Heftiges Unwetter

Hagelschlag in Peiting: Kioskdach kaputt, Keller geflutet

Peiting - Ende der Hitzewelle: Die Unwetter am Wochenende haben so schwere Schäden hinterlassen, dass die Freiwillige Feuerwehr Peiting selbst am Montag noch unterwegs war. Die Einsätze reichten von voll gelaufenen Tiefgaragen bis zum zerstörten Kioskdach im Wellenfreibad.

Sommer, Sonne, Sonnenschein hieß es die letzten Wochen im Schongauer Land. Jetzt mal ehrlich: Wer sehnte sich da nicht so langsam nach einer feuchten Abkühlung? Das kühle Nass kam zum Ende der Woche, aber wie! In Strömen ergoss sich der Regen über das Schongauer Land. Während der Natur damit endlich eine Verschnaufpause gewährt wurde, war die Freude beim Menschen nur von kurzer Dauer. Spätestens beim Blick in den Keller oder auf das Autodach. In Peiting war die Freiwillige Feuerwehr ab Freitagnachmittag im Dauereinsatz. „48 Keller haben wir zwischen 16.45 Uhr und 23.30 Uhr ausgepumpt“, erzählt der Peitinger Feuerwehrkommandant Rudolf Schropp. Die Wassermassen fielen in Strömen und entwickelten sich an manchen Stellen zu kleinen Flutwellen und Sturzbächen. Davon blieben die Kellerfenster nicht verschont. „Über Peiting stand eine riesige Zelle, die direkt über dem Ortszentrum niederging“, beschreibt der Kommandant. „Da hat man teilweise die Gehsteige nicht mehr gesehen.“ Doch schlimmer geht immer: Kurz nach Einsatz der Schauer prasselten dicke, schwere Körner auf die Erde. Das ärgerte nicht nur die Autobesitzer, die ihr Auto draußen dem Hagelsturm überlassen mussten, sondern auch das Peitinger Wellenfreibad. „Die Überdachung von Aufenthaltsbereich und Kiosk ist durch den Hagel beschädigt worden“, berichtet der Badreferent Alfred Jocher. Auf „mehrere tausend Euro“ schätzt er den Schaden ungefähr – exakte Angaben gebe es derzeit noch nicht. Ärger mit dem Baddach ist aber ja nichts neues. Das durchsichtige Plexiglas-Dach wurde dieses Jahr schon einmal in Mitleidenschaft gezogen. Anfang Mai stürzte ein Mädchen beim Versuch, ins Freibad einzudringen, durch das Plexiglas. „Die zu Bruch gegangenen Platten haben wir damals ersetzt“, sagt der Badreferent. „Die verbliebenen wurden nun vom Hagel durchlöchert.“ Ärgerlich, aber noch längst nicht alles. „Auf die Bademeister kommen jetzt noch ein paar Stunden Arbeit dazu“, vermutet Jocher. Das Gewitter habe auch die Liegewiesen in ein Schlachtfeld verwandelt. Blattwerk, Eicheln und Kastanien säumen nun den Boden. Jocher sieht’s aber positiv: „Auf den Normalbürger hat das ja keinen Einfluss“, erklärt er. Die Badewiese sei schnell wieder hergerichtet und bei Sonnenschein störe auch die löchrige Überdachung niemanden. „Abgesehen davon hat es auch die Peitinger Autohäuser hart getroffen“, sagt Schropp. Da habe er von großer Verärgerung gehört. Ausruhen war für die Peitinger Kameraden übrigens bis Montag nicht angesagt. „Am Samstag mussten noch Keller ausgepumpt und Gullydeckel vom Hagel befreit werden“, erklärt Schropp. Und am Montag zerriss gleich zwei Mal das Martinshorn die Nacht: Ein Fehlalarm bei Schotten & Hansen war um 2.30 Uhr die Ursache, um 5.30 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall auf der B23. Ans Schlafen war für die Kameraden selbst dann noch nicht zu denken. „Ein Keller und eine Tiefgarage waren geflutet“, so Schropp. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Nächte etwas ruhiger verlaufen – für Hausbesitzer und Feuerwehrler.

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