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In diesen Schrank kann man nicht mehr benötigte Gegenstände packen oder sich am Inhalt bedienen. Im Bild Cordula und Falk Sluyterman bei der Eröffnung.

Neues Projekt am Haus4You

Kostenlose Schätzchen aus dem Schrank

Schongau - Nach der Bücher-Telefonzelle geht das Weitergeben von Gebrauchtartikeln in eine neue Runde. Der Verein Support hat jetzt einen „Von-Hand-zu-Hand-Schrank“ am Gebäude der Bücherei am Münztor ins Leben gerufen.

„Schenken ist das neue Shoppen“, gab Agnes Amberg von der Initiative Schongau belebt das Motto aus. Dieses hatte sie von einer ähnlichen Einrichtung in Berlin-Kreuzberg mitgebracht. Ebenso wie das Schlagwort „Sharing is Caring“. Der neue Von-Hand-zu-Hand-Schrank ist sozusagen eine Kombination aus Flohmarkt und Secondhandladen. Mit dem Unterschied, dass die Waren hier völlig umsonst zu haben sind. Hier können funktionstüchtige und saubere „Schätzchen“ eingestellt werden, für die man im eigenen Haushalt keine Verwendung mehr hat, die aber zu schade zum wegwerfen sind.

Allerdings mit einer Einschränkung: Müll, Lebensmittel, Pflanzen und Kleidung müssen draußen bleiben. „Kleidung kann beim Weibsdeifi-Markt angeboten werden“, so Agnes Amberg, die bat, auch nichts vor den Schrank zu stellen. Größere Artikel können per Aushang am schwarzen Brett im Haus4You offeriert werden. Der Von-Hand-zu-Hand-Schrank bietet nämlich nur Artikeln bis zu einer bestimmten Größe Platz.

Spind trotzt Wind und Wetter

Organisiert hatte den ausgedienten Spind aus den Beständen der Stadt Schongau Schreiner Peter Bommersbach, installiert vor dem Eingang des Haus4You an der Rückseite des Büchereigebäudes hatte ihn Stefan Wintersberger. Mit Sockel und Dach versehen, trotzt er hier Wind und Wetter. Geöffnet ist der Schrank während der Öffnungszeiten der Bücherei. Andrea Nagel und Katrin Lang vom Support e.V., der den Schrank in Kooperation mit Schongau belebt und der Bücherei verwirklicht hat, überreichten deshalb auch Büchereileiterin Kornelia Funke den Schrankschlüssel.

Als Schirmfrau wurde Cordula Sluyterman auserkoren, die zur Einweihung gleich ein erstes „Schätzchen“ einstellte. „Ich bin es nicht!“, witzelte ihr Ehemann, Bürgermeister Falk Sluyterman, der aber das Stehlämpchen reichte, das im Schrank Platz fand. Cordula Sluyterman bezeichnete den Schrank als „Zeichen für Gemeinnützigkeit und Nachhaltigkeit in Zeiten des Überflusses“. Schließlich können gute Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, durchaus anderen Menschen von Nutzen sein.

Schrank ist schnell gefüllt

In diesem Sinne füllte sich der Schrank auch schnell mit Spielen, CDs, Kerzenständern und anderen Dingen. „Unser Wunsch ist es, dass Dinge, die in den Schrank gelegt werden, nicht lange dort bleiben und schnell einen anderen Besitzer finden“, so Kerstin Lang. Darüber hinaus werden noch Monats-Paten für den Von-Hand-zu-Hand-Schrank gesucht, die regelmäßig nach dem rechten sehen und eventuell Müll aussortieren. Interessenten melden sich bei Schongau belebt oder dem Support e.V.

Ursula Fröhlich

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