KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern

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Stimmungs- und Darbietungs-Höhepunkt: „Mr. Jelly Roll“ alias Ferdinand Kraemer vollführt den „Triple Dance“, bei dem er die Mandoline über Kopf spielt und mit Partner Peter Crow durch die Zuhörer-Reihen tanzt.

Umjubeltes Konzert in Peiting

Südstaaten-Blues im "Grünen Salon"

Eigenes und Traditionelles im Stil des Südstaaten-Blues der 1920er-Jahre hat das Duo „Black Patti“ beim Konzert im neu gegründeten „grünen Salon“ präsentiert. Das Publikum im ausverkauften Saal war begeistert.

Tiefschwarze Musik, wie sie einst in den Jazz-Kneipen, Hinterhöfen und Straßen von New Orleans und Louisiana zu hören war, gespielt von zwei Weißen in einem kleinen bayerischen Saal. Der allerdings angesichts des Besucheransturms fast aus allen Nähten platzte und durch die Enge, aber auch gemütliche Atmosphäre, fast authentische Stimmung aufkommen ließ. Die beiden Münchener Gitarristen Peter Crow C. und Ferdinand Kraemer alias „Mr. Jelly Roll“ taten ein Übriges.

Während sich Kraemer als virtuoser Meister der Mandoline erwies, entlockte Crow seiner Steelguitar in lässiger Cowboy-Manier originalgetreue Klänge und gab auch auf der Bluesharp alles. Darüber hinaus erwies er sich noch als kurzweiliger Unterhalter, der das Publikum mit seinen Ausführungen immer wieder zum Schmunzeln brachte.

Der Name „Black Patti“, stammt von einem kleinen amerikanischen Musik-Label, das anno dazumal Handmade-Musik auf Schellackplatten herausbrachte. „Schellackplatte, das war kurz vor MP3“, so Crow trocken. Wehmütig wurde er beim Gedanken an seinen alten VW-Jetta mit umhäkelter Klorolle und Wackel-Dackel auf der Ablage, mit dem er einst durch die Lande zog.

Der ist inzwischen einem moderneren Fahrzeug gewichen, das von allen Seiten piept. Peter Crow C.: „Ich finde, dass es uns Männer beleidigt beim Rückwärts-Einparken.“ Und wenn er sich richtig in Blues-Stimmung bringen will, muss er nur an seine Verflossene denken: „Alle meine Lieder sind über meine Exfrau. Da ist kein schönes dabei.“

Um die Peitinger Frauen im Publikum bei Laune zu halten, widmete er ihnen aber unter dem Motto „are you ready for Kitsch?“ doch ein fröhliches Lied: „Please Babe“. Ebenso dazu gehörte der „HipHop der 50er-Jahre“ namens Boogie Woogie, einige „little funky“-Eigenkompositionen und auch das eine oder andere Spiritual. O-Ton Crow: „Je mehr Spirituals, desto schlimmer der Lebenswandel der Musiker.“

Anekdoten aus einem langen Musikerleben wechselten sich ab mit gefühlvollem Sound, der vor dem inneren Auge der Zuhörer weite Landschaften, alte Karossen, rauchige Spielunken und schwarze Musiker erstehen ließen. Als Höhepunkt vollführte „Mr. Jelly Roll“ noch den berühmten „Tripple Dance“ mit über Kopf gespielter Mandoline zwischen den Publikumsreihen. Ein musikalisches Husarenstück, das mit begeistertem Applaus quittiert wurde. Und damit keiner „zu fröhlich nach Hause geht“, gab es zum Abschluss noch einmal satten Blues. Aber immerhin begleitet von einem: „Ich wünsch Euch ein wunderschönes 2016 mit wenig Blues!"

uf

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