bei den Löschfahrzeugen muss nun ebenfalls eine Ergänzung stattfinden, aber ohne Wasser an Bord geht dies eben künftig auch in Tannenberg nicht mehr.

Was den ein oder anderen Gemeinderat erschreckte, war der nun deutlich höhere Betrag. „Etwas befremdlich“, fand beispielsweise Konrad Schindler die Diskussion. Auch Dr. Stefan Schnack hieb angesichts der mehr als leeren Burggener Kasse in die gleiche Kerbe. Man werde nicht alles, was in der Gemeinde wichtig ist, bezahlen können.

Fernsemmer blieb es dann überlassen, unmissverständlich klar zu machen: Die Gemeinde hat Rettungs- und Hilfsfrist binnen zehn Minuten. Es reiche nicht aus, dass Burggen nun ein neues Löschfahrzeug bekommt. Tannenbergs Kommandant unterstrich die Brisanz: Schon heute sei der Ford Transit eher Oldtimer als Einsatzfahrzeug, Ersatzteile gibt es auf dem Markt keine mehr, diese müssen über Ersatzteilbörsen bezogen werden. Und er berichtete über eine recht gefährliche Situation, als während einer Bewegungsfahrt die Bremsen nicht mehr aufmachten. „Stellen Sie sich vor, so etwas passiert während eines Einsatzes, da ist man etwas schneller unterwegs“, verdeutlichte Welz auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Seine unmissverständliche Aussage gegenüber dem Gemeinderat: „Ich kann so nicht mehr weiter, mein oberstes Gebot ist immer, meine Leute gesund wieder heimzubringen.“

Bürgermeister Schuster schlug dem Gremium vor, „alles sacken zu lassen“ - der Punkt soll nach der Sommerpause erneut behandelt werden.

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