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Glückliche Gesichter: (v.l.) Eleyne Wenninger (Henkerstochter), Maximilian Geiger (Simon Fronwieser) und Henkerstochter-Auto Oliver Pötzsch, der noch einmal einen Auftritt hatte. Rechts Helmut Gehlert.

Positive Bilanz des Festspiels

Henkerstochter-Schauspiel: Folgt in zwei Jahren der nächste Streich?

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Schongau - Acht ausverkaufte Vorstellungen, keine Spielausfälle: Die Weltpremiere der Henkerstochter-Aufführungen im Rahmen des Schongauer Sommer waren ein voller Erfolg. „Ich bin der glücklichste Mensch in Schongau“, sagt Regisseur Maximilian Geiger. Die Schauspieler denken schon an eine Fortsetzung.

Es regnet in Kübeln gestern Vormittag, doch Maximilian Geiger spaziert mit einem seligen Lächeln über den Bürgermeister-Schaegger-Platz. In den vergangenen Wochen ist ihm die Kulisse des Henkerstochter-Schauspiels zur zweiten Heimat geworden, jetzt geht es ans Abbauen – und da hilft auch der Regisseur und Simon Fronwieser-Darsteller fleißig mit. „Lieber regnet es beim Abbau als während des Stücks“, sagt Geiger. Das erste Wochenende war wettermäßig perfekt, auch Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche. Am Freitag verzog sich das Gewitter rechtzeitig vor Beginn der Aufführung, erst am Samstag und in Teilen am Sonntag mussten Darsteller und Besucher im Regen ausharren. „Aber das Publikum war einfach toll, bestens ausgerüstet. Es ist fast keiner gegangen“, sagt Geiger. „Es lief überhaupt viel besser als erhofft, das hätte ich nie gedacht.“

Anfeuerung vor jeder Aufführung

Auch für die Darsteller war das Abschluss-Wochenende noch einmal eine Herausforderung. Eva Kriwan, die die angebliche Hexe Martha Stechlin spielt, musste stundenlang im nassen Stroh liegen. Zum Glück lag sie weich: „Eine besorgte Zuschauerin der Premiere, bei der es recht kalt war, hat ihr am nächsten Tag aus Sorge eine Wärmedecke zum Unterlegen vorbeigebracht“, sagt Geiger lachend. Schön zu erleben, wie sich die Besucher mit dem Stück identifiziert haben.

Ließen sich vom Regen nicht abhalten: Die gut ausgerüsteten Zuschauer der Abschlussvorstellung.

Doch für die Darsteller galt das genauso. „Das Team war wie eine Familie“, sagt Geiger, und das will er nicht nur so dahingesagt wissen. „Es waren so viele unterschiedliche Leute, aber alle haben sich gut verstanden.“ Man habe vor jeder Aufführung im Zelt hinter der Bühne einen Kreis gebildet, und Michael Boos, Vorsitzender des Theatervereins Treibhaus und Darsteller des Gerichtsschreibers Johann Lechner, habe zum Aufputschen eine Motivations-Rede gehalten. „Immer anders, das war Wahnsinn“, sagt Geiger. Das abschließende „Einer für alle, alle für einen“ konnten auch die Zuschauer auf der Tribüne noch hören. „Wir wollen uns einmal im Monat zu einem Mitwirkenden-Stammtisch treffen“, kündigte Geiger an.

Selbst nach der Premiere wurde das zu lange Stück noch gekürzt

Auch nette Einfälle wie der Darsteller, der Würstl und Blumen an die Besucher verteilte, lockerten das ansonsten spannende und dramatische Stück immer wieder auf. „Diese Ideen haben die Darsteller zum Teil selbst gehabt, wir sind auf vieles eingegangen“, sagt Geiger. Auf der anderen Seite musste gekürzt werden, und zwar drastisch: Schon nach der Generalprobe musste Geiger einige Szenen ausmisten, sogar nach der Premiere wurde noch in kleinem Umfang gestrichen. „Auch meine Lieblingsszene, als es um die Söldner-Vergangenheit von Henker Jakob Kuisl geht, ist dem zum Opfer gefallen“, sagt Geiger. Aber lieber dort kürzen als bei den Massenszenen. Trotzdem weiß er natürlich, dass das Stück mit rund drei Stunden immer noch über der Grenze war. „Tolle Aufführung, wirklich super – aber etwas zu lang“, diesen Spruch hat Geiger gefühlt hunderte Male zu hören bekommen. „So eine Erfahrung muss man machen“, sagt der 25-Jährige, auch für den noch jungen Theaterverein war es das erste historische Freiluftstück in dieser Größenordnung. „Beim nächsten Mal wird es kürzer.“

Beim nächsten Mal? Auch wenn die Eindrücke noch ganz frisch sind, denken Geiger und seine Mitstreiter schon an die Zukunft. „Wir hoffen, dass wir neben unseren Stücken mit dem Theaterverein in zwei oder drei Jahren wieder ein historisches Freiluft-Spiel veranstalten können“, sagt Geiger. „Es wäre toll, eine Tradition zu begründen. Schließlich hat Oliver Pötzsch mit seiner Henkerstochter auch einmal so angefangen.“ Sein Traum wäre, ein eigenes Stück zu schreiben, sagt Geiger. Aber auch der zweite Teil der Henkerstochter-Geschichte sei natürlich eine Option: „Ich habe schon einmal reingeschaut“, sagt Geiger und schmunzelt verschmitzt: „Es wäre machbar."

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