Groß-Dealer aus München packt aus

Schongau - Ein Groß-Dealer aus München packte nach seiner Festnahme im vergangen Jahr aus und nannte unter anderem die Namen seiner Abnehmer im Raum Schongau. Denen geht es jetzt an den Kragen.

Zuerst wurde ein Peitinger (33) zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt (wie berichtet), jetzt verdonnerte der Weilheimer Amtsrichter einen Schongauer (40) wegen Drogenerwerbs zu neun Monaten Bewährungsstrafe und 2 000 Euro Geldauflage.

Angeklagt war der Schongauer, im Mai 2011 für 400 Euro Marihuna und ein Gramm Kokain von dem Münchener Dealer gekauft und danach mit Gewinn verkauft zu haben. Ein weiterer Deal einen Monat später über 100 Gramm Marihuana kam nicht mehr zustande, weil zuvor der Dealer festgenommen worden war und seither in Untersuchungshaft sitzt. Verteidiger Winfried Folda räumte den Tatvorwurf „mit Einschränkungen“ ein. Sein Mandant habe mit den Drogen nicht gehandelt. Der 40-Jährige habe vielmehr das Rauschgift in einem Waldstück gebunkert und sich bei Bedarf aus diesem Versteck zum Eigenkonsum bedient. Jetzt sei der Familienvater clean, so der Verteidiger. Das konnte er durch ein Drogensecreening nachweisen.

Der aus der Justizvollzugsanstalt Stadelheim vorgeführte Groß-Dealer sagte aus, dass er den Angeklagten schon von Kindesbeinen an kenne. „Das Kokain hat er bei mir nicht gekauft, das war ein Geschenk von mir.“ Nach der Beweisaufnahme blieb von dem „schwunghaften Drogenhandel des Schongauers“, wie die Staatsanwältin ursprünglich anklagte, nichts übrig - nachgewiesen werden konnte dem Handwerker lediglich der Drogenerwerb in zwei Fällen.

Wegen einer günstigen Sozialprognose wurde der Wiederholungstäter trotz einer einschlägigen Vorstrafe zu moderaten neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 2 000 Euro Geldauflage verurteilt.

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