+

Den richtigen Ton finden

Die etwas andere Töpferei in Herzogsägmühle

Fröhliche Farben, bunte Muster und ansprechende Formen sind das Markenzeichen der Töpferware aus den Herzogsägmühler Werkstätten, in denen Menschen mit geistiger und oder psychischer Behinderung arbeiten.

Die Keramik, die Lebensfreude ausstrahlt, wird in den drei Verkaufsläden in Schongau, Weilheim und Herzogsägmühle, sowie auf dem Dießener Töpfermarkt angeboten. Hier beweist die etwas andere Herzogsägmühler Töpferei jedes Jahr mit den höchsten Verkaufszahlen, dass sie sich nicht vor Deutschlandweiter Konkurrenz verstecken muss.

Gebrauchskeramik mit positiver Ausstrahlung

In der Töpferei produzieren 25 Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Beeinträchtigung und fünf Anleiterinnen handwerklich anspruchsvolle Gebrauchskeramik, die in Form und Farbe gelassene Fröhlichkeit zum Ausdruck bringt, ohne dabei die Funktionalität zu vergessen. Das bei Kunden weit über den Landkreis hinaus geschätzte, handgefertigte Geschirr samt dekorativen Accessoires ist das Resultat eines langjährigen Entwicklungsprozesses, der nicht nur die Akzeptanz beim Kunden, sondern auch die persönlichen Fertigkeiten der einzelnen Mitarbeiter im Auge hat.

Hier geht's zum Online-Shop Herzogsägmühle

Annehmen, fördern und fordern

Die Keramik wird von den Beschäftigten frei gedreht, die Teller werden eingedreht. Der hohe Qualitätsanspruch zeigt sich auch durch selbst hergestellte Engoben und Glasuren sowie durch die hohe Brenntemperatur von 1.180 Grad. Ausgangspunkt sind einfache Grundformen, die möglichst perfekt umgesetzt werden. Dem gestalterischen Aspekt der Produktion steht aber auch immer die persönliche Entwicklung der Beschäftigten gegenüber. Die persönlichen Fähigkeiten des Einzelnen werden individuell und mit pädagogischem Fingerspitzengefühl weiterentwickelt.

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Ziel ist es, Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten zu gewinnen und dieses kontinuierlich weiter zu stärken. Dazu gehören auch ein strukturierter Tagesablauf, ein positives Arbeitserlebnis, die Stärkung des Selbstwertes sowie die Vermittlung von Wertschätzung. Betritt man die Töpferei, taucht man in eine zumeist ruhige, intensive Arbeitswelt in gelassener Atmosphäre ein. Jeder Mitarbeiter hat seine genau auf ihn zugeschnittene Aufgabe, die meist nur einen Teilschritt zur Endproduktion darstellt. Es ist Teamarbeit mit einer sinnvollen Aufteilung der Arbeitsschritte. Denn nicht jedem ist die Arbeit an der Drehscheibe oder der Umgang mit Pinsel und Begussmasse in die Wiege gelegt worden. Die Arbeit in der Töpferei bietet ein weites Feld, persönliche Neigungen zu entdecken und weiterzuentwickeln sowie Raum für eigene Kreationen. Wie zum Beispiel die finster-fröhlichen Köpfe, die als "Udos" oder die eigenwilligen "Motzonis", die aus dem Sortiment nicht mehr wegzudenken sind.

Töpferei in Herzogsägmühle: Impressionen

Auf dem Weg in eine bessere Zukunft

Ein gutes und förderliches Arbeitsklima sicherzustellen, ist mit die wichtigste Aufgabe des Anleiterteams. Auch wenn es manchmal zu heftigen Alltagsturbulenzen kommt. Frustration oder Enttäuschung, Zukunftsängste oder depressive Episoden werden von den erfahrenen Pädagoginnen achtsam wahrgenommen. Die Betroffenen erfahren Hinwendung und Zuspruch; sie werden ernst genommen und lassen sich nach einiger Zeit auch wieder gerne anstecken von der fröhlichen und unbeschwerten Grundstimmung. Nicht wenige der Beschäftigten haben schlimme Zeiten hinter sich. Durch die gestalterische Arbeit in der Töpferei wird ihr Weg in eine gute Zukunft geebnet.

Herzogsägmühle ist ein diakonisches Unternehmen im Süden Deutschlands mit Sitz in Peiting und beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeitende in acht Landkreisen.

Herzogsägmühle feiert 125. Jubiläum - hier geht's zum Programm

Kontakt

Herzogsägmühle
Von-Kahl-Straße 4
86971 Peiting
Tel.: 08861 219-0
Web: www.herzogsaegmuehle.de
Twitter Facebook Instagram Youtube

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

450 Inthroball-Karten in einer Stunde weg
Das dürfte eine Premiere mit durchschlagendem Erfolg werden: Der erste Inthronisationsball in der Lechsporthalle in Schongau. Schon zum Faschingsauftakt waren fast alle …
450 Inthroball-Karten in einer Stunde weg
Heftige Debatte: Reinigungskräfte sollen bei Servicegesellschaft angestellt werden
Für erhebliche Debatten im Kreistag sorgte der Plan der Krankenhaus GmbH, eine Servicegesellschaft zu gründen, bei der sämtliche Reinigungskräfte für die beiden Kliniken …
Heftige Debatte: Reinigungskräfte sollen bei Servicegesellschaft angestellt werden
Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?
Weil die bestehenden Hochspannungsleitungen in der Region in die Jahre gekommen sind, werden diese sukzessive erneuert. Die LEW Verteilnetz GmbH will die Gelegenheit …
Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?
Zum Jubiläum gemeinsam gegen den Trend
Zahlreiche Ehrengäste, jede Menge Grußworte und den Landkreis-Löwen in Porzellan als Gastgeschenk. Ein launiges Fest zum 100. Geburtstag feierte die Schongauer SPD am …
Zum Jubiläum gemeinsam gegen den Trend

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.