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Jubiläumssieg für Gassner/Tannhäuser

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Der Aufreger der letzten Wertungsprüfung: Gerade ist Rudolf Reindl (rechts) dem Führenden Hermann Gassner hinten links in die Seite gefahren, der sich daraufhin fast von der Strecke drehte. Das Manöver blieb folgenlos und brachte Reindl nichts, der am Ende Neunter wurde. © Foto: Halmel

Altenstadt - Sie bleiben die Schnellsten: Hermann Gassner und Karin Tannhäuser haben im Mitsubishi Evo 9 auch die 20. Auflage der ADAC Rallye Oberland gewonnen  und sich damit den siebten Sieg vor Fritz Köhler/Petra Hägele im BMW M 3 geholt.

„Wir danken Euch für die hervorragende Rallye“, schwärmte einer der Piloten nach der Veranstaltung. „Und damit spreche ich im Namen aller Teilnehmer“, bekräftigte er. Für die Rallyeleiter Ludwig Dietl und Robert Schedel sowie die nahezu 400 Helfer drumherum war das Bestätigung für ihre vorbildliche Arbeit.

Ganz ohne Pannen ging allerdings auch die diesjährige Veranstaltung aber nicht ab. 17 Fahrzeuge erreichten nicht das Ziel, meist technische Probleme machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Darunter die Wildsteiger Robert Schilcher/Stephan Schwerdt, die ihren Audi TT auf der vierten Wertungsprüfung in Altenstadt abstellen mussten. Ebenso Philipp Reich/Jennifer Lerch vom MSC Altenstadt, deren Opel Kadett den Geist aufgab.

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Siegerehrung: Tobias Mayr/Andreas Unhoch (M.) gewannen die Klasse H 14 vor Sixtus Britzger/Petra Nestmann: Mit ihnen freuen sich von links Robert Schedel und Isolde Holderied. © Foto: Friebel

Ein Zwischenfall sorgte auf der abschließenden Wertungsprüfung in Altenstadt für erhitzte Gemüter: Beim Versuch, den Führenden Hermann Gassner auf den letzten Metern zu überholen, fuhr Rudolf Reindl dem Gesamtsieger in einer 90 Grad-Kurve hinten in die Seite und hätte Gassner damit beinahe vom Asphalt geschossen. „Das hat der mit Absicht gemacht“, schimpfte Gassner-Beifahrerin Karin Tannhäuser später. „Wenn einer so reinfährt und uns von der Seite erwischt, dann war das kein Zufall.“

Rennsportleiter Ludwig Dietl wollte dazu nichts sagen. „Wir haben das nicht gesehen. Aber das sind beide Hitzköpfe“, weiß er. Wobei Reindl offensichtlich etwas zu früh auf die Strecke geschickt wurde. Letztlich musste sich der Lohkirchener mit Platz neun begnügen, weil er bei der dritten Wertungsprüfung auf der Strecke Burggen-Tannenberg abkürzte und drei Strafminuten aufgebrummt bekam.

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Super Jahresabschluss: Fritz Köhler und Petra Hägele fuhren im leistungsmäßig-unterlegenen BMW M 3 in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz. © Foto: Friebel

Auf den Prüfungen in Wildsteig und Lechbruck fuhr Hermann Gassner jeweils zweimal Bestzeit. Reindl war zweimal in Burggen und einmal in Altenstadt Schnellster. Allerdings kamen einmal drei Strafminuten dazu. Bei der abschließenden Prüfung in Altenstadt blieben die 5:35,7 Minuten von Fritz Köhler/Petra Hägele unerreicht, die im BMW M 3 schließlich Platz zwei belegten und sich damit noch vor dem Mitsubishi-Team Jörg Schuhej/Steffen Reith sowie Manuel Köhler/Benedikt Hofmann im Subaru Impreza STI platzierten.

In der Klasse H 14 hatten voriges Jahr noch die Hohenpeißenberger Sixtus Britzger/Petra Nestmann vor Tobias Mayr/Andreas Unhoch die Nase vorn, Diesmal drehten die Wildsteiger den Spieß um, Mayr/Unhoch gewannen die Klasse und behaupteten Gesamtplatz 20, während die zweitplatzierten Britzger/Nestmann gesamt auf Platz 31 fuhren. Auf sieben der acht Prüfungen waren Mayr/Unhoch schneller als die Vereinskollegen vom MSC Bayerischer Rigi.

Mit der Siegerehrung fand die Jubiläumsveranstaltung in der Altenstadter Schulturnhalle am Abend einen würdigen Abschluss. „Die meisten von Euch sind bei uns schon Stammgäste, und es freut mich, dass Ihr immer wieder-kommt“, rief Bürgermeister Albert Hadersbeck den Gästen zu. Dass alles so reibungslos geklappt hat, nannte er einen wesentlichen Verdienst der Rallyeleiter Dietl und Schedel.

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Besuchermagnet war mal wieder die Zuschauerprüfung am Sportzentrum in Altenstadt. © Foto: Friebel

Erfreut war man beim Veranstalter, dass wieder einmal keine größeren Unfälle passiert sind. Und besonders angetan war man vom riesigen Besuch der Zuschauer: Um die 2000 Rennsportfans hatte Schedel allein bei den Besucherprüfungen in Altenstadt gezählt, und auch auf den anderen Strecken herrschte reger Betrieb.

Stimmen zur Rallye Oberland:

Organisationsleiter Robert Schedel: „Wir haben sehr sportliche und bissige Duelle gesehen. Der Zeitplan wurde korrekt eingehalten, und außer Ausfällen mit Blechschaden oder technischen Defekten ist nichts passiert. Die Zusammenarbeit war perfekt, und das Wetter spielte mit. Überall herrschte gute Stimmung, und allein in Altenstadt waren 2000 Besucher unterwegs.“

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Die Schnellsten: Von links die Gesamtsieger Hermann Gassner/Karin Tannhäuser mit Jörg Schuhej/Steffen Reith, die hinter dem Mitsubishi-Team in der Klasse H 16 auf Platz zwei fuhren und Gesamt-Dritte wurden. © Foto: Friebel

Gesamtsieger Hermann Gassner: „Das war heute sehr eng. Ich bin mit demselben Auto gefahren, das ich das ganze Jahr über bewegt habe. Heuer habe ich schon die ADAC Rallye Masters und den Mitropa Cup gewonnen, und das war hier ein gelungener Saisonabschluss. Ich fahre gerne die Oberland, hätte aber gerne noch mehr Wertungskilometer.“

Der zweitplatzierte Fritz Köhler: „Ich bin mit meinem zweiten Platz absolut zufrieden. Die Veranstaltung war super, und es waren schöne Prüfungen. Dabei habe ich mir vorher gegen die Gruppe A-1-Autos gar keine Chance ausgerechnet und wäre schon zufrieden gewesen, wenn ich unter die ersten Fünf gefahren wäre.“

Der ausgefallene Philipp Reich: „Das Auto wollte nicht mehr. Am Tag vor der Rallye ist mir bei meinem Opel Corsa das Getriebe kaputtgegangen. Dann habe ich den Kadett meines Bruders genommen, der drei Jahre lang nicht mehr bewegt wurde. Das Auto war wohl beleidigt und hat in Altenstadt seinen Geist aufgegeben.“

Dietmar Friebel

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