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Strahlende Gesichter bei der Förderbescheid-Übergabe durch Heimatminister Markus Söder (3.v.re.) in Peiting: Von links die Gemeinderäte Gunnar Prielmeier, Peter Ostenrieder, Thomas Elste, Bürgermeister Michael Asam, der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Kühn und zweiter Bürgermeister Franz Seidel.

Von Heimatminister Söder persönlich

Freude in Peiting über Breitband-Förderbescheid

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Peiting -  Peitings Bürgermeister Michael Asam und einige Gemeinderäte drängen sich im Eingangsbereich des Gasthofs Keppeler. Was zunächst aussieht wie ein Begrüßungskomitee für die zahlreichen Gäste, hat eigentlich einen ganz anderen Hintergrund.

Denn noch bevor der Festakt zum 70-jährigen Bestehen der CSU Peiting beginnt, will Finanz- und Heimatminister Markus Söder einen Förderbescheid für den Internet-Ausbau in Peiting übergeben.

Und dafür geht es zunächst in den Keller der Wirtschaft. Dort inspizieren die beiden schneidigen Bodyguards des ranghohen Politikers ganz genau die Räumlichkeiten. Unauffällig werden Türen geöffnet und die Lage abgecheckt. Da kann auch ein Michael Asam mit den Worten: „Bei uns in Peiting ist die Welt noch in Ordnung. Da passiert nichts“, nicht beruhigen. Die beiden Hünen im schwarzen Anzug nicken nur. Schließlich ist es ihr Job, Markus Söder zu beschützen. Notfalls auch mit Waffen-Gewalt, was die Pistolen im Halfter verraten.

„Der ländliche soll vom städtischen Raum nicht abgehängt werden“, sagt Söder später, als er sich den anwesenden Räten zuwendet. Denn nur wo die schnelle Datenautobahn vorhanden sei, gebe es Arbeitsplätze und eine sichere Zukunft. 331 685 Euro in Form eines Förderbescheids überreichte Söder deshalb einem stolzen Peitinger Rathauschef. „Damit haben bereits mehr als die Hälfte aller bayerischen Kommunen einen Förderbescheid erhalten. Ziel sind hochleistungsfähige Breitbandnetze mit Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde. Hierfür stellt der Freistaat Bayern bis zu 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung – eine bundesweit einzigartige Summe“, betonte Söder.

Für die Peitinger sei dies ein gutes Signal. „Es zeigt, dass die Bürger genauso viel wert sind wie beispielsweise die Münchener“, so der Heimatminister weiter. Mit 462 Gemeinden befinden sich übrigens 92 Prozent in Oberbayern im Förderverfahren. 222 Kommunen wurde inzwischen eine Fördersumme von insgesamt etwa 73,4 Millionen Euro zugesagt. Ein Großteil der Fördermittel von maximal rund 365 Millionen Euro für Oberbayern ist aber noch offen.

„Man muss weiter investieren“, appellierte Söder im Keppeler-Keller. Für die Marktgemeinde hatte er dann noch Lob übrig: „Das habt Ihr gut gemacht! Gratuliere!“ Die netten Worte nahm Asam gerne an. „2018 ist Peiting bis zum hintersten Weiler komplett ans Netz angeschlossen“, versprach er.

Der Ausbau von schnellem Internet nimmt schnell Fahrt auf. Wie es in einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen für Landesentwicklung und Heimat heißt, sind bayernweit bereits rund 96 Prozent (1969) aller Kommunen in das bayerische Förderverfahren eingestiegen. Bereits

1301 Kommunen sollen mit einer Gesamtfördersumme von über 491 Millionen Euro in den Breitbandausbau starten.

Viele Gemeinden gehen mehrfach in das Verfahren, um schrittweise eine hohe Flächendeckung und besonders zukunftssichere Glasfasernetze bis in die Gebäude zu erhalten, heißt es. „Allein bei den bisher im Ausbau befindlichen Projekten werden weit über 21 000 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt. Damit können künftig weitere 510 000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden, vor allem im ländlichen Raum“, informierte Söder.

Wichtige Hilfe für die Kommunen sei die Beratung durch die Breitbandmanager an den Ämtern für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. In über 7300 persönlichen Gesprächen habe man jede Gemeinde beraten. „Seit Übernahme der Verantwortung durch das Heimatministerium, hat sich die Versorgung mit schnellem Internet bei einer Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s in ländlichen Gemeinden Bayerns von unter 16 auf über 32 Prozent der Haushalte verbessert“, heißt es weiter. Innerhalb von zwei Jahren seien in Bayern 900 000 Haushalte an das schnelle Internet angeschlossen worden

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