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Der Kreisverkehr an der Wanderhofstraße: Dort ist das Wohngebiet „Lexe“ zu Ende – und dahinter auch die Straßenbeleuchtung in Richtung Herzogsägmühle.

Grüne fordern Straßenbeleuchtung

Herzogsägmühle soll mitzahlen

Herzogsägmühle/Peiting - Fußgängern, die von Herzogsägmühle nach Peiting und umgekehrt spazieren möchten, soll künftig ein Licht aufgehen – so hat es die Fraktion B90/Die Grünen jetzt für die Peitinger Wanderhofstraße gefordert. Klar ist: Falls die Gemeinde einsteigt, soll auch Herzogsägmühle tief in die Tasche greifen.

Nach langer Diskussion im Gemeinderat ist noch nichts entschieden, lediglich auf den Weg gebracht: Die Peitinger Verwaltung soll ausloten, was eine durchgängige Beleuchtung der Wanderhofstraße kostet.

Gefordert hatten B90/Die Grünen im Gemeinderat die Installation einer „durchgängigen, dimmbaren LED Fußwegbeleuchtung mit Nachtabsenkung“ entlang der Wanderhofstraße.

Diakoniedorf hatte Kostenbeteiligung schon mal abgelehnt

Eine erste Schätzung, internen Recherchen der Grünen zufolge, dürften sich die Kosten bei Freiluftverlegung auf 90 000 Euro belaufen. Hohe Kosten: Das ist der Grund dafür, warum ein ähnlicher Antrag vor sechs Jahren schon einmal durchgefallen ist im Gemeinderat. Herzogsägmühle hatte damals eine Kostenbeteiligung abgelehnt.

„Wir müssen mit Herzogsägmühle intensiv ins Gespräch gehen – es müssen 50 Prozent plus X sein“, formulierte Peter Ostenrieder (CSU-Fraktionsvorsitzender) eine konkrete Forderung in Richtung Diakoniedorf was eine Beteiligung an den Kosten anbelangt. Denn: „Wer nutzt denn den Weg?“

Definitiv sehr viele Fußgänger, weiß Gemeinderat Alfred Jocher, selbst passionierter Spaziergänger. „Es kommen immer mehr Menschen nach Herzogsägmühle.“ Ein Klientel, das meist nicht im Besitz eines Fahrzeugs ist. Viel mehr Fußgänger also an der „Transit“-Strecke Wanderhofstraße, die „mittlerweile eine andere Bedeutung bekommen“ habe, so Jocher.

Nicht überall gibt es so viele Spaziergänger

Er widersetzte sich damit diversen Gerechtigkeitsforderungen aus dem Gremium, die zunächst Bürgermeister Michael Asam aufs Tablett gebracht hatte: „Dann müssten wir nach Ramsau, nach Hausen und Kurzenried ebenfalls eine Beleuchtung schaffen“, formulierte er eingangs der Sitzung eine mögliche Benachteiligung diverser Peitinger Ortsteile. Nur, dass die Einwohner dieser Ortsteile „meistens mit dem Auto unterwegs sind“, widersprach Thomas Elste (Fraktionsvorsitzender B90/Grüne) vorsichtig.

Unterstützung für Jocher gabs von Michael Deibler (CSU): „Im Ortsteil Herzogsägmühle gibt es viele Bewohner, ein Asylbewerber-Heim, viele Mitarbeiter, die hin- und herpendeln.“ Dies sei schon noch ein Unterschied zu einem Ortsteil Hausen beispielsweise, „mit 20 Einwohnern“. Eine Ansicht, die auch Herbert Salzmann (SPD) teilte und darauf verwies, dass Herzogsägmühle „eine besondere Einrichtung und der größte Arbeitgeber in Peiting“ sei.

Es gab auch Gegenstimmen 

Aber auch Beleuchtungs-Gegner gab es bei der Sitzung. Andreas Barnsteiner beispielsweise unterstrich, dass er seit 15 Jahren als Landwirt die Wiesen an der Wanderhofstraße pflege. So viele Fußgänger seien da nicht, „und die Behinderten werden gefahren“. Und auch Pankratia Holl (CSU), findet die Beleuchtung unnötig. Sie selbst wohnt in Kurzenried. Die Straße dorthin ist nicht beleuchtet, nicht einmal einen Gehweg wie an der Wanderhofstraße gibt es. „Das Auge gewöhnt sich an die Dunkelheit.“ Ein Moment, in dem Gemeinderat Gerhard Heiß (CSU), Hobby-Fußgänger aus dem Ortsteil Hausen, mit einer Taschenlampe winkte, die ihm des nächtens den Heimweg ausleuchtet.

Viel Diskussion also, mit einem neu formulierten Ziel für die Wanderhofstraße. Auf der Strecke geblieben ist über all dem die Forderung von Norbert Merk und Michael Deibler (CSU), ein Konzept für eine Peiting-übergreifende Beleuchtungs-Planung zu erstellen, nach dem die problematischen Wege im Ort systematisch abgearbeitet werden.

Der Status Quo sehe so aus: „Wer wo wohnt, der stelle einen Antrag auf Straßenbeleuchtung“, so Deibler. Und: „In Peiting gibt es viele Wege, wo es brennt oder nicht brennt – im wahrsten Sinne des Wortes.“

bas

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