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Das Mähboot im Haslacher See ist seit vergangenem Montag im Einsatz. Die Badegäste sind froh darüber. Foto: zil

Haslacher See: Mähboot räumt mit Wasserpflanzen auf

Bernbeuren - Das Mähboot aus Bad Bayersoien ist heuer bereits zum zweiten Mal angerückt, um dem starken Pflanzenbewuchs im Haslacher See etwas zu Leibe zu rücken.

Fünf Tage lang fahren die Gemeindearbeiter sowie einige Freiwillige des Fischereivereins ihre Runden und versuchen, möglichst viel der im ganzen See wuchernden Wasserpflanzen herauszubefördern.

Dass das Ganze nicht einfach ist, beschreibt Daniel Bißle, Vorsitzender des Fischereivereins Bernbeuren. Der höhenverstellbare Rechen des Mähbootes reiche maximal 1,50 Meter ins Wasser. „Da die flexiblen Pflanzen beim Mähen aber nach vorne weggedrückt werden, werden letztendlich nur rund 60 bis 70 Zentimeter abgeschnitten und mit dem Förderband aufs Boot transportiert“, so Bißle. Die Tatsache, dass das tägliche Wachstum dieser Pflanzen unter Idealbedingungen bis zu 20 Zentimeter betragen kann, macht die Mäh-Versuche nicht leichter. Hinzu kommt, dass das Mähboot erhebliche Kosten mit sich bringt. Der Mietpreis pro Einsatzstunde beträgt 42 Euro. Bei der ersten Mahd Anfang Juli wurden rund 1100 Euro fällig, hinzu kommen aber der Antransport mit einem Tieflader, die Abladezeit, weitere Gerätschaften, sowie die Betankung und die Personalkosten, summiert Kämmerer Florian Budschied. Ein neues Mähboot würde zwischen 80 000 und 120 000 Euro kosten. Gebrauchte gebe es nicht viele, und die Funktionalität sei auch unterschiedlich, sagt Bürgermeister Heimo Schmid.

Die Mitglieder des Fischereivereins fahren ehrenamtlich am Abend, denn „es ist auch im allerhöchsten Interesse des Vereins, dass soviel Biomasse wie möglich aus dem See geholt wird“, bekräftigt Bißle. Der Vorsitzende fügt aber hinzu, dass der Haslacher See ein Moorsee sei und dies auch bleibe. Es werde immer geschimpft: „Ist das Wasser trüb, heißt es, der See ist dreckig, ist das Wasser klar, wachsen nun mal die Pflanzen besser. See bleibt See, und wem das nicht passt, soll ins Hallenbad oder mit einem vernünftigen Lösung aufwarten, wie das Problem des starken Bewuchses unter Kontrolle gebracht werden kann.“ Das Beispiel Bad Bayersoien zeige doch, dass selbst Ausbaggern nichts geholfen habe.

Zum Thema „See auslaufen lassen“, wie es von vielen Stimmen gefordert wird, bestätigt Bißle, dass dies im Winter 2013/14 geplant sei. Das letzte Mal geschah dies 2002/03, und der Fischereiverein hatte sich darauf geeinigt, den See alle zehn Jahre ablaufen zu lassen. Für das Überwintern der Fische werden fünf bis sieben Teiche benötigt und aufgrund von zahlreichen Arbeiten an Umlaufgraben, Hausweiher und den Teichen bei Echerschwang ist dies heuer für den Verein nicht möglich. Das Abfischen wird dann im November 2013 beginnen, nachdem der See im Oktober ganz langsam abgelassen wird.

Bißle erklärte hierzu, dass dies so lange dauern müsse, um den Fischen die Möglichkeit zu geben, sich aus dem vielen Grünzeug zu befreien, wenn der Wasserspiegel sinkt. Des Weiteren müssen Gespräche mit den An- und Unterliegern geführt werden. „In Dessau z.B. befindet sich nämlich auch eine Fischzucht, da kann man nicht einfach unser ganzes Seewasser runterlaufen lassen“, versucht Bißle die Problematik zu verdeutlichen.

zil

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