Die ersten Versuche von Samuel (zehn Jahre alt) auf der Tuba von Bassist Gottfried Rößle. Die 9-jährige Lina ist mit dem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden, wie sie sichtlich demonstriert. Foto: Herold

Grundschule Schwabsoien: Das Interesse an Musik und Instrumenten früh wecken

Schwabsoien - Markus Waldhör, Posaunist und Jugendbeauftragter der Musikkapelle Schwabbruck, gibt den Schülern der Grundschule Schwabsoien in der Turnhalle wertvolle Tipps.

Schulleiterin Angelika Müller hat vor einigen Jahren parallel zum Musikunterricht ein Projekt ins Leben gerufen, welches den Schülern das Spielen eines Instruments schmackhaft machen soll. Dazu kommen im jährlichen Wechsel Musikkapellen der Nachbargemeinden nach Schwabsoien, um hautnah und besonders auf die Kinder abgestimmt ihre Instrumente vorzustellen.

In diesem Jahr ist die Musikkapelle Schwabbruck mit ihrem Dirigenten Holger Zwick nach Schwabsoien gekommen. Er sieht in der Aktion auch ein Werben für die Blasmusik, die, wie von den Kindern erfragt, in vielen Familien gehört wird. Nach dem gemeinsamen Vorspiel eines Chorals und einem musikalischen Geburtstagsgruß für alle im Monat Mai geborenen Kinder, stellt Dirigent Zwick die einzelnen Instrumente vor und lässt diese durch ihre Spieler in verschiedenen Zusammensetzungen erklingen. Er erklärt dabei, wie die Töne erzeugt und verändert werden können, wie wichtig also Klappen, Ventile, Züge und auch Mundstücke sind.

In Richtung der anwesenden Eltern erläuterte er, wie die musikalische Laufbahn ihres Kindes aussehen könnte. Dabei erwähnt er, dass nach zwei Jahren Grundunterricht die Kinder in der „Schönach-Jugendkapelle“ mitmusizieren könnten. Diese Kapelle ist ein Zusammenschluss, der Kindern aus den Gemeinden Schwabbruck, Schwabsoien, Altenstadt und Sachsenried die Möglichkeit gibt, miteinander in einem großen Klangkörper zu musizieren. Derzeit sind 40 Kinder in dieser Kapelle aktiv.

Um in den Anfängen der musikalischen Laufbahn nicht finanziell zu sehr belastet zu werden, können die Instrumente von den jeweiligen Kapellen der Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Erst wenn ein Kind nach einer gewissen Probezeit bei „seinem Instrument“ bleibt, können die Eltern ein eigenes kaufen. Das richtige Alter für einen erfolgreichen Start sieht der Jugendbeauftragte Markus Waldhör zwischen acht und zehn Jahren.

Den Startschuss für eine vielleicht große musikalische Karriere gibt Schulleiterin Angelika Müller, die ihre Kinder im letzten Teil der Veranstaltung an Musiker übergibt, die vor wenigen Jahren noch bei ihr die Schulbank drückten. Jetzt können sich die angehenden Musiker von den Mitgliedern der Blaskapelle Griffe, Blasansätze und Atemtechniken zeigen lassen und nacheifern. Die Kinder nehmen die Tipps an und probieren nach Herzenslust aus, was in den Ohren der Zuhörer manch musikalische Stichflamme erzeugt. Das Interesse ist geweckt. Bleibt zu hoffen, dass der Zulauf zu den Kapellen so stark ist, wie der Blasansatz des 10-jährigen Samuel auf der Tuba von Bassist Gottfried Rößle.

Hans-Helmut Herold

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