Vermutlich ohne Terrasse, aber so ähnlich sollen die Mobile Homes in Herzogsägmühle aussehen.

Herzogsgmühle plant 

In Flüchtlingsfrage langfristig denken

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Herzogsägmühle - In vier Phasen möchte Herzogsägmühle die Unterbringung der Flüchtlinge angehen. Dabei denkt Direktor Wilfried Knorr weit in die Zukunft. Denn die Asylbewerber brauchen nach der Anerkennungsphase schließlich Wohnraum.

Für die kommenden Jahre hat sich Herzogsägmühle einiges vorgenommen, was die Flüchtlingsfrage angeht. Noch im April sollen in einem ersten Abschnitt 14 Mobile Homes aufgestellt werden (wir berichteten). „Die Planungen sind komplett fertig. Jetzt kommt es auf die Regierung an“, so Direktor Wilfried Knorr. Gemeint sind damit die Überlegungen des Freistaates, ob dezentrale Unterkünfte überhaupt noch gewollt sind – oder ob die Asylbewerber nur noch in Massenwohnheimen untergebracht werden sollen. Die mobilen Heime, wie sie auf der Verlängerung vom Kapellenfeld gegenüber vom Fußballplatz entstehen sollen, können jeweils bis zu sechs Personen aufnehmen. „Durch die Aufteilung haben wie die Möglichkeit, ethnische Konflikten oder Probleme zwischen Männern und Frauen einzudämmen“, so Knorr. Insgesamt kommen bis zu 84 Personen in den Mobil Homes unter. Bauherr ist das Landratsamt, der einen Betreuungsvertrag macht, das Diakoniedorf stellt den Grund und Boden. „Für Security bekommen wir eine kleine finanzielle Zuwendung“, so Knorr. Da der Direktor nicht davon ausgeht, dass soviel Sicherheitspersonal gebraucht wird, schwebt es ihm vor die Gelder lieber für soziale Betreuung zu verwenden.

Container bereits bestellt 

Unabhängig von der Entscheidung der Regierung ist die Phase zwei: Denn der Container, der bei der ehemaligen Arztstation geplant ist, ist bereits bestellt. 28 Plätze werden hier zur Verfügung gestellt, Bauherr ist wiederum das Landratsamt. „Einzug der Asylbewerber ist im Sommer“, verspricht Knorr.

In einem dritten Abschnitt in der Oblandstraße hinter der Gärtnerei möchte Herzogsägmühle einen zweistöckigen Bau etablieren und trägt selbst die Verantwortung als Bauherr. Auf dem Fundament des ehemaligen Telezentrums entsteht ein Bau mit Sozialräumen für die Gärtnerei, das Obergeschoss soll Platz für Apartments mit 30 Betten bieten. „Die Betonung liegt auf der Nutzung von Jedermann“, betont Knorr. Sollte der Bedarf für Flüchtlingsunterkünfte sinken, werden hier auch Praktikanten, Bundesfreiwilligendienst-Leistende oder Schüler leben können. 

Sozialer Wohnungsbau

Die geplanten Mobile Homes und Container halten nur zwei bis drei Jahre, „dann sind die kaputt“. Darum brauche es eine langfristige Lösung in Form des sozialen Wohnungsbaus. Und hier wären wir dann beim letzten Streich. Umgesetzt wird der mit der Landeskirche und dem Evangelischen Siedlungswerk sowie Investoren. Es sollen dort beispielsweise anerkannte Flüchltinge unterkommen. Im Gegensatz zu den anderen Lösungen ist dieser aber noch weit weg. „Sollte alles bis 2019 fertiggetsellt sein, wäre ich froh“, blickt Knorr vorsichtig in die Zukunft. Errichtet werden sollen 60 Wohneinheiten in sieben Baukörpern am Roten Berg West. Realisiert werden soll er in zwei oder drei Etappen. Das Tolle daran: Quasi auf Knopfdruck können Wände eingezogen oder entfernt werden, um so beispielsweise Einzelpersonen oder Familien gerecht zu werden.

Die Gemeinde Peiting findet Knorrs Vorhaben, wie er selbst sagt, „sehr gut“. Es stehen aber noch einige Besprechungen an.

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