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Am Sonntag wird die Haldenkapelle, die vor 200 Jahren an diesem Standort eingeweiht wurde, wieder eröffnet.

200 Jahre Haldenkapelle

Festmesse zur Wiedereröffnung

Apfeldorf - Eine wechselvolle Geschichte hat die Apfeldorfer Haldenkapelle hinter sich. Ursprünglich stand sie an einem Steilhang nahe des Lechs. Durch einen Hangrutsch wurde sie stark beschädigt und im Jahr 1816 zwischen Ober- und Unterdorf neu errichtet. Nach Innen- und Außenrenovierung wird am Sonntag, 9. Oktober, Wiedereröffnung und Jubiläum gefeiert.

Zu einer Zeit, als auf dem Rauhenlechsberg noch eine Burg stand, am Fuße des Berges die niedere Gerichtsbarkeit über die umliegenden Ortschaften ausgeübt wurde und die Flößerei ein wichtiger Gewerbszweig war, entstand eine Votivtafel mit der Haldenkapelle an ihrem ursprünglichen Standort. Sie wurde besonders von den Flößern genutzt, die hier kurz verweilten und Fürsprache bei der Muttergottes suchten.

1738 ist die Kapelle erstmals schriftlich erwähnt, als das Gebäude durch tagelange Regenfälle stark beschädigt wurde und der Hang zu rutschen begann. Das Gnadenbild „Zu unserer lieben Frau“ sowie das Mobiliar wurde in die Pfarrkirche gebracht und alsbald mit einem neuen Kapellenbau in der Nähe der Sägemühle begonnen. Doch auch der neue Standort hatte Schwierigkeiten mit dem Untergrund, schon nach knapp 80 Jahren war auch dieses Gebäude baufällig. Trotz der Säkularisation 1803 wollten die Apfeldorfer ihre Haldenkapelle nicht aufgeben, man suchte nach einem sicheren Standort. Der damalige „Danielbauer“ Rochus Wörle stellte ein Grundstück zur Verfügung und durch die eigens gegründete Kapellenstiftung konnte ein Neubau finanziert werden.

Eine Votivtafel zeigt den ursprünglichen Standort der Haldenkapelle zwischen Rauhenlechsberg und Apfeldorf.

Im Pfarrarchiv liegen noch der Bauplan, eine Kostenaufstellung und die Aufzeichnungen des damaligen Gemeindeschreibers Franz Glaswinkler, der über die Einweihung am 8. September 1816 folgendes berichtete: „Eine entsetzliche Menge Volkes, desgleichen ich in Apfeldorf noch nie gesehen und vielleicht in meinem Leben nicht mehr sehen werde, das von allen benachbarten Orten herbeigeeilt war, folgte dem betenden Zuge“. Am neuen Standort verlor die Kapelle zwar an Bedeutung für die Flößer, doch ihre Anziehungskraft für die Allgemeinheit war ungebrochen. Es gab mehrere Votivtafeln, unter anderem stiftete die Wirtin Maria Kölbl aus Kinsau ein Gnadenbild „Maria von Trost“, bei dem viele Gläubige Fürsprache hielten. Zeitweise musste der örtliche Pfarrer einen eigenen Kaplan anstellen, um den großen Andrang der Wallfahrer zu bewältigen.

Im Laufe der zwei Jahrhunderte wurden schon öfters Renovierungen vorgenommen, doch nun stand eine komplette Innen- und Außensanierung an. Kirchenpfleger Erwin Filser und Architekt Herbert Pflanz hoffen, dass die geplanten 180 000 Euro Kosten nicht überschritten werden. Da die Haldenkapelle auch als Leichenhaus genutzt wird, beteiligte sich neben der bischöflichen Finanzkammer auch die politische Gemeinde an den Kosten.

Am Sonntag, 9. Oktober, wird um 10 Uhr zu einer Festmesse vor der Kapelle eingeladen und im Anschluss werden die kirchlichen sowie politischen Ehrengäste in ein paar Grußworten die Baumaßnahmen erläutern. Eine hoffentlich wieder „entsetzliche Menge Volkes“ ist anschließend zum Frühschoppen mit der Trachtenkapelle und gemeinsamen Mittagessen eingeladen.

Rosi Geiger

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