Christoph Weiherer sorgte mit seinem Musikkabarett für viel Heiterkeit auf der Kleinkunstbühne in Schongau. Foto: ms

Großer Andrang beim Musikkabarett mit Christoph Weiherer

Schongau - Mit einem derart großen Andrang hätte das Schalander-Team beim Kabarett-Abend mit Christoph Weiherer nicht gerechnet: Wegen des großen Ansturms mussten vorher noch einige Stühle in den Eulenspiegel geschafft werden, um alle unterzubringen, die den Münchener Liedermacher hören wollten.

Und der Besuch hat sich gelohnt: Weiherer sorgte mit seinen Liedern und Anekdoten aus seinen beiden Programmen „scheiße schrein!“ und „offline“ nicht nur für einen amüsanten, unterhaltsamen Abend, sondern präsentierte seinem Publikum auch viel Hintergründiges und sparte nicht mit Kritik an Zuständen, die ihn anbiedern.

Und da macht er nicht mal vor seiner eigenen bayerischen Heimat Halt: In seinen „abschreckenden Heimatliedern“ macht er deutlich, was ihm an Bayern nicht passt - und macht dabei seinem Publikum weiß, dass er mit diesen Liedern ja eigentlich nur „de do drob’n“ von Bremerhaven, Flensburg etc. davon abhalten will, in den Süden zu kommen - „dass mir im Sommer a Ruah ham und in Ruhe unser’ wunderschöne Landschaft genießen kenna“.

Jedenfalls steht für Weiherer fest: „Ja de Welt werd si ändern, des is klar - aber in Bayern bleibt allaweil ois so wia’s war!“

Weniger humorvoll klingt’s dann aber, wenn er davon singt, dass seine Heimat dort sei, wo „des ganze Dorf sei Maul halt, wenn a Vater sei Kind fast daschlagt“ - aber die Leut sich das Maul zerreißen, „wenn oana sein Rasen a Woch’n net maht“ - getreu dem Motto: „Überall wegschaun und doch alls seng“.

Weiherer macht sich über so alles mögliche seine Gedanken: Ob die Klimaerwärmung etwas mit dem neuen Lied von Robbie Williams zu tun hat, oder ob die Feldbusch „wirklich so bled is oder bloß so duad“.

Über Stoiber meint der Kabarettist: „Es ist völlig untypisch für einen CSU-Politiker, von der Bildfläche zu verschwinden, ohne tot zu sein“ - „des g’hert si net für an CSU-Politiker“.

Zum Schreien komisch findet das Publikum die heiteren Anekdoten, die der junge Liedermacher so ganz nebenbei erzählt - etwa die Geschichte, wie er tagtäglich die Saturn-Mitarbeiter in München beschäftigt, indem er seine eigene CD mal zwischen Madonna und Britney Spears versteckt, und ein andermal wieder bei Klassik hinter dem großen Meister Vivaldi.

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