Thomas Elste (vorn links) und Hans Schütz (vorn rechts) hatten zu der Informationsveranstaltung in den Gasthof Buchberger eingeladen. foto: uf

Grüne wollen Ortsgruppe in Peiting

Peiting - Spätestens ab März diesen Jahres hat Peiting eine eigene Ortsgruppe des Bündnis 90/ die Grünen. Das wurde zumindest bei einer Informationsveranstaltung im Gasthof Buchberger abgestimmt.

Thomas Elste und Hans Schütz hatten mit der provokanten Frage „Braucht Peiting grüne Gemeinderäte?“ nicht nur Interessierte angelockt, sondern auch andere politische Lager aufgeschreckt. „Die Grünen sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und präsentieren einen erheblichen Teil der Bevölkerung. Sie würden im Gemeinderat auch einen Teil Peitings vertreten“, so Hans Schütz.

Zusammen mit Thomas Elste, der im Observatorium am Hohen Peißenberg beschäftigt ist und seit acht Jahren der Ortsgruppe Peiting-Schongau des Bund Naturschutz vorsteht, will er die Gunst der Stunde nutzen und in Peiting eine Ortsgruppe des Bündnis 90/ die Grünen etablieren. Damit dieser Plan auch umgesetzt werden kann, braucht es neben Elste, der selbst für den Gemeinderat kandidieren will, noch weitere Mitstreiter, um eine eigene Liste aufstellen zu können.

Darüber hinaus muss die Ortsgruppe zumindest eine(n) Vorsitzende(n), eine(n) Kassier(in) und eine(n) Schriftführer(in) vorweisen. Ob diese Vorgaben zu erfüllen sind, wird sich letztendlich bei der Gründungsversammlung, die im März stattfinden soll und zu der alle interessierten Peitinger eingeladen sind, zeigen.

Vorausgegangen war die Diskussion, ob bei den nächsten Gemeinderats-Wahlen mit einer Grünen oder einer offenen alternativen Liste angetreten werden soll. Die Idee der alternativen Liste in den Raum gestellt hatten Günther Schachner (Kreissprecher) und Gilberte Lebien-Schachner (Kreisschatzmeisterin) der Linken im Oberland. Schachner begründete diesen Vorstoß damit, dass in der heutigen Zeit „viele Leute Parteienüberdrüssig“ seien und dadurch eine unabhängige Liste mehr Chancen hätte.

Dieser Vorschlag wurde aber mit acht gegen fünf Stimmen abgelehnt. Gegen eine alternative Liste spräche laut Schütz auch der organisatorische Aufwand. Für eine neue Liste müssten etwa 200 Unterschriften aus der Bevölkerung gesammelt und zudem eine neue Beitragssatzung aufgestellt werden.

Bei den Grünen beträgt der aktuelle Jahresbeitrag ein Prozent des Nettogehalts. „Listen sollten immer offen sein. Wir wollen auch die Möglichkeit nutzen, unabhängige Sachverständige von außen zu holen“, erklärte Schütz, selbst kein Parteimitglied der Grünen, der die Partei im Kreistag vertritt.

Nicht mit Koalitionsabsichten, sondern als Beobachter waren Peter Ostenrieder, CSU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und Michael Deibler, stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender, gekommen. Ostenrieder wollte nach eigener Aussage „Themen, die die Peitinger bewegen, aufgreifen“, Deibler trieb die Frage um: „Würden sie Mitglied bei den Grünen werden, Herr Schütz?“. Eine Frage, die Schütz klar mit nein beantwortete. Er wolle sich wieder im Kreistag engagieren und stünde nicht für ein Amt in der Gruppierung oder im Gemeinderat zur Verfügung. Er wünscht sich aber rege Teilnahme bei der Gründungsversammlung im März.

Schütz: „Die Bürger sollen selbst entscheiden, wir wollen ihnen nichts vorsetzen. Demokratie lebt vom Mitmachen. Es ist wichtig, die Bürger einzubinden und dazu zu bringen, dass sie mit entscheiden.“

Ursula Fröhlich

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