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Viel los ist am Schwabsoier Skihang. An der Liftstation gibt es eine kurze Verschnaufpause, wo sich die Gruppen immer wieder treffen.

Die heimischen Lifte laufen

Heißhunger aufs Skifahren

Hohenfurch/Schwabsoien – Es war das Geduldsspiel in den Weihnachtsferien. Kommt er oder kommt er nicht? Gemeint war der Schnee, auf den die Kinder sehnsüchtig gewartet haben. Jetzt ist er endlich da – und die heimischen Liftbetreiber haben schnell reagiert, um zumindest zum Ende der Ferien noch Pistengaudi zu bieten.

Die Nachricht hat sich kurz vor dem Dreikönigstag wie ein Lauffeuer herumgesprochen: Unter anderem an den Skiliften in Hohenfurch und Schwabsoien wird der Skibetrieb möglich sein. Wenn das keine gute Nachricht ist! Bis es soweit war, hatte Markus Hefele, die gute Seele vom Skiclub Hohenfurch am „Gummibärchenlift“, aber eine Menge Arbeit. Denn der Hang musste von ihm dreimal gewalzt, also dreischichtig bearbeitet werden. Nur so ist die Piste am Nordhang mit dem wenigen Schnee vernünftig befahrbar. „Die Kälte hat uns einen pulvrigen Schnee serviert, ohne gewalzte Unterlage wäre er im Nu weggefahren gewesen“, erzählt Hefele, während er Tageskarten an die Kinder ausgibt.

Das gehört genauso zu seiner Arbeit wie das Zwicken der Punktekarten und das Auffüllen des Dieseltanks für den Motor. Gut, das macht er, bevor der Betrieb beginnt. Dann läuft die Kiste den ganzen Tag über problemlos. Muckt er doch mal auf, was selten vorkommt, weiß Hefele immer die richtigen Handgriffe, um das Ding wieder in Schwung zu bekommen.

Der „beste Skilift der Welt“ steht in Hohenfurch

Ebenfalls in Schwung gekommen sind die Kinder, die sich auf der Piste so richtig austoben können. Mit dabei Sarah, Nina und Mona aus Kinsau, die mit ihrer Mutter Silke nach Hohenfurch gekommen sind. Zum „besten Skilift der Welt“, wie ihn die Mama nennt. Kurze Anfahrt, die Kinder sind immer im Blickfeld. Und wer eine Pause einlegen möchte, kann sich in der Hütte aufwärmen und eine mitgebrachte Brotzeit verzehren.

Wie der „Bark-Opa“ Detlev, der mit seinen Enkelkindern Julian und Madlene gekommen ist. Dabei genießen sie die Aufteilung. Die Kinder fahren Ski, der Opa macht Brotzeit. In guter Gesellschaft. André ist mit Tochter Pina aus Augsburg gekommen. „Hier hat schon mein Sohn das Skifahren gelernt, der Hang ist einfach ideal“, beschreibt es André. Für Pina ist es der erste Tag auf Skiern, für ihren Papa die erste Brotzeit.

Ebenfalls die ersten Versuche auf Ski machen die Kinder ein paar Kilometer weiter in Schwabsoien. Da wird gleich richtig ins neuen Jahr durchgestartet. Mit einem Skikurs für den Nachwuchs am eigenen Hang. Drei Tage lang, so richtig von der Pike auf, wird den Kindern alles beigebracht. Mit Anfeuerungen und Sprüchen wie „und jetzt ab, duck dich, Hände auf die Knie, Maxi, komm rüber, du Zwetschger, Paul steh’ auf“, versprüht Florian Heiland seinen ganzen Charme.

14 Skilehrer kümmern sich um Anfänger in Schwabsoien

Heiland ist einer der 14 Skilehrer, die sich miteinander um die Rasselbande kümmern. 45 Kinder insgesamt, bunt gemischt. Auch die Skilehrer, eine Allianz aus den Skiabteilungen vom TSV Schwabsoien und TSV Schwabbruck. Mit dabei Vorstand Martin Zwick, der die etwas flotter fahrenden Zwergerl Richtung Skilift begleitet. Dort haben sie dann über 200 Meter Liftfahrt vor sich.

Ab geht die Fahrt nach oben. Gleichmäßig tuckert der Motor im Nachbarstadl. Seit 37 Jahren bestens gepflegt durch Engelbert Eirenschmalz vom Skiclub Schwabsoien. Gute 76 Jahre ist er alt, aber jung geblieben. Ab 13 Uhr steht er im Kassenhäuschen, gibt die Karten aus. Und hält durch bis zum Feierabend. Ab und zu wird er abgelöst. Am Samstagnachmittag übernimmt Abteilungsleiter Georg Bussewitz seinen Dienst. Schließlich möchte der Engelbert auch mal ein Männergespräch am Rande der Piste führen. Dabei erfährt man, dass der TÜV am Donnerstag die Anlage erfolgreich abgenommen hat. Alles ohne Mängel. Die gute Wartung macht’s möglich, Gratulation.

Die Abfahrt ist für alle ein Heidenspaß. Man hat viel gelernt in den drei Tagen. Nur die Frau Holle müsste in den nächsten Tagen ein wenig aktiver werden. Dann könnten die Nachmittage voll ausgenutzt werden. Ab 13 Uhr läuft der Lift, und das während der gesamten Woche.

Hans-Helmut Herold

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