Die neu geplante Fläche des Baugebiets „Am Grohholz“: Der Bereich über dem St.-Sebastian-Weg und der südlichste Teil ist neu.
+
Die neu geplante Fläche des Baugebiets „Am Grohholz“: Der Bereich über dem St.-Sebastian-Weg und der südlichste Teil ist neu.

Es werden 20 statt 13 Grundstücke angeboten

Wildsteig: Grohholz-Erweiterung beschlossen

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
    schließen

17 Seiten lang waren die Stellungnahmen, die zum neuen Bebauungsplan „Am Grohholz“ bei der Gemeinde eingegangen sind – ein paar Änderungen haben sich dadurch noch ergeben. Mit dem nun gefällten Beschluss steht fest: Es werden 20 statt 13 Grundstücke angeboten.

Wildsteig – Es ist beim Aufstellen eines Bebauungsplanes immer ein wichtiger Punkt: Nachdem der Entwurf öffentlich ausgelegt wurde, kann jeder, der möchte, eine Stellungnahme dazu abgeben. Zur neuen Satzung für das Wildsteiger Baugebiet „Am Grohholz“ kamen insgesamt 17 Seiten an Anmerkungen und Einwänden zusammen. Ein paar Änderungen nahm der Gemeinderat deshalb noch vor, ehe er einstimmig beschloss: So wird’s jetzt gemacht, 20 Grundstücke werden verkauft.

Ursprünglich waren bloß 13 ausgewiesen worden, doch als Nachbarflächen im Süden und Norden ebenfalls angeboten wurden, nahm die Gemeinde die Möglichkeit wahr und erweiterte das Baugebiet nun noch einmal. Um das grundsätzliche Vorhaben drehten sich die Einwände – vier kamen von Bürgern, der Rest von Behörden und Trägern öffentlicher Belange – nicht mehr. Stattdessen wurde an manchen Stellen noch gefeilt.

Bedenken des Bürgers geteilt

So bemängelte beispielsweise ein Wildsteiger die geplante Grünfläche zwischen den südlichen Bauplätzen und der Straße – denn die hätten die Zufahrtsmöglichkeiten zu den Grundstücken deutlich eingeschränkt. Die Grünstreifen „dienen unter anderem dem Schutz der Grundstücke vor wild abfließendem Wasser und zur Durchgrünung des Gebiets“, sagte Thomas Haag, Inhaber des Architekturbüros Abtplan, in der Gemeinderatssitzung. Das Gremium aber teilte die Bedenken des Bürgers und ließ die Streifen streichen, sodass die Bauherren ein wenig freier ihre Zufahrt gestalten können.

Auch bei der Größe mancher Baufenster gab es kritische Stimmen. Haag erklärte, dass auf den betroffenen Grundstücken „prägnante Gebäude“ im Zentrum des Gebiets entstehen würden und deshalb die Möglichkeiten bei der Ausrichtung der Häuser eingeschränkt würden. Auch da befürwortete das Gremium, die Vorgaben zu lockern.

Nicht viel Luft für Entscheidungen

Nichts änderte der Gemeinderat aber bei der Anzahl der Doppelhaushälften. In einer Stellungnahme kam die Frage auf, warum nur vier im ganzen Baugebiet möglich seien. „Bisher haben wir noch nie ein Doppelhaus verkauft“, sagte Bürgermeister Josef Taffertshofer dazu. „Da werden wir Klimmzüge machen, dass wir diese an den Mann oder die Frau bringen.“ Und so blieb es bei der geplanten Anzahl.

Nicht viel Luft für Entscheidungen blieb den Gemeinderatsmitgliedern bei Naturschutz-Vorgaben der Behörden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim erinnerte daran, dass zum Ausgleich für die bereits gefällten Fichten eine Aufforstung an anderer Stelle gefordert wurde. Östlich des Baugebiets, ein wenig abgelegen, soll deshalb ein Fichtenbestand in einen Mischwald umgewandelt werden.

Die Untere Naturschutzbehörde, also das Landratsamt, forderte zudem, dass die bereits angelaufene Erschließung des Gebiets nun mit einer Umweltbaubegleitung abläuft – der- oder diejenige soll dabei unter anderem dabei unterstützen, dass die Empfehlungen zum Artenschutz umgesetzt werden. „Das wird immer spannender“, kommentierte Taffertshofer. Die Kosten für den zusätzlichen Aufwand müssen die künftigen Bauherren tragen, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Sie werden über die Erschließungsbeiträge abgerechnet.“

Auch interessant

Kommentare