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Umzingelt von Groß-Kinos: In knapp einer halben Stunde Fahrzeit haben Schongauer und Peitinger eine große Auswahl. Vor Ort allerdings tut sich wenig beim Thema Kino-Ansiedlung.

Großkino-Träume im Schongauer Land

"Für ein Kino muss das Umfeld stimmen"

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Schongau - Der SN-Aprilscherz, dass der Aichacher Kinobetreiber Werner Rusch (60) in Hohenfurch ein großes Kino bauen will, war so authentisch, dass sogar Ruschs eigene Söhne darauf reingefallen sind. Aber warum muss ein Groß-Kino im Schongauer Land eigentlich als Aprilscherz herhalten?

-Herr Rusch, Sie betreiben derzeit acht große Kinos, in Meitingen nördlich von Augsburg ersetzen sie derzeit ein kleineres durch einen Sechs-Millionen-Euro-Neubau mit sieben Sälen. Was hat der Ort, was Schongau nicht hat?

Werner Rusch: Das Umfeld muss stimmen. Man braucht eine Menge Menschen, die dort gut hinkommen können.

-Meitingen hat 11 400 Einwohner, Schongau über 12 000, beide Städte liegen an Bundesstraßen – das klingt doch identisch.

Rusch: Ja, aber trotzdem scheitert es an der Menge.

-Schongau, Peiting und Altenstadt wollen verstärkt gemeinsam auftreten und ihre zusammen 30 000 Einwohner in die Waagschale werfen.

Rusch: Mit 30 000 Leuten kann ich wenig anfangen. Statistisch geht jeder Deutsche 1,5 Mal pro Jahr ins Kino, das wäre hier viel zu wenig. Man braucht ein Umfeld von 100 000 bis 120 000 Menschen, die innerhalb von 20 Minuten beim Kino sind. Das ist in Meitingen der Fall, in Schongau vermutlich nicht. Dann tut man sich eben schwer.

-Wobei Sie schon einmal in der Region waren.

Rusch: Vor rund zwei Jahren nahm uns ein Projektentwickler auf einen Termin zum Peitinger Bürgermeister mit. Seitdem kam es zu keinen weiteren Kontakten.

-Tatsächlich fehlt hier offenbar immer entweder der Investor oder der Betreiber. Sie sind zum Teil beides.

Rusch: Ja, wir sind Mieter in einigen Gebäuden, aber das Meitinger Projekt beispielsweise machen wir selber. Das war anders geplant, aber der Investor hatte vor einigen Jahren kein grünes Licht von der Bank bekommen. Da haben wir gesagt, wir machen es selber. Obwohl selber Bauen wahnsinnig teuer ist.

-Mutig, mutig. Für Außenstehende überraschend war auch die Entscheidung, 2013 in Penzing ein Mega-Kino hinzustellen, wo es quasi direkt nebenan bereits ein großes Kino in Kaufering gab.

Rusch: Da waren wir uns absolut sicher, dass es funktioniert, auch wenn wir eigentlich nach Landsberg wollten. Aber die hatten abgelehnt. Es gab eine Studie der Stadt, nachdem im Radius von 20 Fahrminuten 180 000 Menschen leben. Das war für uns entscheidend, und der Erfolg gibt uns recht. Penzing läuft richtig gut, die Lage ist einfach fantastisch.

-Wenn Schongau und Peiting mit einer Studie kämen, die anhand von Einwohnern und Anfahrtsmöglichkeiten belegen würden, dass ein Groß-Kino hier doch wirtschaftlich zu betreiben wäre, kämen Sie dann wieder ins Überlegen?

Rusch: Es wäre die Voraussetzung und eine Basis, auf die man aufbauen kann. So etwas verlangen auch die Banken, sonst gibt es überhaupt keine Finanzierung. Ich habe so etwas auch schon öfter in Auftrag gegeben. Letztlich steht und fällt ein Kino aber mit dem Betreiber.

-In Schongau gibt es das Lagerhauskino, das vor allem Programmkino und Nischenfilme zeigt. Ist so etwas ein Hindernis?

Rusch: Das nicht, aber es gibt doch noch ein anderes Kino in Schongau, oder?

-Ja, das Filmtheater, aber das ist derzeit faktisch geschlossen, weil der Besitzer noch nicht auf die moderne Technik umgestellt hat und keine Filme mehr zeigen kann.

Rusch: Das ist egal. Allein die mögliche Tatsache, dass man sich Filme vor Ort künftig teilen müsste, ist nicht positiv. Wenn gesichert wäre, dass das Kino weg ist, sähe es anders aus.

-Was könnten die Städte denn tun, um einem Großkino-Betreiber wie Sie anzulocken?

Rusch: Die müssten sich schon anstrengen, zum Beispiel beim Grundstückspreis entgegenkommen. Ich habe keine Ahnung, was es da in Schongau und Peiting für Möglichkeiten gibt. Denn wie gesagt, Bauen ist teuer, von den Eintrittspreisen müssen wir die Hälfte an die Verleiher abgeben, und immer neue Technik verursacht auch immense Kosten. Das Geschäft ist nicht leicht.

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