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Stolz zeigen die vier Asylbe werber ihren Ausbildungsvertrag, doch eine Arbeitserlaubnis hat bisher nur Ali (dritter von links) erhalten. Saajid, der andere Ali und Eric (rechts) warten noch auf die Genehmigung vom Landratsamt.

Herzogsägmühle hilft Flüchtlingen

Ausbildungsvertrag ja, Arbeitserlaubnis nein

Das Engagement von Herzogsägmühle im Bereich der Hilfen für Flüchtlinge wird um einen weiteren Baustein bereichert: Vor kurzem haben vier junge Menschen mit Fluchthintergrund ihren Ausbildungsvertrag in den Bereichen Gastronomie sowie Garten- und Landschaftsbau mit dem Arbeitgeber Herzogsägmühle unterzeichnet.

Herzogmühle – Die Sache hat nur einen Haken: „Von den vier jungen Leuten haben drei noch keine Arbeitserlaubnis vom Landratsamt Weilheim-Schongau erhalten“, berichtet Armin Wrinskelle, der für die Flüchtlingshilfe in Herzogsägmühle zuständig ist. Folglich kann nur einer von den vier Asylbewerbern, nämlich Ali aus Afghanistan, heute seine Ausbildung in Herzogsägmühle beginnen. Die anderen Drei (Eric aus Nigeria, Saajid aus Pakistan und noch ein Ali aus Afghanistan) müssen weiterhin abwarten. Sie sind bereits seit zwei Jahren in Deutschland und sprechen mittlerweile ganz gut Deutsch. Über den Ausbildungsvertrag von Herzogsägmühle haben sie sich riesig gefreut. Alle hoffen, dass das Landratsamt bald grünes Licht erteilt. Eric wohnt zwar noch in Penzberg, aber sobald er die Arbeitserlaubnis in der Tasche hat, zieht er nach Herzogsägmühle um.

Das Problem mit der Arbeitserlaubnis ist entstanden, weil die Asylbewerber meistens keinen Pass haben, sich also nicht ausweisen können. Deshalb ist es nicht einfach, den notwendigen Identitätsnachweis zu erbringen. Manche Flüchtlinge haben nur eine „Tazkira“, ein ausweisähnliches Papier, aus ihrem Heimatland mitgebracht. Und da tun sich die Behörden offenbar schwer damit.

Herzogsägmühle hat jedenfalls guten Willen gezeigt und vier zusätzliche Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2017/2018 geschaffen. „Wir wollen damit einen weiteren Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in unserem Land leisten“, teilt Armin Wrinskelle mit.

Das Engagement von Herzogsägmühle im Bereich Hilfen für Flüchtlinge erstreckt sich von Sprachkursen, die Ehrenamtskoordination für die Unterstützerkreise, über Maßnahmen in der Jugendhilfe, Schulplätzen an der Albrecht-Schnitter-Berufsschule bis in den Bereich der Arbeitsförderung.„Hier wird seit Anfang des Jahres in verschiedenen Maßnahmen geflüchteten Menschen geholfen, sich möglichst schnell und nachhaltig in den Arbeitsmarkt der Region zu integrieren“, so Wrinskelle. Dazu gehörten unter anderem die Vermittlungen in Ausbildungsplätze, Sprachkurse, Lernförderung sowie Beratung und Begleitung.

Die Hilfen sind möglich durch das von der Deutschen Fernsehlotterie geförderte Projekt „Flüchtlingsarbeit im ländlichen Raum“, teilte Armin Wrinskelle mit.

Michael Gretschmann

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